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Sport Usedom „Der Rücken ist die größte Problemzone“
Vorpommern Usedom Sport Usedom „Der Rücken ist die größte Problemzone“
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00:00 23.03.2017
Horst Oesterheld hatte bereits mehrfach einen Hexenschuss. Seitdem er regelmäßig im Fitnessstudio seine Muskulatur stärkt, haben die Beschwerden nachgelassen. Studio-Inhaber Olaf Scharfenberg hilft dem 71-Jährigen bei den Übungen. Quelle: Fotos: Katharina Ahlers
Bansin

Horst Oesterheld aus Heringsdorf kniet auf einer Trainingsmatte. Mit den Armen stützt er sich auf dem Boden ab. Dann streckt er den linken Arm nach vorn und hebt das rechte Bein an. „Sehr gut“, lobt Olaf Scharfenberg, Inhaber des „Ostsee-Studio“ in Bansin. „So spannst du die gesamte Muskulatur an – besonders den Rückenstrecker im unteren Rückenbereich.“

Im Ostsee-Studio Bansin trainieren zunehmend Menschen mit Kreuzschmerzen / Muskelaufbau hilft gegen Verspannungen

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Internet: www.sportclub-wolgast.de

Zwei- bis dreimal wöchentlich trainiert der 71-jährige Oesterheld im Fitnessstudio. 2010 meldete er sich mit dem Ziel an, fitter zu werden. Doch die knapp sieben Jahre haben ihm viel mehr gegeben – einen gesünderen Rücken. „Ich hatte mehrfach einen Hexenschuss sowie Schmerzen im gesamten Rücken“, erzählt er. „Nun schmerzt es nur noch ab und zu im Nacken.“

So wie Oesterheld geht es vielen Kunden im Studio. „Den wenigsten ist bewusst, dass man mit Krafttraining Rückenschmerzen bekämpfen kann“, sagt Scharfenberg. „Wer Beschwerden hat, lässt sich meist Physiotherapie verschreiben. Das ist sinnvoll, denn eine Massage kann helfen.“ Anschließend sei, so der Experte, ein weiterführendes muskuläres Training wichtig. „Sonst kommen die Beschwerden im Alltag schnell zurück“, sagt der 58-Jährige. „Der Rücken ist die größte Problemzone.“

Besonders Frauen hätten Probleme mit der Halswirbelsäule, bei Männern bereite hingegen eher die Lendenwirbelsäule Schwierigkeiten. „Wer beruflich mit schwerer körperlicher Arbeit zu tun hat, hat oft Probleme im unteren Rückenbereich. Langes Sitzen am Schreibtisch – meist mit schlechter Körperhaltung – sorgt für Nackenschmerzen und Verspannungen“, sagt der Trainer. „Höhere berufliche Anforderungen sowie psychischer Leistungsdruck verstärken die Beschwerden. Sport wirkt da wie eine Therapie.“

Zum Programm gehöre auch ein Bauchmuskeltraining. „Die Wirbelsäule wird hinten von der Rücken- und vorn von der Bauchmuskulatur gestützt“, erklärt Scharfenberg. „Daher müssen die Muskeln auf beiden Seiten behandelt werden.“

Für Oesterheld stehen als nächstes Sit-Ups an. Er legt sich auf den Rücken, winkelt die Beine an und richtet seinen Oberkörper auf. „Wichtig ist, dass der Rücken komplett auf dem Boden aufliegt. Das erfordert bereits viel Körperspannung“, sagt der Trainer. „Besonders Frauen haben ein starkes Hohlkreuz. Wenn sie liegen, kann man oft noch eine Hand unter den Rücken legen.“ Zudem sei wichtig, den Kopf gerade und still zu halten. „Ich begleite das Training, bis der Kunde es einwandfrei verinnerlicht hat und weiß, wie die Übungen richtig durchgeführt werden“, versichert Scharfenberg.

Neben den Krankengymnastik- Übungen auf der Matte absolvieren die Rückenpatienten auch ein Programm auf den Geräten, unter anderem am „Latzug“. Die 23-Jährige Laura Pahlke aus Katschow streckt ihre Arme aus, fasst an die Griffe des Sportgeräts und zieht sie zum Brustbein. „Durch das Zusammenführen der Schulterblätter wird die hintere Schultermuskulatur beansprucht. Außerdem ist diese Übung gut für Bizeps und Latissimus“, sagt Scharfenberg. „Zu viel Gewicht sollte man nicht nehmen – wenn es zu schwer wird, dann arbeiten vielmehr die Arme als der Rücken.“ Neben den Zugübungen werden solche durchgeführt, bei denen Gewicht gedrückt wird. „So werden auch Trizeps und die vordere Rückenmuskulatur bearbeitet“, sagt er.

Laura Pahlke ist zufrieden mit der Betreuung im Studio. „Die Aufgaben helfen mir“, sagt die Köchin. „Ich muss bei mir im Job oft schwer tragen und hatte Schmerzen im Nacken. Vor zwei Jahren war ich das erste Mal hier und seitdem fühle ich mich besser.“ Auch Horst Oesterheld kennt die körperliche Anstrengung aus seinem Berufsleben. „Wenn eine Lieferung kam und es schnell gehen musste, hat man sich schon mal gebückt und aus der gekrümmten Haltung schwere Kisten hochgehoben“, erzählt der ehemalige Küchenchef. Ein Verhalten, das laut Scharfenberg typisch, aber gefährlich ist. „Hier lernen die Sportler alternative und rückenschonende Bewegungen.“ Anstatt sich nach Gegenständen zu bücken, sei es ratsam, in die Hocke zu gehen. „Brust und Po raus“, erklärt der 58-Jährige. „So bleibt der Rücken gerade.“

Für den langfristigen Erfolg empfiehlt der Profi, zweimal wöchentlich ins Studio zu kommen und die Übungen daheim zu wiederholen.

Katharina Ahlers

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