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Usedom Spielstraße wird zur 30er-Zone: Eltern sind erbost
Vorpommern Usedom Spielstraße wird zur 30er-Zone: Eltern sind erbost
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02:22 22.03.2017

„Von einem Tag auf den anderen war das Spielstraßenschild weg. Ich weiß nicht, was sich die Gemeinde dabei gedacht hat“, sagt Antje Faulenbach erbost. Die 35-jährige Mutter wohnt mit ihren drei Kindern im Heringsdorfer Dünenweg und ist jetzt um die Sicherheit ihrer Schützlinge besorgt. Denn seit zwei Wochen können Kraftfahrer nun wieder schneller durch den Dünenweg fahren – statt wie bisher in Schrittgeschwindigkeit (Spielstraße) gilt jetzt Tempo 30. „Das war eine verkehrsrechtliche Anordnung des Landkreises. Dagegen können wir nichts tun“, sagt Heringsdorfs Bauamtsleiter Andreas Hartwig. Mit dem Wegfall der Spielstraße ändert sich in dem Kreuzungsbereich Labahnstraße/Dünenweg auch die Vorfahrtsregelung – nun gilt wieder rechts vor links.

„Und die Autos rasen jetzt noch schneller durch unsere Straße“, meint Anwohner Andreas Köster. Der 51-Jährige sorgt sich um die Kinder in dem Wohngebiet – „mein Sohn ist vier Jahre und spielt oft draußen, dazu kommen meine Enkelkinder, die 2, 4 und 7 Jahre alt sind und uns oft besuchen.“ An der Straße gibt es einen eingezäunten Bolzplatz. „Die Kinder fahren hier auf der Straße gerne mit Roller, Skateboards oder Inline-Skates. Ich hätte mir schon eine Information von der Gemeinde gewünscht“, so Antje Faulenbach.

Warum die Verkehrsregelung verändert wurde, erklärt Kreissprecherin Anke Radlof so: „Für den derzeit als verkehrsberuhigten Bereich ausgewiesenen Abschnitt liegen weder die verkehrlichen noch die baulichen Voraussetzungen vor. Spielstraßen müssen durch ihre besondere Gestaltung den Eindruck vermitteln, dass die Aufenthaltsfunktion überwiegt und der Fahrzeugverkehr eine untergeordnete Bedeutung hat. Im Dünenweg ist das nicht gegeben. Die Straße unterscheidet sich nicht von den anderen Straßen in diesem Bereich. Es handelt sich um eine breite Fahrbahn. Der Gehweg ist mittels Hochbord von der Fahrbahnfläche abgesetzt. Unzulässige Geschwindigkeitsbegrenzungen vermitteln ein täuschendes Sicherheitsgefühl“, so die Kreis-Sprecherin.

Einen Unterschied zu anderen Straßen sieht Anwohner Ronny Heim durchaus: „Im Dünenweg wohnen sehr viele Kinder. Ich kenne allein 25, die unter 14 Jahre alt sind. Die sind hier hauptsächlich auch mit dem Fahrrad unterwegs“, so der Heringsdorfer, der die Entscheidung nicht nachvollziehen kann.

Ronny Heim und Antje Faulenbach vermuten hinter der Entscheidung aber einen anderen Grund: „Womöglich will die Gemeinde durch die Wohnblöcke die neue Straße führen, die in Richtung Aldi und Edeka gebaut werden soll“, spekuliert er. „Wenn wir eine Hauptstraße vor der Haustür bekommen, ist es vorbei mit der Wohnqualität“, fügt Antje Faulenbach hinzu.

Henrik Nitzsche

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