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Usedom Selina (14) aus Wolgast starb an giftigem Mix aus Medikamenten
Vorpommern Usedom Selina (14) aus Wolgast starb an giftigem Mix aus Medikamenten
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06:52 17.06.2016

Seit gestern ist es amtlich: Die 14-jährige Selina aus Wolgast starb an einem unheilvollen Medikamentenmix. Das ergab das toxikologische Gutachten der Greifswalder Gerichtsmedizin. Nach Aussage des Sprechers der Staatsanwaltschaft Stralsund, Martin Cloppenburg, hatte das Mädchen mindestens drei verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente beziehungsweise Betäubungsmittel eingenommen – darunter auch Fentanyl, ein starker Wirkstoff, der dem Körper durch ein sogenanntes Opioidpflaster zugeführt wird. „Es war eine sogenannte Mischintoxikation, die zum Tod der Schülerin geführt hat“, erläuterte Cloppenburg.

Schachtel mit Fentanylpflastern Quelle: cm

Die Achtklässlerin, die am Mittwoch im Kreise von Familie, Freunden und Mitschülern beigesetzt worden ist, war am 5. Juni morgens tot in ihrem Elternhaus gefunden worden. Dort war sie mit einem 20-Jährigen und einem 16-Jährigen zusammen. Die Staatsanwaltschaft Stralsund ermittelt gegen den 16-Jährigen wegen des leichtfertigen Verursachens des Todes durch Abgabe von Betäubungsmitteln. Der Jugendliche lässt sich anwaltlich vertreten. Die Ermittlungen werden sich nun auf das Umfeld der Schülerin konzentrieren, da sie von dort die Betäubungsmittel erhalten haben soll.

Der missbräuchliche Gebrauch der Schmerzpflaster hatte in MV für großes Aufsehen in den sozialen Netzwerken gesorgt. Normalerweise erhalten die verschreibungspflichtigen Spezialpflaster nur Patienten mit ganz starken Schmerzen. Das Opioid Fentanyl gilt als eines der stärksten Schmerzmittel in der Medizin. Apotheker müssen die Abgabe akkurat auf einer Betäubungsmittelliste zusammen mit einer Kopie des Rezeptes dokumentieren. Auf den Schwarzmarkt gelangen sie, wenn Angehörige nach dem Tod der Patienten Restpflaster anbieten oder vorher stehlen. Es gibt auch Ärzte, die mit der Verschreibung großzügig sind. Der Schwarzmarktpreis schwankt pro Pflaster je nach Stärke der Freisetzungsrate von Fentanyl zwischen 50 und 100 Euro.

Die Methoden, sich an Fentanyl zu berauschen, sind nicht mehr nur auf das Aufkleben beschränkt. So tritt beim Lutschen oder dem Unter-der-Zunge-tragen die Wirkung nach zwei bis zehn Minuten ein.

Opioidsüchtige kochen die Pflaster auch auf. Die extrahierte Lösung spritzen sie sich, weil die euphorische Wirkung schneller eintritt. Nebenwirkungen sind nach Angaben von Prof. Klaus Hahnenkamp, Direktor der Greifswalder Uniklinik für Anästhesie, Notfall-, Intensiv- und Schmerzmedizin, Übelkeit, Müdigkeit, Angstzustände, Erbrechen und vor allem das Ausbleiben der Atmung. Seiten 2 und 5

Fentanyl – eines der stärksten Schmerzmittel

120 Mal stärker als Morphin kann Fentanyl wirken, das in der Schmerzmedizin zum Einsatz kommt. Schon eine geringe Dosis kann dazu führen, dass die Atmung zum Erliegen kommt. Ohne ärztliche Aufsicht erstickt der Konsument.

Schmerzpflaster wirken äußerlich harmlos, sind aber hoch dosiert. Patienten tragen die Pflaster jeweils drei Tage lang, dann ist der Wirkstoff verbraucht.

Cornelia Meerkatz und Tilo Wallrodt

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