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Usedom „Seeklause“ plant 120 zusätzliche Betten
Vorpommern Usedom „Seeklause“ plant 120 zusätzliche Betten
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00:00 21.10.2017
Wir wollen unseren Gästen immer was Neues bieten. Frank Römer, Hotel-Chef Seeklause Trassenheide
Trassenheide

Die „Seeklause“ soll deutlich erweitert werden. Unter anderem will Hotelchef Frank Römer die Zahl der Betten um 120 erhöhen. Am Donnerstagabend stellte er seine Visionen im Trassenheider Bauausschuss vor – und erntete Skepsis.

Hotelchef Frank Römer stellte am Donnerstag seine Zukunftspläne für die Urlaubsanlage vor / Gegenwird im Bauausschuss

„Wir müssen den Gästen immer wieder was Neues bieten, uns verbessern und neue Standards einführen, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, erklärte Römer. Er betonte, dass der Flächennutzungsplan für das vier Hektar große Gelände derzeit eine Obergrenze von 288 Betten aufweist, 284 würden laut Römer genutzt. „Wir versuchen das Maximum herauszuholen, was der Flächennutzungsplan hergibt“, sagte er. Für die Erweiterung müsste der Plan allerdings geändert werden.

Die zusätzlichen Betten sollen im hinteren Bereich der Anlage entstehen. Ausschussmitglied Michael Dumke rechnete dem Hotelier vor, dass die bisherigen 284 Betten „nur die halbe Wahrheit“ seien. Auf der Internetseite des Unternehmens sind Kapazitäten aufgezeigt, die weit über die 284 Betten hinaus gehen. „Es handelt sich um Aufbettungen. Teilweise schlafen in einer Unterkunft mehr als zwei Personen“, sagte er. Rein rechnerisch kommt Dumke dabei auf 570 Betten. Römer bezeichnete dies als Milchmädchenrechnung, denn bei den Aufbettungen handelt es sich in den meisten Fällen um Kinder.

„Manche möchten auch mit ihren Eltern im Bett schlafen“, sagte er.

Fortan entbrannte im Haus des Gastes eine wortreiche Diskussion über Bettenkapazitäten und Infrastruktur in der „Seeklause“, im Ort und generell auf Usedom. „Wir haben uns mal darauf geeinigt, keine weiteren Ferienwohnungen im Ort zuzulassen“, sagte Nordamts-Leiterin Kerstin Teske. „Und dann wird es schwierig, an dieser Stelle neue Betten zuzulassen. Auch die Parkplätze für die 50 Zimmer müssten erstmal gebaut werden“, betonte sie. Sie verwies auf die Entwicklungen in Karlshagen und Peenemünde, wo es ebenfalls Pläne für weitere Ferienunterkünfte gibt.

Frank Römer entgegnete, dass alle seine Gäste mit einem kostenlosen Ticket mit der Usedomer Bäderbahn fahren können. „Wir bieten auch einen Shuttle-Service zum Strand an, damit nicht so viele Urlauber mit ihren Autos auf den Straßen unterwegs sind. Auch Fahrräder gibt es im Verleih. Wir allein können die Verkehrsproblematik auf Usedom nicht lösen“, betonte er. Er würde sich freuen, wenn viele Orte oder Hotels ihren Urlaubern anbieten würden, mit der Kurkarte oder dem Hotelausweis kostenlos Bus und Bahn zu nutzen. „In Zinnowitz und Ückeritz gibt es auch einen Ortsverkehr“, sagte er.

Darauf Kerstin Teske: „Wenn diese Praxis alle machen, dann gibt es ein ganz anderes Problem: So viele Busse und Bahnen hat die Usedomer Bäderbahn gar nicht“, sagte sie.

Ab November beginnt die „Seeklause“ mit umfangreichen Sanierungsarbeiten in mehreren Gebäudetrakten. Weitere Vorhaben der „Seeklause“ wurden von den Politikern am Donnerstag ohne Diskussion zur Kenntnis genommen: Ein Indoor-Spielplatz, eine Kletterwand, ein kleines Kino, ein Außenschwimmbereich, abgetrennte Raucherbereiche im Restaurant, zwei neue Ruheräume im Wellnessbereich und vieles mehr will Römer in den nächsten Jahren bauen.

„Wichtig ist uns in erster Linie, dass die Mitarbeiter bessere Arbeitsbedingungen bekommen. Deshalb ist im Eingangsbereich der Anlage, die zur Hauptstraße zeigt, ein dreigeschossiges Mehrzweckgebäude geplant. Da sind Schulungsräume, Toiletten, abschließbare Müllstationen und mehrere Büroräume für die Geschäftsleitung untergebracht“, erklärte er. „Die bisherigen Räume platzen sprichwörtlich aus allen Nähten.“

Im nächsten Schritt wird Römer nun die entsprechenden Anträge stellen. In der Vergangenheit gab es bei anderen Zusatzbauten hin und wieder Querelen mit der Gemeindevertretung.

94 Angestellte, davon 34 Azubis

Zwischen 1975 und 1978 wurden Teile des jetzigen Hauses als Ferienanlage errichtet. Bis 1990 wurde sie betrieben.

Im Jahr 1993 begannen Marianne und Frank Römer ihre Arbeit in der Anlage als Objektleiterehepaar, sieben Jahre später als Eigentümer. Damals war es eines von 34 Ferienobjekten des Kraftwerks Lippendorf bei Leipzig. Seit 2003 wird die Seeklause ganzjährig betrieben, um die Mitarbeiter nicht über den Winter nach Hause zu schicken. Davor war die Anlage

nur in den Sommermonaten geöffnet. Beinahe jährlich kamen diverse Objekte und Anbauten hinzu. Wellnessbereich, Piratenpark, weitere Betten und vieles mehr.

Heute arbeiten 94 Angestellte in der Seeklause, darunter 34 Azubis.

Hannes Ewert

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