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Seeadler-Retter sieht seinen Schützling in der Freiheit

Swinemünde Seeadler-Retter sieht seinen Schützling in der Freiheit

Fotograf aus Swinemünde rettete im Herbst 2015 das Tier / Nun bekam er den Vogel vor die Linse

Swinemünde. Glücklich endete die Geschichte eines jungen Seeadlers, der im Herbst des vergangenen Jahres aus der Vertiefung des Fahrwassers im Piastowski Kanal gerettet wurde. Sein Lebensretter war Naturliebhaber und Fotograf Krzysztof Chomicz. Er sprang damals in den Sumpf und zog den Seeadler heraus. Nun konnte er das Tier freilassen.

Die Geschichte des verunglückten Seeadlers machte in Polen die Runde. Krzysztof Chomicz sah sich von Anfang an aber nicht als Held. „Mein größter Traum war, den Vogel unversehrt in die Freiheit zu entlassen und ihn dann zu fotografieren. Diesen Wunsch habe ich mir erfüllt, eher zufällig. Ich schaute von der Brücke auf die Insel Kaseburg. Dann sah ich zwei Adler, die auf einer Eisscholle schwammen. Ich habe Bilder von ihnen gemacht und dann erkannt, dass einer von ihnen einen Ring trug. Nachdem ich das Bild vergrößert hatte, schickte ich es zur Identifizierung. Es stellte sich heraus, dass es der gleiche Seeadler war“, freut sich Krzysztof Chomicz.

Die Identifizierung bestätigte Professor Tadeusz Mizera von der Universität für Naturwissenschaften in Posen. Interessanterweise blieb der Seeadler in der gleichen Gegend, wo er freigelassen wurde.

Er hatte sogar keine Angst vor schwierigen Winterbedingungen. Krzysztof Chomicz betont, dass die Gebiete des Stettiner Haffs und das Swine-Delta für die Seeadler einzigartig sind. „Im Winter fliegt ein Teil der Adler etwas weiter nach Süden. Hier ist aber ein besonderer Ort, weil das Wasser hier nicht einfriert. Das Fahrwasser Stettin-Swinemünde bleibt ständig eisfrei. Hier kommen die Vögel und mit ihnen die Adler“, erklärt der Fotograf.

Eine Analyse der Bilder zeigt, dass der Seeadler in einem guten Zustand ist. Die einzige Spur des Vorfalls von damals sind charakteristische Zeichen an den Schwungfedern. Der Fotograf freute sich, dass er seinen geflügelten Freund gesehen hat, weil er weiß, dass der Vogel bald ins andere Gebiet fliegen wird.

„Ich wusste, dass es der letzte Moment war, ihn zu treffen. Die Seeadler müssen nach einem Jahr ihre Eltern verlassen und ihr eigenes Territorium finden. Er wird eher von Usedom wegfliegen, vielleicht irgendwo ans Haff“, fügte Krzysztof Chomicz hinzu.

Radek Jagielski

OZ

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