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Sport Usedom HSV gewinnt in Cottbus mit 29:25
Vorpommern Usedom Sport Usedom HSV gewinnt in Cottbus mit 29:25
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00:01 23.10.2017

Schon nach sechs Minuten zog das Schiedsrichtergespann Baumann/Kehl (Berlin) im Spiel der vierten Handball-Liga (Oberliga Ostsee-Spree) zwischen dem LHC Cottbus und dem HSV Insel Usedom die Rote Karte. Bekommen hat sie der Usedomer Christoph Dübener für ein grobes Foul am Cottbuser Kapitän Marcus Meier. Die erste Diagnose für den Lausitzer: Kopf der Elle und Pfanne am Arm gebrochen.

Auch wenn die Usedomer das Spiel mit 29:25 und einer sehr guten Leistung gewonnen haben, wird der Erfolg durch Meiers schwere Verletzung getrübt. Zum einen waren die Cottbuser geschockt, zum anderen belastete die Aktion die Freundschaft der Spieler untereinander.

Beim LHC Cottbus spielen ehemalige HSV-Akteure: Torwart Florian Berndt, Marcus Fischer und Glenn Nietzel. Jeder von ihnen hegt persönliche Freundschaften zu den HSV-Spielern. „Ich habe mich sehr auf dieses Match und die Jungs aus Ahlbeck gefreut“, sagt Nietzel, der selbst wegen eines Bänderrisses nicht spielen konnte. „Was Dübi (Dübener/d.R.) da gemacht hat, war völlig düsig, völlig unnötig. Es war nicht nur ein Geschubse, er hat unseren Kapitän richtig weggestoßen und dafür berechtigt Rot gesehen.“

Natürlich hätte Nietzel, der von 2009 bis 2014 für den HSV aktiv war, gern selbst gespielt, doch auch mit ihm wäre wohl die Cottbuser Niederlage nicht abzuwenden gewesen, glaubt der 25-Jährige. „Das Foul und das Fehlen von Meier haben uns in unserer Spielweise stark beeinträchtigt“, sagt Nietzel. „Aber Lech Krynski im Tor der Usedomer hat uns zudem den einen oder anderen Zahn gezogen.“ Auch HSV-Trainer Nico Heidenrich bedauert die Aktion in der 6. Spielminute. „Es war eine sehr unglückliche Situation. Rot geht dabei in Ordnung.“

Dennoch überwiegt die Freude darüber, dass sein Team zwei Punkte mit nach Hause genommen hat. „Wir haben uns für die taktische Disziplin während der gesamten Partie belohnt“, sagt Heidenreich. Er sieht eine Bestätigung der Leistungen, die schon im Spiel gegen Stralsund gezeigt wurden. Der Trainer fordert aber auch: „Jetzt müssen wir eine Serie starten.“

So wie die Cottbuser durch das Fehlen ihres Kapitäns in ihrer Spielweise beeinflusst wurden, so mussten sich aber auch die Usedomer durch das Fehlen von Dübener umstellen. „Das ist der Mannschaft gut gelungen“, sagt Heidenreich. Die Usedomer haben Cottbus in der ersten Hälfte nie richtig ins Spiel kommen lassen. Vor allem über die zweite Welle wurden Treffer erzielt. Ab der zehnten Minute waren die Insulaner kaum zu bremsen. Nach dem LHC-Anschlusstreffer zum 6:7 drehten die Gäste auf und bauten den Vorsprung bis zur Pause auf 17:11 aus.

Nach dem Seitenwechsel gab es allerdings einen spielerischen Knacks bei den HSV-ern. Die Cottbuser hatten sich offensichtlich geeinigt, nicht sang- und klanglos untergehen zu wollen. „Wir wollten es noch einmal wissen“, sagt Nietzel. Bis zur 43. Minute hatten sie sich Stück für Stück herangearbeitet und zum 20:20 ausgeglichen.

„Bei uns lief zunächst gar nichts mehr“, sagt Heidenreich, denn auch die HSV-Mannschaft war jetzt ein wenig gehandicapt. „Eine klare Tätlichkeit gegen Gordon Wicht war übersehen worden, beeinträchtigte uns aber in unserer Spielweise“, erklärt der HSV-Coach. Dennoch verfielen die Usedomer nicht in Hektik. „Natürlich mussten wir aufpassen, als Cottbus immer näher kam. Ich hatte aber nie Angst, dass für uns etwas in die Hose geht“, sagt Heidenreich. Der Vorteil der Usedomer war, dass fast jeder Spieler an den Toren beteiligt war, während sich das Spiel der Cottbuser zu sehr auf Nick Widera (10 Tore) konzentrierte und damit ausrechenbar war. Denn nach dem Ausgleich zogen die Usedomer sofort wieder an und schufen damit das Polster von vier Toren, das sie bis zum Ende der Partie verteidigt haben.

LHC: Berndt, Mudrick – Schmitz 2, R. Takev 5, Meier 2, Fischer, Widera 10, Reimann, F.-M. Takev 1, Mulemba, A. Takev 3/1, Lößner 2.

HSV: Krynski, Fornal – Kellermann, Loof, Deutsch 6, B. Teetzen 4, Leow 3/2, Wicht 5/1, Machel 4, Zajac 1, Statkiewicz 4, Dübener, Neidel 2.

Strafwürfe: LHC 2/1, HSV 4/3.

Strafminuten: LHC 10, HSV 12.

Rote Karte: Dübener (HSV/6.).

Spielfilm: 0:1 (2.), 2:2 (4.), 4:4 (7.), 6:10 (13.), 10:13 (23.), 10:17 (28.), 11:17 – 12:17 (31.), 15:18 (36.), 16:20 (37.), 20:20 (44.), 20:22 (46.), 20:25 (48.), 22:26 (52.), 24:28 (56.), 25:29 (60.).

Ralf Edelstein

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