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Sport Usedom 412 Karate-Kämpfer bei EM in Ahlbeck
Vorpommern Usedom Sport Usedom 412 Karate-Kämpfer bei EM in Ahlbeck
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00:00 17.10.2017
Ahlbeck

Europäischer Sportgeist schwebte am Wochenende über der Insel Usedom. In der Ahlbecker Pommernhalle kamen 412 Athletinnen und Athleten aus 24 Nationen zusammen, um in der Vollkontakt-Karate-Sportart Kyokushin ihre Europameister zu küren. Gastgeber war die Karate Akademie im polnischen Swinemünde um ihren Cheftrainer Pawel Sujka, der zudem stellvertretender Stadtpräsident von Swinemünde ist.

Es dürfte weltweit ein Novum gewesen sein, dass eine Stadt als Ausrichter für ein internationales Championat ihre Wettkampfstätte im benachbarten Ausland anmietet. Was kurios anmutet, hat seinen Grund: Swinemünde ist eine Kyokushin-Karate-Hochburg, verfügt allerdings über keine ausreichend große Halle, um zeitgleich auf drei Matten Kämpfe austragen zu können. So kam es zu der Kooperation mit der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf, die den Swinemündern die Pommernhalle zwei Tage lang zur Verfügung stellte.

Vor der Halle standen Fahrzeuge mit norwegischen, estnischen, bulgarischen und polnischen Kennzeichen und in der Halle wurde vor allem Englisch und Polnisch gesprochen. Es war aber auch Holländisch, Spanisch und Japanisch zu hören, wenn sich die Teammitglieder der Delegationen miteinander unterhielten. Darüber hinaus waren die Wände der Pommernhalle mit riesigen Bannern behängt, die unter anderem den Begründer der Kampfkunst Kyokushin, Masutatsu Oyama, sowie die Flaggen der teilnehmenden Nationen zeigten.

Gemeinsam begrüßten Lars Petersen, der Bürgermeister der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf, und Stadtpräsident Janusz Zmurkiewicz die Sportler und Funktionäre der Kyokushin World Federation, der über 30 Nationen angehören. Obwohl es in der Ahlbecker Pommernhalle um die 31. Europameisterschaften ging, waren auch Länder anderer Kontinente vertreten: zum Beispiel die USA, Costa Rica, Libanon und Japan.

Besonders populär ist die Sportart in Polen, Russland, Spanien und den Niederlanden. Diese Länder waren mit den größten Teams vertreten, die auch den Löwenanteil der 37 Titel bei den Junioren und Senioren in den verschiedenen Gewichtsklassen bei Männern und Frauen einheimsten.

Deutschland hinkt international leider hinterher. Lediglich fünf Jugendliche und ein Erwachsener gehörten zum Nationalkader, der allerdings medaillenlos blieb. Dafür hat die Kampfsportart in Janusz Konieczko aus Hamburg einen erfahrenen Vertreter im Weltverband. Der gebürtige Pole lebt seit 20 Jahren in Deutschland und trainiert in der Hansestadt 60 Jugendliche. Zum Vergleich: In Swinemünde sind es rund 170 Kinder und Jugendliche.

Der Hamburger Trainer und KWF-Kampfrichter sagt zur Philosophie des Kyokushin-Karate: „Kyokushin ist kein Sport, sondern der Weg. Es geht um Disziplin und Respekt vor dem Gegner. Das harte Training ist Arbeit an Geist und Körper. Der Wettkampf ist eine Prüfung, wo jemand steht auf seinem Weg. Das Ergebnis ein Nebenaspekt.“

Auch wenn der Weg das Ziel ist, so waren die Sportler mit viel Ehrgeiz dabei. Es gab Tränen nach Niederlagen und es gab frenetische Anfeuerungen, wenn polnische Athleten auf der Tatami (Matte) standen. Obwohl es sich um einen Vollkontakt-Kampfsport handelt, blieben ernsthafte Verletzungen aus, auch wenn dem einen oder anderen nach einem Wirkungstreffer die Luft wegblieb oder er Prellungen davontrug. „Die klingen spätestens nach vier Tagen wieder ab“, beruhigt Janusz Konieczko.

Dietmar Pühler

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