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Usedom Seenotretter befreien gekenterten Kanufahrer
Vorpommern Usedom Seenotretter befreien gekenterten Kanufahrer
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00:00 27.07.2018
Der an der Greifswalder Oie stationierte Seenotrettungskreuzer „Berthold Beitz“ fand den unterkühlten Mann. Quelle: Foto: Dgzrs
Karlshagen

Retter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben in der Nacht zu Donnerstag einen vermissten Kanufahrer aus Seenot befreit. Die Besatzung des Seenotrettungskreuzers „Berthold Beitz“, der an der Greifswalder Oie stationiert ist, brachte den unterkühlten Mann kurz nach Mitternacht in Peenemünde sicher an Land. Er wurde anschließend zur Kontrolle ins Wolgaster Krankenhaus gebracht.

Der Rettung des Urlaubers aus dem Landkreis Uckermark (Brandenburg) war eine großangelegte Suche in der Pommerschen Bucht vorausgegangen. Gegen 21.45 Uhr hatte die Frau des Wassersportlers ihren Mann bei der Polizei als vermisst gemeldet. Der Mann war knapp sechs Stunden vorher, gegen 16 Uhr, vom Strand am Karlshagener Parkplatz Kienheide aus mit seinem fünf Meter langen Kunststoff-Kanu losgepaddelt. Kurz vor 22 Uhr war er noch nicht von seinem Ausflug zur Oie zurückgekehrt. Die Rettungsleitstelle Greifswald alarmierte sofort die Seenotleitung Bremen der DGzRS. Vom Hafen Freest aus machte sich das Seenotrettungsboot „Heinz Orth“ auf den Weg, von der Oie aus der Seenotrettungskreuzer „Berthold Beitz“. Ein Rettungshubschrauber von Northern Helicopters unterstützte die Suche, ebenso der Polizeihubschrauber aus Rostock-Laage. Landseitig suchten Einsatzkräfte des Polizeireviers Heringsdorf.

Gegen Mitternacht entdeckten Seenotretter der „Berthold Beitz“ den laut um Hilfe schreienden Vermissten in einem eingegrenzten Suchgebiet etwa zwei Seemeilen (rund 3,7 Kilometer) östlich des Peenemünder Hakens. Sie hatten, um den verunglückten Urlauber zu finden, die Strömungsverhältnisse berechnet. Der 34-jährige Mann hielt sich bei ruhiger See und leichtem Ostwind am Bug seines aufrecht treibenden Kanus fest. Wie die Polizei mitteilte, war der Urlauber nach eigenen Angaben in das Schraubenwasser eines Schiffes geraten, das Kanu dadurch kaputtgegangen. Seitdem trieb er in der etwa 22 Grad warmen Ostsee.

„Dennoch hätte er ohne unsere Hilfe nicht mehr das rettende Ufer erreicht. Die Situation war lebensbedrohlich“, betont Vormann Jean Frenzel von der „Berthold Beitz“. Auch ein durchtrainierter Mann kühle durch das stundenlange Treiben im Wasser aus. „Der Mann hat großes Glück gehabt, dass er gefunden wurde, es war schließlich vollkommen dunkel. Eine Rettungsweste trug er nicht“, sagt Polizeisprecher Axel Falkenberg. Er verweist darauf, dass es bei Ausflügen auf dem Wasser immer zu Unwägbarkeiten kommen kann, es daher wichtig sei, Rettungswesten zu tragen. „Stundenlang im Wasser, da lassen irgendwann die Kräfte nach. Und Hilferufe auf offener See hört für gewöhnlich nachts niemand“, macht Falkenberg klar.

Cornelia Meerkatz

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