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Siedlungsfunde geben Rätsel auf

Wrangelsburg Siedlungsfunde geben Rätsel auf

Bei Wrangelsburg östlich von Wolgast graben Archäologen auf der künftigen Erdgastrasse Eugal

Wrangelsburg. Kellergruben, Vorratsmieten, zwei Gräber und reichlich Feuerstellen: Unweit von Wrangelsburg haben Archäologen Spuren menschlicher Siedlung vergangener Jahrtausende freigelegt. Seit September arbeitet sich hier ein Trupp des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege durch Erdschichten. Hintergrund ist die vom Energieunternehmen Gascade geplante Erdgastrasse Eugal (die OZ berichtete). Durch die 485 Kilometer lange Anschlussleitung der Ostsee-Pipeline soll russisches Erdgas von Lubmin bis zur deutsch-tschechischen Grenze strömen. Doch bis die Arbeiten an der Trasse beginnen, sichern, sichten und dokumentieren Fachleute archäologische Funde.

„Die Gegend hier war sehr gut aufgesiedelt. Möglicherweise hängt das mit dem nahegelegenen See zusammen“, sagt Grabungsleiter Norbert Kuhlmann. Fast im Meterabstand seien Feuerstellen aus der Zeit von etwa 900 bis 700 vor Christus entdeckt worden, die linear über den Acker verlaufen. Über die Gründe dieser Anordnung könne man nur spekulieren. Andere Funde auf dem 400 mal 30 Meter großen Grabungsfeld seien wesentlich älter. „Sie reichen bis in die ausgehende Steinzeit zurück, also etwa 2100 vor Christus“, so Kuhlmann. Es seien bislang kaum Häuser gefunden worden, nur Reste einzelner Pfosten und vereinzelt Keramik, Steinwerkzeuge, Messer oder beispielsweise ein Sichelfragment aus Feuerstein. Damit habe die Grabungsstätte bei Wrangelsburg zwar nichts Spektakuläres zu Tage gefördert. „Trotzdem ist das Areal für uns sehr interessant. Denn wir können aufgrund der Funde fast die gesamte Bronzezeit abbilden. Diese lange Nutzung einer Siedlung ist sehr bemerkenswert“, verdeutlicht Kuhlmann.

Petra Hase

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