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Usedom Spezialgutachter soll Kita untersuchen
Vorpommern Usedom Spezialgutachter soll Kita untersuchen
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19:55 19.04.2018
Gestern Vormittag waren Arbeiter damit beschäftigt, die Schäden zu beseitigen. Vor dem Regen sollte das Dach abgedichtet werden. Quelle: Foto: Wallrodt
Wolgast

Die Entscheidung ist gefallen: Die Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte „Anne Frank“ können voraussichtlich Mitte kommender Woche ihre Kita in der Pestalozzistraße wieder beziehen. Voraussetzung ist aber, dass ein am Montag eintreffender Spezialgutachter zur Freimessung von Schadstoffen den Verantwortlichen „Grünes Licht“ gibt. Gestern trafen sich Bürgermeister Stefan Weigler, mehrere Dachdecker, Gutachter, Vertreter des DRK und Experten der Versicherungen in der Kita, um über die Zukunft des Hauses zu beratschlagen.

Alle Kräfte – von den Reinigern bis zu den Dachdeckern – stehen in den Startlöchern und können mit der Arbeit beginnen. Das ist gut. Stefan Weigler Bürgermeister Stadt Wolgast

Brand am Dienstag

Am Dienstagnachmittag brach bei Schweißarbeiten auf dem Dach ein Brand aus. Der Schaden wird mit 100000 Euro von der Polizei angegeben. Verletzt wurde niemand. Es waren etwa 80 Feuerwehrleute aus der Region im Einsatz. Kinder und Erzieher brachten sich in Sicherheit.

Zunächst hieß es von Seiten des Deutschen Roten Kreuzes, dass die Hufeland-Sporthalle – die von der Kita seit Mittwoch provisorisch genutzt wird – ab Montag leergezogen werden kann und alle Kinder samt Erzieher wieder in ihr altes Haus dürfen. Wenig später kam indes die Ansage, dass alles zurückgenommen werde. „Wir wollen auf Nummer sicher gehen und die Kinder noch nicht in die Kita lassen.

Deswegen haben wir einen Spezialgutachter bestellt, der den Schaden unter die Lupe nimmt“, hieß es von Franziska Krause aus der Pressestelle des DRK.

„Wir sind froh, dass wir glimpflich davongekommen sind“, sagte sie. Rund 35 Kinder verschiedener Altersklassen nutzten pro Tag das Angebot, in der Hufeland-Halle unterzukommen. „Wir sind den Eltern dankbar, die ihr Kind nicht vorbeigebracht haben. Dass dies bei einigen Eltern aufgrund der Arbeit nicht klappt, ist verständlich“, sagt sie. Normalerweise sind bis zu 200 Kinder in der betroffenen Kita.

Der Wolgaster Bürgermeister Stefan Weigler verschaffte sich gestern Morgen ein Bild von der Lage im Gebäude. „Zwei Gruppenräume sind nach dem Brand nicht mehr nutzbar“, sagte er. Sowohl das Feuer als auch das viele Löschwasser sorgten dafür, dass die Räume nun gründlich saniert werden müssen. „Wichtig ist, dass die Versicherung den Schaden anerkannt hat. Alle Kräfte – von den Reinigungsfirmen bis zu den Dachdeckern – stehen sprichwörtlichen in den Startlöchern und können mit der Arbeit beginnen. Das ist eine sehr gute Nachricht“, betonte er. Am Montagvormittag trifft der Spezialgutachter in Wolgast ein. „Es kann ja sein, dass in einem Raum noch zu viele Rußpartikel sind. Ich möchte da noch nicht zu früh entwarnen. Augenscheinlich sieht es aber gut aus“, erläuterte er.

Die Kinder werden am Montag und Dienstag noch in der Hufeland-Halle untergebracht. „Wir haben uns auf einen größeren Ansturm eingestellt. Es sind zum Beispiel mehr Tische und Stühle da.“

Das DRK erfuhr nach dem Brand eine Welle der Hilfsbereitschaft. „Die Eltern haben uns zum Beispiel Spielsachen gebracht, und die Stadtwerke Greifswald wollten uns eine Hüpfburg zur Verfügung stellen“, sagt Krause. Gestern gab es noch eine weitere Überraschung des Montessori-Kinderhauses in Wolgast. „Sie haben unseren Kindern und Erziehern Eis zum Mittag gebracht“, erzählt Krause. Um ein bisschen Abwechslung zu bieten, hat der Sender „Ostseewelle“ die Kinder mit einer Märchenstunde überrascht. Grimms-Märchen „Rapunzel“ wurde von der Puppenbühne „Kleines Theater“ Sanitz aufgeführt.

Kinder und Erzieher waren begeistert. Bürgermeister Stefan Weigler bedankt sich beim Sender und allen Helfern.

Hannes Ewert

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