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Sorge um Ahlbecker Wahrzeichen

Ahlbeck Sorge um Ahlbecker Wahrzeichen

OZ-Strandtreff: Kurdirektor plaudert mit Gästen über die Seebrücke, den Hundestrand oder FKK

Ahlbeck. „Glückwunsch!“ sagt die ältere Dame. Thomas Heilmann bedankt sich und fragt, wofür. „Na heute, in der Zeitung, dieser Preis.“ Klar, jetzt weiß Heringsdorfs Kurdirektor, wovon die Dame spricht – die Kaiserbäder gehören jetzt zum erlauchten Kreis der Premium Destinationen (die OZ berichtete) in Deutschland. Und noch ein Lob gibt’s obendrauf: „Besonders schön finde ich den Sportstrand und den Bewegungspark auf der Promenade zwischen Heringsdorf und Ahlbeck“, sagt Johanna Wiebeck. Die Einheimische hat sich extra auf den Weg zum Strand gemacht, um hier den Kurdirektor zu treffen. Nach Bansin und Heringsdorf steht Heilmann nun in der Reihe OZ-Strandtreff zum Abschluss in Ahlbeck Rede und Antwort. Nach so viel Lob muss er sich nun kritischen Anmerkungen stellen.

Und die betreffen vor allem die Seebrücke und das Umfeld. „Der Bereich hier versandet immer mehr. Das sieht nicht mehr schön aus“, meint die Ahlbeckerin. „Früher wurden die Sandwehen regelmäßig weggeschoben“, fügt eine Dame hinzu. Während ein anderer Gast meint, dass man doch froh sei, hier noch Sandstrand zu haben. Die Natur zu bremsen sei nicht so einfach, sagt Heilmann. „Hier ist nun mal eine Anlandungsküste, gegen die wir nichts tun können.“

Wohl aber am Erscheinungsbild der Seebrücke, die laut Heilmann vielleicht schon bald wieder ein rotes Dach mit grünen Türmchen – wie früher – bekommen soll. Der entsprechende Antrag liege bereits bei der Denkmalschutzbehörde. Auch will der Eigenbetrieb in die Lüftung und die Toiletten der Seebrücke investieren. „Das ist unser Markenzeichen und gleichzusetzen mit dem Big Ben in London oder dem Eiffelturm in Paris“, betont Heilmann den hohen Stellenwert der historischen Seebrücke, die 1991 von Loriot bei seinem Film „Pappa ante Portas“ als Kulisse diente. Wenn Angela und Lothar Marten auf Usedom Urlaub machen, sind sie mindestens einmal auf der Seebrücke. „Das ist ein Muss“, sagt der Rentner aus Doberlug-Kirchhain, der sich über die Preisentwicklung in den vergangenen Jahren auf Usedom ärgert. „Ich vermisse vor allem bei den Angeboten am Strand den Wettbewerb. Früher habe ich für ein Bier 1,80 Euro gezahlt, heute sind es schon drei, beim Fischbrötchen sind es statt zwei nun schon 2,50 Euro. Überall kostet es das Gleiche. Das ist nicht okay“, so Lothar Marten. Auf die Preisgestaltung habe er keinen Einfluss, so Heilmann. „Ich finde es falsch, das über den Preis zu differenzieren, lieber über die Qualität. Weil 98 Prozent unserer Gäste wegen des Strandes und des Wassers kommen, haben wir versucht, die Angebote am Strand auszubauen“, so der Kurdirektor, der den Martens versprach, auch weiter mit den Gewerbetreibenden das Gespräch zu suchen.

Ein anderes Problem hat Gabriele Eurich. „Wie wäre es denn mal mit einer Fußdusche am Strand, damit man sandfrei in die Schuhe steigen kann?“, fragt die Bochumerin. Duschen am Strand wird es nicht geben, weil keine festen Leitungen in dem Bereich verlegt werden dürfen, so Heilmann. Stattdessen soll es 2017 kleine Besen geben. So richtig in Fahrt gekommen, ärgert sich die Angestellte über die „nervige Parkplatzsuche im Ort“ und das „usselige Kino“ – mit ihrem Kohlenpott-Jargon meint sie das verfallene Haus der Erholung in Ahlbeck. „Abreißen und dort Parkplätze bauen“, wünscht sich die Urlauberin. Heilmann berichtet ihr, dass es für den Standort bereits ein Konzept mit Museum, Kino und Parkflächen gibt.

Dass der Schandfleck verschwindet, das wünscht sich auch die gebürtige Anklamerin Silvia Günzler, die nun in Ahlbeck lebt. Und sich einen weiteren FKK-Strand zwischen Bansin und Ahlbeck ersehnt. Der Kurdirektor macht ihr aber wenig Hoffnung: „Es gab immer mal wieder Überlegungen, in den bebauten Gebieten einen FKK–Strand einzurichten. Allerdings wollen die Leute, die aufs Nacktbaden stehen, nicht unbedingt im Trubel sein. Glauben Sie mir, wenn wir zwischen den beiden vorhandenen FKK-Stränden am Bansiner Langenberg und nahe der polnischen Grenze einen weiteren in der Mitte einrichten, würde ich wohl viel Post bekommen.“ Ein weiteres Anliegen von Silvia Günzler, mehr Kontrollen an den Hundestränden durchzuführen, dass die Vierbeiner angeleint sind, da konnte ihr Thomas Heilmann Hoffnung machen, dies auch künftig zu veranlassen.

Henrik Nitzsche

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