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Sogar der Regen war charmant

Wolgast Sogar der Regen war charmant

Über 5000 Gäste feierten auf der Schlossinsel ihre Lieblingsband / Revolverhelden finden Wolgast reizend

Wolgast. Sie haben es eben einfach drauf: Die Revolverhelden bedauerten zwar beim Open-Air auf der Schlossinsel glaubhaft, dass sie das Hamburger Schmuddelwetter mit an den Peenestrom gebracht hatten, doch das hinderte sie nicht daran, eine äußerst sympathische und warmherzige Produktion abzuliefern. „Sogar der Regen dazu war charmant, weil der Abend warm blieb und kein Wind blies“, bilanzierte Mitveranstalter Marcel Glöden vom Haus Neuer Medien. Und er wusste sich in diesem Urteil mit Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler und den allermeisten der mehr als 5000 Besucher des 4. Peenekonzertes einig. Wieder haben Glöden, Weigler und Guntram Steinke (Firma AEN) ein erstklassiges Live-Event auf die Beine gestellt, das das Publikum mit einer prächtigen Stimmung zu würdigen wusste. Da hatten ab kurz nach Acht auch die rund 350 freiwilligen Helfer, die das Brachland in eine festtaugliche Partyarena verwandelt hatten, für drei Stunden Konzert die schwierige Arbeit, die übrigens erst heute beendet wird, vergessen und feierten mit.

Was mit dem schon sehnsüchtig erwarteten Höhenfeuerwerk endete, hatte musikalisch Julian Le Play aus Österreich, seit vielen Wochen erfolgreicher Support der Revolverhelden, eingeleitet. Schon da spürte man die Herzlichkeit zwischen Band und Publikum, die sich später uneingeschränkt fortsetzen sollte. Neu arrangiert und mit klassischen Instrumenten und Nuancen ergänzt, bot der Haupt-Act dann unter anderem all jene Songs, die die Fans hören wollten. Pur und etwas reduziert, aber nicht weniger eindringlich erklangen unter anderem (ganz zum Schluss) „Ich lass für Dich das Licht an“ und „Lass uns geh’n“. Da kam Gänsehaut auf, nicht nur bei der ganz jungen Generation der Zuhörer. Auch viele ältere Konzertbesucher sangen mit, gerieten ins Träumen oder lagen sich einfach nur in den Armen.

In Zeiten der Unsicherheit bei großen Menschenansammlungen gab es (natürlich) auch verstärkte Kontrollen, was etwas Geduld beim Einlass erforderte. Der friedliche Ablauf des Konzertes rechtfertigte die Maßnahmen aber allemale. Vom Gefühl her muss es 2017 ein fünftes Peenekonzert geben. Das ist zwar noch weit hin, doch Glöden und Weigler machen sich so ihre Gedanken. Die finanziellen Risiken müssen kalkulierbar bleiben, und die Musik muss angesagt sein. Das sind die Hauptkriterien. Die Wolgaster sind jedenfalls schon gespannt aufs nächste Mal.

Steffen Adler

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