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Seebrücken-Investor stirbt bei Flugzeugabsturz im Nebel

Zirchow Seebrücken-Investor stirbt bei Flugzeugabsturz im Nebel

Tragödie um den Hamburger Friedrich Münzel: Er stürzte gestern in einem Wald bei Zirchow mit seiner Maschine ab.

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Die Feuerwehren aus Benz, Zirchow und Garz waren gestern Vormittag im Einsatz.

Zirchow. Unglück auf Usedom und Trauer um einen langjährigen Wegbereiter und Förderer der Insel: Friedrich Münzel, Investor und ehemaliger Geschäftsführer der Heringsdorfer Seebrücke, ist tot. Der Hamburger Bauingenieur stürzte gestern Vormittag nahe der Landebahn in Zirchow mit seinem Kleinflugzeug vom Typ „Tecnam P2006T“ ab. Das Flugzeug verfehlte bei schlechter Sicht die Landebahn und stürzte in ein Waldgebiet. Der 74-Jährige war auf Geschäftsreise nach Usedom unterwegs und startete etwa eineinhalb Stunden vorher in Stade bei Hamburg. Dierk König, Vorsitzender des Luftsportvereins Günther Groenhoff in Stade, reagierte bestürzt auf die Nachricht, bestätigte aber auf OZ-Nachfrage den Absturz des Seebrücken-Investors Friedrich Münzel.

OZ-Bild

Tragödie um den Hamburger Friedrich Münzel: Er stürzte gestern in einem Wald bei Zirchow mit seiner Maschine ab.

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Die Polizei bestätigte am späten Nachmittag, dass es sich bei der Maschine um den Flieger von Friedrich Münzel handelt. Aufgrund der laufenden Ermittlungen konnte die Polizei die Person im Flugzeug allerdings noch nicht eindeutig identifizieren.

Die Absturzstelle, die großräumig abgesperrt war, glich gestern Vormittag einem Trümmerfeld. Die Teile der knapp neun Meter langen und zweimotorigen Maschine waren auf etwa 15 Metern verteilt, einige Wrackstücke hingen sogar noch im Baum. Die Kriminalpolizei begann mit der Spurensicherung, und Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig wurden in die Ermittlungen eingebunden. Zwei Sachverständige wurden noch am Vormittag auf den Weg nach Usedom geschickt.

Der plötzliche Tod von Friedrich Münzel löste bei vielen Personen auf der Insel Usedom tiefe Bestürzung aus. Hans-Jürgen Merkle, der zum Zeitpunkt des Seebrückenbaus Bürgermeister der Gemeinde Heringsdorf war, zeigte sich gestern Abend schockiert. „Es ist schwer vorstellbar, wo Heringsdorf heute ohne Friedrich Münzel und die Seebrücke wäre. Sie war sein Kind, an dessen Bau er große Freude hatte. Ich habe als Bürgermeister viele Investoren getroffen. So wie Münzel war keiner. Da galt noch das gesprochene Wort.“

Bernd Griehl, der von Beginn an Geschäfte auf der Heringsdorfer Seebrücke gepachtet hat, sagt: „Ich bin schockiert. Mir und meiner Familie geht das sehr nahe. Friedrich Münzel war noch ein Kaufmann mit hanseatischen Tugenden, bei dem ein Handschlag etwas galt. Ich habe ihn sehr geschätzt“, sagte er am Abend.

Bernd Lipka, Geschäftsführer der Heringsdorfer Stahl- und Metallbau GmbH, die als ortsansässiges Unternehmen am Seebrückenbau und allen Erweiterungen beteiligt, war schwer mitgenommen. „Ich bin sehr traurig. Er war ein ehrlicher und guter Kaufmann. Mit ihm konnte man per Handschlag Geschäfte machen. Das gibt es heute selten.“

Erst Anfang September war über dem Stettiner Haff ein Kleinflugzeug abgestürzt, das kurz zuvor auf dem Flughafen Heringsdorf gestartet war. Drei Menschen starben. Im Oktober 2014 kam ein 58-jähriger Pilot von der Insel Usedom ums Leben.

Vater der Seebrücke

Der Hamburger Bauingenieur gilt als Vater der Heringsdorfer Seebrücke. Das Bankhaus Delbrück schickte ihn 1991 als Geschäftsführenden Gesellschafter seiner Immobilienabteilung nach Usedom, weil ihm in Heringsdorf die „Villa Delbrück“ gehörte. Münzels Idee war es, auf einem zum symbolischen Preis von einer Mark erworbenen Gemeindegrundstück die mit 508 Metern längste private Seebrücke Kontinentaleuropas für einen Baupreis von 30 Millionen Mark zu errichten. Sie wurde aus privaten Mitteln finanziert. Er selbst wurde geschäftsführender Gesellschafter der Seebrücke Heringsdorf GbR und hielt rund 20 Prozent der Anteile. Münzels Idee war auch die Bewirtschaftung als Mix aus Schiffsanlegestelle, Läden, Mieten, Gastronomie, Bar und Kino. 2010 wurden auf der Mittelplattform weitere Läden gebaut. Die Pläne zu einer Marina am Brückenkopf liegen derzeit auf Eis.

Hannes Ewert

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