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Usedom Senioren in Swinemünde warten Jahre auf Platz im Pflegeheim
Vorpommern Usedom Senioren in Swinemünde warten Jahre auf Platz im Pflegeheim
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00:05 14.06.2017

hat ein demografisches Problem: Bis zum Jahr 2050 wird ein Drittel aller Einwohner der Stadt älter als 65 Jahre sein, so die Prognosen.

Allerdings gibt es kaum Pflegeeinrichtungen und auch kaum entsprechendes Fachpersonal. Dabei ist der Bedarf schon heute sehr groß: Auf einen Platz im Pflege- und Betreuungsheim in der Straße Zeromskiego muss man monatelang, wenn nicht jahrelang warten. Das liegt daran, dass diese Einrichtung nur 30 Senioren aufnehmen kann. Das Gebäude ist zudem alt und sanierungsbedürftig.

Aus diesem Grund wurde jetzt im Eilverfahren der Beschluss über den Bau einer neuen Einrichtung gefasst. Das neue Betreuungsheim soll bereits 2018 eröffnet werden. Es soll in der Straße ulica Bydgoska entstehen. Die Einrichtung soll alle modernen Standards erfüllen: räumlich abgetrennte Bereiche mit separaten Zugängen und lärmisolierten Wänden besitzen und viel natürliches Tageslicht bieten. Die Räume sollen darüber hinaus den Patienten Diskretion und eine häusliche Atmosphäre gewährleisten.

In dem neuen Objekt werden 50 Senioren einen Platz bekommen. Im diesjährigen Haushalt sind für diese Investition mehr als sieben Millionen Zloty eingeplant. Die Baukosten werden insgesamt auf rund zwölf bis dreizehn Millionen Zloty geschätzt. Das neue Heim soll eine Nutzfläche von 3200 Quadratmetern und eine Option auf Erweiterung haben.

„Entgegen vielen kritischen Meinungsäußerungen haben wir nicht vergessen, dass eine solche Einrichtung in unserer Stadt dringend erforderlich ist“, betont Janusz Zmurkiewicz, der Swinemünder Stadtpräsident. Die Senioren können darüber hinaus noch das Tageshilfszentrum DDP in der Straße ulica Pilsudskiego 11 nutzen. Es ist von Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Das DDP-Zentrum kann 30 Senioren betreuen. Die Leistungen dieses Hilfszentrums können Senioren, chronisch Kranke und Behinderte in Anspruch nehmen. Die Gebührenordnung für den Aufenthalt und die Inanspruchnahme der Leistungen wurde durch einen Beschluss des Stadtrates geregelt. Demnach werden die Kosten als Prozentsatz vom Einkommen berechnet. In der Regel liegen die Gebühren zwischen 30 und 100 Zloty monatlich. Diese Einrichtung fördert aktiven Lebensstil, bietet Bewegungs- und Rehabilitationstherapie und Gymnastik an und organisiert Unterhaltungsveranstaltungen und Exkursionen.

Ein weiteres akutes und wichtiges Problem für Swinemünde ist die Abwanderung junger Leute in größere polnische Ballungsräume oder gar ins Ausland. Im östlichen Ostseebad werden zwar händeringend Mitarbeiter benötigt, doch wird die Arbeit leider nicht gut genug vergütet oder ist ihre Art für ambitionierte Hochschulabsolventen nicht zufriedenstellend. Ferner fehlt es auch am günstigen kommunalen Wohnraum und die Mieten sind verhältnismäßig hoch.

„Ich bin Absolvent einer Hochschule und soll nun für 2000 Zloty an einer Hotelrezeption arbeiten? Allein die Miete kostet mich 1000 Zloty kalt im Monat und es kommen noch Nebenkosten und weitere Gebühren hinzu“, sagt Marcin, Absolvent der Fachrichtung Pädagogik. In Swinemünde könne er keine Familie gründen. Es gebe so gut wie keine freien Plätze in den öffentlichen Kindergärten und die privaten könne er sich eher nicht leisten. „In Stettin oder Poznan gibt es viel bessere Stellenangebote, weil dort mehr große Unternehmen ansässig sind“, sagt er.

Immer mehr junge Swinemünder arbeiten als Pendler in Deutschland. Die polnischen Mitarbeiter werden dort in Restaurants, Hotels und Geschäften beschäftigt. Die deutschen Arbeitgeber zahlen bessere Einstiegsgehälter und locken mit geldwerten Vorteilen.

Radek Jagielski

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