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Ja, wo laufen sie denn?

Trassenheide/Peenemünde Ja, wo laufen sie denn?

Deutschlands Nachwuchselite im Orientierungslauf trainiert auf Usedom. Mit GPS geht es durch den Trassenheider Forst.

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Beim Aufwärmen laufen sie noch gemeinsam durch den Wald. Im Wettkampf muss jeder seinen Weg finden. Fotos (3): Henrik Nitzsche

Trassenheide. Belgien oder Portugal — nein es wurde Usedom. Speziell der Trassenheider Wald, der „mit seiner Höhenlage und den vielen Wegen ideal für unser Trainingslager ist“, sagt Thomas Rewig. Der 32-Jährige ist Jugendnationaltrainer und hat die besten Nachwuchs-Orientierungsläufer auf die Insel gebracht. Die 14- bis 18-Jährigen brauchen für ihren Sport Kondition und Orientierungssinn. Wer den optimalen Weg in kürzester Zeit findet und dabei alle vorgegebenen Punkte anläuft, der gewinnt!

Gewonnen hat schon mal die Insel, die für Rewig das perfekte Revier für Orientierungsläufer ist. „Und die Strecke bei der bevorstehenden Europameisterschaft in Rumänien ideal kopiert.“ Bis zu den Titelkämpfen im Juni stehen noch mehrere Trainingslager an — auf Usedom geht es vorrangig um die Technik. Beim Laufen durch den Wald geht es durchs Gestrüpp und über Anhöhen. Zeit zum Orientieren bleibt da kaum. Deshalb starten die Läufer mit einem Kompass und einer Karte in der Hand.

„Beim Start wissen wir nicht, was auf uns zu kommt. Da bekommen wir erst die Karte“, sagt Veit Slodowski. Der 16-Jährige stammt aus Jena und ist seit vier Jahren Orientierungsläufer. Gelaufen ist er schon immer gern. „Ich suchte aber nach einer neuen Herausforderung.“ Die hat er nun mit Kompass und Karte und „dem guten Gefühl, durch den Wald zu laufen“, beschreibt er seinen inneren Motor. Bevor er seinen Laufmotor „anschmeißt“, drückt er seinen Chip auf der Hand auf das kleine Startgerät. „Das ist unser Stempel“, erklärt Nina Döllgast. Die 21-Jährige ist Co-Trainerin bei der Nationalmannschaft. Sie überwacht die elektronischen Stempeleinheiten. Nach dem Start sind im Wald sechs Punkte markiert. Die müssen in einer vorgegebenen Reihenfolge abgelaufen werden. „Alle Starter haben auch GPS-Uhren. So können wir den Wettkampf am Computer auswerten. Wir bekommen Daten von Puls, Geschwindigkeit und Kompassabweichungen“, sagt die Dresdnerin.

„Bislang blieb niemand im Wald“, sagt Rewig scherzhaft. Seine Schützlinge kommen schließlich Kompass-geschult von den Landesverbänden. Besonders Sachsen, Bayern, Berlin, Niedersachsen und Thüringen seien Hochburgen der Orientierungsläufer. Deutschlandweit soll es laut seiner Schätzung etwa 2000 bis 3000 geben. „Wir sind ein Spartensport, der beim Deutschen Turner-Bund angesiedelt ist“, sagt der Nationaltrainer.

Angesiedelt auf Usedom sind die jungen Athleten im Peenemünder Schullandheim. „Das Wetter passt, die Unterkunft auch. Wir sind zufrieden“, lobt Rewig die Bedingungen. Und bezieht das auch auf das Kartenmaterial, das er von einem Neubrandenburger Laufverein bekommen hat, die bereits im Trassenheider Forst unterwegs waren. So konnte er die fünf Kilometer langen Trainingsstrecken am großen Parkplatz in der Strandstraße auf der Karte einzeichnen.

Pro Tag gab es zwei Trainingseinheiten. „Wir sind auch viel im Wolgaster Peenestadion gelaufen“, so der Trainer. Für die Aktiven sicherlich unspannend — denn die Stadionrunden kann man auch ohne Kompass bewältigen.

Sprint am beliebtesten
Die Sportart Orientierungslauf ist seit 1975 beim Deutschen Turner-Bund (DTB) als eigenständiges Fachgebiet organisiert. Über den DTB ist der Orientierungslauf beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) vertreten.


Der klassische Orientierungslauf ist der Einzellauf im Wald, der in den verschiedenen Altersklassen zwischen 30 und 90 Minuten dauert. Orientierungsläufe werden auch in der Staffel und Mannschaft ausgetragen. Mögliche Streckenlängen beim Einzellauf sind die Ultralangdistanz, Langdistanz, Mitteldistanz und Sprintdistanz. Der Sprint ist die zuschauerfreundlichste Variante, da hier meist in Städten und Parks gestartet wird.

 



Henrik Nitzsche

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