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Schön wär’s – Fußballboss träumt von Toni-Kroos-Arena

Greifswald Schön wär’s – Fußballboss träumt von Toni-Kroos-Arena

Müllerstadion ist sanierungsbedürftig / Michael Lüdeke, Vorsitzender des Greifswalder FC, hofft auf familiäre Hilfe / Transfergeld aus Madrid ist aufgebraucht

Greifswald. Ob die Mutter oder die Oma des Weltklasse-Fußballers Toni Kroos diesen Text wohl lesen? Ob sie danach ihrem Toni wohl mitteilen, dass er sich in seiner alten Heimat mehr oder weniger verewigen könnte? Michael Lüdeke, Vorsitzender des Greifswalder FC, dem größten Fußballclub der Stadt, wäre das recht. Er denkt dabei an die Sanierung des heruntergekommenen Philipp-Müller-Stadions und ein finanzielles Engagement des Mittelfeld-Stars aus der Nationalmannschaft. „Da hätten wir dann noch Namensrechte zu vergeben“, sagt Lüdeke – zwar etwas scherzhaft, aber sollte sich Kroos, der in Greifswald das Fußballspielen gelernt hat und nun bei Real Madrid unter Vertrag steht, tatsächlich melden, umso besser.

Dann könnte sich der GFC-Boss auch endlich einmal bei Kroos bedanken. Denn sein Transfer von Bayern München zu den „Königlichen“ aus Spaniens Hauptstadt für rund 30 Millionen Euro Ablöse im Jahr 2014 spülte dank einer Fifa-Regelung (siehe Infokasten) ordentlich Geld in die Kasse des Greifswalder Klubs – insgesamt mehr als 60 000 Euro. Da Real erstmal nicht zahlte, schickten die Greifswalder eine Mahnung nach Madrid – eine Kuriosität, die bundesweit für Aufmerksamkeit sorgte.

Mittlerweile haben die Spanier aber alles gezahlt – in Raten. Und die Greifswalder haben auch schon alles ausgegeben. Das meiste Geld ging laut Lüdeke für Trainingsmaterial, Bälle, Tafeln und vor allem für Trikots drauf. 26 Teams wurden neu eingekleidet. „Ein Satz für die Kleinen kostet 1500 bis 2000 Euro, für die Großen 5000 Euro“, sagt Lüdeke. Natürlich habe man für solch eine Großbestellung vom Ausstatter Rabatt bekommen, aber kurze und lange Hose, T-Shirt, Stutzen, Jacke, Regenjacke und Tasche für jeden Spieler hätten eben auch ihren Preis. Die Trikots habe man auf jeden Fall anschaffen müssen, da der GFC aus einer Fusion der beiden Vereine Greifswalder SV und FC Pommern Greifswald hervorging. Zum Beginn der letzten Saison stieg der GFC in den Spielbetrieb ein. Geld ging auch in den Aufbau der ersten Männermannschaft. „Ja!“, sagt Lüdeke sehr entschieden auf die Frage, ob das Team auch ohne das Transfer-Geld in dieser Form existiert hätte. „Man kann zwar nicht sagen, dass wir im Geld schwimmen, pleite sind wir aber auch nicht“, meint der Vorsitzende.

Geld für die Sanierung des Philipp-Müller-Stadions blieb jedenfalls keins. 500 000 Euro würden die Arbeiten kosten. Über ein Landesförderprogramm könnten 90 Prozent eingeworben werden. Den Antrag müsste die Stadt stellen. Ein erster Anlauf scheiterte. Die 50000 Euro Eigenanteil könnte der Verein wohl dadurch aufbringen, dass er sich von einem Nebengebäudes an der Turnhalle in der Feldstraße und der dortigen Tartanfläche trennt. Lüdeke: „Dann hätten wir mehr als nötig.“

Soll ein zweiter Anlauf genommen werden? „Wir warten die Sitzung am 19. Oktober ab“, meint der Vereinsboss. Dann werde ein neuer Vorstand gewählt. Stellvertreter Heiko Jaap, der auf jeden Fall wieder kandidieren will, sagt, dass auch die sportlichen Ziele Priorität haben: „Wir wollen nach wie vor in die Oberliga. Wir haben hier Strukturen geschaffen, die zu groß sind, um für immer in der Verbandsliga zu bleiben.“

Kai Lachmann

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