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„Ich brauche Wasser unter den Füßen“

Bansin „Ich brauche Wasser unter den Füßen“

Erfolgreichste Kanutin der Welt zu Gast in Bansin / Birgit Fischer paddelt auf dem Schloonsee

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Birgit Fischer in ihrem Element auf dem Schloonsee in Bansin. Sie betreibt eine Paddelschule.

Quelle: Foto: Dietmar Pühler

Bansin. Während rings um sie herum in Bansin das Seebad-Jubiläum gefeiert wurde, zog es die frühere Weltklasse-Kanutin Birgit Fischer auf den Schloonsee. „Ich brauche immer Wasser unter den Füßen“, sagt die achtfache Kajak-Olympiasiegerin, die am heimatlichen Beetzsee in Brandenburg die Paddelschule kanuFisch betreibt.

Auf dem Bansiner Schloonsee brachte die bodenständige Athletin Bürgermeister Lars Petersen und Andre Domke die ersten Paddelschläge im Tourenkajak bei. Beide machten ihre Sache für Anfänger richtig gut, so das Urteil der erfolgreichsten deutschen Olympionikin, die sich neben acht Gold- auch vier Silbermedaillen bei sechs Olympischen Spielen erkämpfen konnte.

Mit einem Bekannten ist Birgit Fischer derzeit auf Usedom, um zu sehen, ob ein Seebrücken-Hopping zwischen Koserow und Ahlbeck für eine Seekajaktour infrage kommt. Denn außer auf dem Beetzsee bietet die Diplom-Sportlehrerin sowie Sport- und Tourismusmanagerin auch anderenorts Touren an, wie beispielsweise die Umrundung von Bornholm oder ein Inselhopping um die Åland-Inseln zwischen Schweden und Finnland.

„Ich bin viel auf Seen unterwegs, mache aber auch Seekajaktrainings in Rosenhagen in der Lübecker Bucht“, erklärt Birgit Fischer. Vom Leistungssport hat sie im Alter von 42 Jahren Abschied genommen.

Das war 2004 und damals holte sie noch einmal Gold und Silber in Athen. Danach hat sie mit ihrer Nichte Fanny Fischer ihr letztes Rennen bestritten, die in die Fußstapfen der Tante, aber auch ihres Vaters Frank, der vierfacher Weltmeister war, trat.

Birgit Fischer ist sehr naturverbunden, und sie engagiert sich für die „Grüne Liga – Netzwerk ökologischer Bewegungen“. „Intakte Gewässer, mein Sportplatz als Paddlerin, gesäumt von Wäldern, Feldern und bunten Blumenwiesen – sind ein Traum“, bekennt die freiheitsliebende Frau, die sich nicht gern Konventionen unterordnet. So hat sie den Job als Kajak-Bundestrainerin nach zwei Jahren hingeschmissen. „Ich konnte nicht kreativ sein, musste die Pläne abarbeiten. Das war nicht mein Ding“, erkannte die Kanutin, die ihre zweite Karrierehälfte sehr erfolgreich ohne Trainer absolvierte.

Vielmehr genießt sie seit Gründung ihrer Paddelschule (2004) das Coachen von Hobbysportlern. „Ich kann mit Anfängern gut arbeiten“, erklärt sie. Aber es kommen auch ambitionierte Nachwuchsathleten von der Sportschule, die von ihr die richtige Technik lernen wollen. Die wurde Birgit Fischer quasi in die Wiege gelegt, denn sowohl der Vater als auch die Großeltern sind schon gepaddelt. „Mit Sechs habe ich im eigenen Kajak angefangen“, erinnert sie sich zurück und sie weiß, wie wichtig es ist, in den ersten sechs Lebensjahren die Koordinationsfähigkeit zu entwickeln. Birgit Fischer hat sehr davon für ihre aktive Laufbahn profitiert. „Mein Wassergefühl kommt aus der Kindheit“. Gepaart mit Disziplin und einer beispiellosen Technik, wurde sie zur erfolgreichsten Kanutin der Welt. Heute ist sie viel unterwegs, wie jetzt auf Usedom, und immer bestrebt, neue Ideen zu entwickeln. „Mir darf nicht langweilig werden“, gesteht Birgit Fischer. Doch alles muss mit dem Paddeln zu tun haben, schließlich braucht sie immer Wasser unter den Füßen.

Zur Person

Birgit Fischer ist mit acht Gold- und vier Silbermedaillen die erfolgreichste deutsche Olympionikin und die zweiterfolgreichste Olympionikin überhaupt. Ihr erstes olympisches Gold gewann sie 1980 in Moskau im Team der DDR im Einer-Kajak über 500 Meter, ihr letztes 2004 in Athen im Vierer-Kajak ebenfalls über 500 Meter. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney war sie die Fahnenträgerin des deutschen Teams.

Heute lebt sie in Brandenburg.

Dietmar Pühler

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