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Usedom Sinkende Schülerzahlen bedrohen kleine Schulen auf dem Lande
Vorpommern Usedom Sinkende Schülerzahlen bedrohen kleine Schulen auf dem Lande
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07:26 25.05.2016

Ab 2019 sinkt die Zahl der Erstklässler im Landkreis. So sehen es die Bevölkerungsprognosen vor. Diese Entwicklung bedeutet große Unsicherheit für die sogenannten kleinen Grundschulen auf dem Lande. Mindestens 20 Erst- und Zweitklässler müssen in einer Schule angemeldet sein, damit diese vom Land eine Sondergenehmigung bekommt.

Zuzug in den Gemeinden könnte den kleinen Schulen helfen

„Drei Schüler mehr oder weniger sind in diesen Fällen schon entscheidend“, sagt Dietger Wille (CDU), Bildungsdezernent des Landkreises Vorpommern-Greiswald. Ab 2019 könnte es demnach sein, dass in einigen der neun kleinen Grundschulen die Mindestschülerzahl nicht mehr erreicht wird. „Ob diese Schulen in ihrer Existenz wirklich bedroht sind, lässt sich nicht voraussagen“, so Wille. Auch wenn die Zahlen der aktuell in den Gemeinden lebenden Kindern zurückgehen, könnte es in den kommenden Jahren Zuzug geben. „Das ist zum Beispiel in Görmin und Kröslin sehr gut denkbar“, sagt Enrico Stahlkopf, der die Schulentwicklungsplanung erarbeitet hat. „Die Gemeinden sind durch die Nähe zur Kreisstadt Greifswald attraktiv gelegen. Das Bauland ist günstig.“ Solche Wanderungsfaktoren ließen sich jedoch nicht vorhersagen, betont Stahlkopf.

Kleine Grundschulen auf dem Lande gibt es in Görmin, Kröslin, Lassan, Tutow, Leopoldshagen, Jatznick, Ahlbeck, Rothenklempenow und Krien. Die Grundschule in Krien soll übrigens erst zum kommenden Schuljahr in eine kleine Grundschule auf dem Lande umgewandelt werden. Die derzeit noch existierende kleine Schule in Schmatzin wird dann schon Geschichte sein. Sie schließt zum Ende des Schuljahres ihre Pforten. „Das ist das Ergebnis der vorangegangenen Schulentwicklungsplanung“, erklärt Stahlkopf.

Die jetzt vorliegende, ist die erste, die für den seit 2011 bestehenden Kreis Vorpommern-Greifswald erarbeitet wurde. Dietger Wille freut sich, dass in den kommenden zwei Jahren keine Schulschließungen im Kreis geplant sind. „Eine Schule ist entscheidend für die Entwicklung einer Gemeinde“, sagt Wille. „Wenn man um Zuzug werben will, ist eine Schule ein wichtiger Standortfaktor.“

Er wolle alles tun, damit Schulschließungen vermieden werden können. „Wenn eine Schule erstmal weg ist, bekommt man sie nicht wieder“, sagt Wille.

In der Kreisverwaltung werden bereits verschiedene Strategien im Kampf gegen möglicherweise drohende Schulschließungen besprochen. „Man könnte das Land auffordern, die Mindestschülerzahlen zu reduzieren oder gar ganz abzuschaffen“, sagt Enrico Stahlkopf. Er verweist auf Schweden und Finnland. Beide Flächenländer kommen gänzlich ohne Mindestschülerzahlen aus. Eine zweite Variante wäre es, Schulen als Zweigstellen eines Hauptschulstandortes zu führen.

Private und öffentliche Schule unter einem Dach in Lassan?

In Lassan werde beispielsweise darüber nachgedacht, eine öffentliche und eine private Schule unter einem Dach zu führen. „Bisher schicken viele Familien aus dieser Region ihre Kinder an die Waldorfschule nach Greifswald“, sagt Stahlkopf. Wenn eine Schule mit Waldorfkonzept in Lassan eingerichtet werden würde, könnte das den gesamten Schulstandort sichern. „Wir müssen jeden Fall einzeln betrachten“, sagt Stahlkopf.

Schülerzahlen in Greifswald steigen Doch die Schülerzahlen sind längst nicht in allen Regionen des Landkreises rückläufig. „In Greifswald haben wir sogar eine positive Entwicklung“, sagt Wille. Dort nehmen die Schülerzahlen in den kommenden Jahren sogar so stark zu, dass die Hansestadt über den Bau einer neuen Grundschule nachdenkt. Alternativen, die ebenfalls im Gespräch sind, ist der Anbau an eine bestehende Grundschule, die Auslagerung der Horte oder eine Containerlösung. „Welchen Weg die Hansestadt geht, muss sie selbst entscheiden“, sagt Wille. Der Kreis zeige lediglich den Rahmen der Entwicklung auf.

Nicht nur in Greifswald wachsen die Schülerzahlen stärker als im Landesdurchschnitt. Auch in Anklam und im Amt Peenestrom werden in den kommenden Jahren mehr Schüler eingeschult. Doch dort reichen die aktuellen Kapazitäten aus.

Katharina Degrassi

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