Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Sozialer Wohnungsbau in den Kaiserbädern
Vorpommern Usedom Sozialer Wohnungsbau in den Kaiserbädern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:26 26.10.2018
In den Kaiserbädern sollen weitere Sozialwohnungen entstehen. Quelle: Dietmar Pühler
Heringsdorf

Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung will den sozialen Wohnungsbau künftig nicht nur in den „Hotspots“, also den großen Städte des Landes, fördern, sondern auch in Tourismusorten, in denen bezahlbarer Wohnraum Mangelware ist. Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) nannte in diesem Zusammenhang insbesondere auch das Ostseebad Heringsdorf. Häufig beklagen vor allem Arbeitnehmer in der Gastronomie und der Hotellerie, dass sie zwar einen Job, aber keine Wohnung am Arbeitsort finden.

Baukosten pro Quadratmeter bei 2500 Euro

Der soziale Wohnungsbau war deshalb auch ein wichtiges Thema beim Besuch von Bauamtsleiter Andreas Hartwig und dem Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Kaiserbäder, Mike Speck, am vergangenen Mittwoch im Schweriner Ministerium. Bau-Abteilungsleiter Lothar Säwert habe zwar deutlich gemacht, dass das Land Tourismusorte wie Zingst und Heringsdorf fördern wolle. „Aber er hatte auch kein Rezept, wie das kurzfristig umgesetzt werden kann“, sagt Mike Speck. Denn die Richtlinie für sozialen Wohnungsbau vom Februar vergangenen Jahres sehe vor, dass eine Förderung in Höhe von 650 Euro pro Quadratmeter für barrierearme Wohnungen bzw. 750 Euro pro Quadratmeter für barrierefreie Wohnungen nur möglich ist, wenn der Mietpreis nicht höher als 5,50 Euro liegt. „Das ist bei Baukosten von 2500 Euro pro Quadratmeter nicht zu realisieren“, macht Speck unmissverständlich klar.

Geschäftsführer bleibt skeptisch

Derzeit liegen die durchschnittlichen Mieten der Wohnungsgesellschaft bei 6,11 Euro. Sollte das Land also ernsthaft den sozialen Wohnungsbau in den Seebädern fördern wollen, müsse die Mietpreisbindung heraufgesetzt werden, so die Meinung des Geschäftsführers. Deshalb rechnet er nicht damit, dass es in den nächsten zwei, drei Jahren Unterstützung vom Infrastrukturministerium gibt. Es sei denn, Minister Pegel lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und die Richtlinie für den sozialen Wohnungsbau wird geändert. Für diesen Fall hat die Wohnungsgesellschaft Kaiserbäder eine Fläche in Bansin – es handelt sich um den Parkplatz in der Seestraße, Ecke Gartenweg - zur Verfügung, die bebaut werden könnte. Allerdings sind dem Geschäftsführer der kommunalen Wohnungsgesellschaft die Hände gebunden, denn „man kann die Förderung nicht im Vorfeld beantragen“. Erst wenn die komplette Planung mit detaillierten Kosten, Ausschreibung und die Baugenehmigung vorliege, könne der Förderantrag gestellt werden. Immerhin sei die Förderung mit anderen Fördertöpfen kombinierbar, etwa für Personenaufzüge.

Zu wenig Fördermittel abgerufen

Bezüglich der Gesamtsituation im sozialen Wohnungsbau übt Mike Speck Kritik an der Landesregierung. So hinke das Land entgegen dem Bundestrend beim Bau von Sozialwohnungen hinterher. Während 2017 in MV nur 198 Sozialwohnungen geschaffen wurden, seien es in Brandenburg 501 und in Hamburg über 3000 gewesen. Dabei handele es sich um Bundesmittel, die vom Land weitergegeben werden und bei Nichtverwendung verfielen. Damit blies der Heringsdorfer ins selbe Horn wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg (CDU), der wiederholt die Landesregierung dafür kritisierte, die Bundesmittel für sozialen Wohnungsbau nicht auszuschöpfen. So seien für 2017 nur etwa zwei Drittel der bereitstehenden 52 Millionen Euro abgerufen worden, obwohl der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum stetig zunehme.

Dietmar Pühler

Schulleiterin Marika Guddat blickt gemeinsam mit ihren Gästen auf die vergangenen Jahrzehnte zurück. Es wird an gute sowie schlechte Zeiten erinnert. Aktuell sucht die Schule Spender für Klarinetten.

26.10.2018
Usedom Mit 1,83 Promille im Dienst - Polizei stoppt Autofahrer mit 1,83 Promille

Mann war von einer Privatfirma im Auftrag des Landkreises unterwegs

26.10.2018
Usedom Verkehrsprojekt kommt voran - Planungen für Ortsumgehung liegen aus

18 dicke Aktenordner mit tausenden Seiten für das geplante Großprojekt können digital und ausgedruckt eingesehen werden. Die kompletten Unterlagen liegen vier Wochen lang öffentlich aus.

26.10.2018