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Wolgaster Endurofahrer auf dem Podest

Zschopau/Wolgast Wolgaster Endurofahrer auf dem Podest

Gerrit Helbig ist bei DM-Läufen Dritter und Fünfter / In der Gesamtwertung ist Bronze noch drin

Zschopau/Wolgast. Je länger die Saison im Endurosport dauert, desto besser kommt der Wolgaster Geländesportler Gerrit Helbig in Fahrt. Nur eine Woche nach dem er im slowakischen Gelnica in seiner angestammten Klasse E 3 (Motorräder über 290 ccm/Zweitakt und über 475 ccm/Viertakt) mit dem dritten Rang seinen ersten Podestplatz bei einer Europameisterschaft überhaupt einfuhr, legte er nun im nationalen Titelkampf bei „Rund um Zschopau“ nach.

„Ich bin überglücklich über den dritten Rang am zweiten Tag, und das ausgerechnet in Zschopau. Es ist ja schließlich mein Heimspiel, da ich seit Jahren für das dortige KTM-Team von Harald Sturm fahre“, freute sich der Wolgaster, der zugleich unfreiwillig für einen großen Lacher im Team sorgte. Der 30-Jährige hatte nämlich versprochen, im Falle eines Podestplatzes den Pokal mit einem ordentlichen Schluck Sekt zu füllen. Doch statt des erhofften Kelches gab es eine Trophäenplakette. „Da muss ich mir noch etwas einfallen lassen“, meinte Helbig und grinste.

War der fünfte Platz in der nationalen Wertung am ersten Fahrtag des Enduro-Klassikers „Rund um Zschopau“, bei dem nach 2004 erneut das Finale der Weltmeisterschaft (Helbig ist hier nicht in der Wertung) ausgetragen wurde, im Bereich des „Normalen“, so überraschte Helbig die Konkurrenz mit einem Bronzerang am zweiten Tag.

In der Nacht zur zweiten Veranstaltungsrunde hatte es im Erzgebirge stark geregnet. Der Boden war teilweise in eine Schlammwüste verwandelt. „Während andere Fahrer immer nervöser wurden, hat mir der Regen eher ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert. Denn es sind genau diese Bedingungen, die mir liegen. Je härter, desto besser“, sagt Helbig.

In den Zschopauer Freudenkelch mischte sich aber auch ein kleiner Wermutstropfen. Der gebürtige Jenenser machte während der beiden Tage insgesamt nur einen einzigen Fehler, aber der hatte am ersten Tag Folgen. „Ich bin am Steilhang im Extremtest, der in einem Steinbruch ausgetragen wurde, dummerweise mehrfach hängengeblieben und musste dann die Umleitung wählen. Wäre es wie bei uns im Norden sandiger Boden gewesen, kein Problem. Aber vor den vielen Steinen hatte ich Respekt. Das hat mich enorm viel Zeit gekostet. Schade, sonst wäre mehr drin gewesen als der fünfte Platz“, ärgerte sich Helbig über das Missgeschick.

Trotzdem, der Bronzerang am zweiten Tag stößt ihm die Tür zu seiner ersten Meisterschaftsmedaille in der Klasse E3 ganz weit auf. Zwar stehen noch zwei Läufe beim Finale Ende nächster Woche in Woltersdorf bei Berlin aus, doch die Zeichen stehen gut. Helbig hat sechs Punkte Vorsprung auf den viertplatzierten André Decker aus Schmannewitz. Und in der gesamten Saison hatte er Decker immer in die Schranken verweisen können.

Das Nordlicht vergisst aber auch nicht, dass er in der Meisterschaft von Verletzungen von Kontrahenten im Gesamtklassement profitierte. Gleichwohl relativierte er: „Das kann jedem passieren und gehört nun mal dazu. Ich nehme es, wie es kommt.“

Das trifft auch für den eigentlich geplanten Urlaub zwischen dem EM-Finale in der Slowakei und „Rund um Zschopau“ zu. „Daraus wurde nichts“, sagt Helbig. Stattdessen stand ein riesiger Service mit einem neuen Motor, Fahrwerksabstimmungen und vielen neuen Teilen auf dem Programm. „Es war in der Vorbereitung ein echtes Finale mit Herzklopfen, dass alle Teile noch rechtzeitig eintreffen.“

Insgesamt liegen rund 3500 Kilometer Fahrtstrecke in den vergangenen Wochen hinter dem Wolgaster Motorsportler und die „spult“ er immer in seinem Urlaub ab. Jetzt heißt es, in seinem Job durcharbeiten. Helbig ist auf einer Wolgaster Werft als Ingenieur tätig. Eine Ausnahme wird es aber noch geben. Die Teilnahme am DM-Finale in Woltersdorf.

Matthias Heinke

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