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Zinnowitzer Kraftsportler setzen Tradition fort

Zinnowitzer Kraftsportler setzen Tradition fort

Hans-Jürgen Dosin und Marco Lamprecht, Goldmedaillengewinner bei den Deutschen Meisterschaften, im Interview

Zinnowitz Vor gut einer Woche haben die Zinnowitzer Kraftsportler Marco Lamprecht (43) und Hans-Jürgen Dosin (75) drei Titel bei den Deutschen Meisterschaften abgeräumt. Unser Mitarbeiter Wolfgang Dannenfeldt hatte jetzt die Gelegenheit zu einem Gespräch mit den beiden erfolgreichen Athleten.

Bei den Titelkämpfen in Eilenburg waren 353 Kraftsportler aus der ganzen Bundesrepublik am Start. Hat die Organisation gestimmt?

Lamprecht: Ich kann mich in meiner langen Laufbahn nicht daran erinnern, dass schon einmal mehr Teilnehmer bei nationalen Titelkämpfen dabei waren. Die Stimmung unter den Aktiven war prima, die Organisation super und die Halle immer gut besucht.

Sie zählten mit ihren 75 Lenzen zu den ältesten Teilnehmern, haben in ihrer Laufbahn aber erst drei Wettkämpfe bestritten. Warum so wenig?

Dosin: Auf Wettkampfsport habe ich nie großen Wert gelegt. Mir war immer wichtig, etwas für die Gesundheit zu tun. Das hat sich letztlich ausgezahlt. Ich fühle mich trotz fortgeschrittenen Alters einfach fit. Und außerdem macht mir das Eisenstemmen großen Spaß.

Sie sind beide ohne Betreuer zu den Titelkämpfen gefahren. Wer hat Sie in Eilenburg unmittelbar unterstützt?

Lamprecht: Fakt ist, dass man zu solchen Höhepunkten auf Hilfe angewiesen ist. Wir hatten das große Glück, dass uns zwei gut befreundete Neubrandenburger bei der Vorbereitung und am Wettkampftag unterstützt haben. Außerdem haben wir uns beide gegenseitig geholfen.

Sie sind ja nicht nur Champion in Ihrer Alters- und Gewichtsklasse geworden. Sie haben mit 102,5 Kilogramm im Bankdrücken auch einen neuen Deutschen Rekord aufgestellt. Hat man da noch höhere Ziele?

Dosin: Nach solch einem schönen Erfolg verspürt man Lust weiterzumachen. Mein Ziel ist es, im kommenden Jahr den Titel zu verteidigen.

Mitte der 1990-er Jahre zählte die Insel zu den Hochburgen des Kraftsports. Wettkämpfe in Zinnowitz und der Inselstadt Usedom waren an der Tagesordnung und haben die Massen angelockt. Warum gibt es jetzt kaum noch Kraftsportveranstaltungen in unseren Breiten?

Lamprecht: Es fehlt an Organisatoren, die das in die Händen nehmen und sozusagen das Geld eintreiben, das für solche Events einfach benötigt wird. Für uns als Wettkampfssportler wäre das ein zu hoher Aufwand, also kaum machbar.

Wie bereiten Sie sich auf große Wettkämpfe vor?

Lamprecht: Schon im vergangenen Sommer haben wir mit dem Training im Hinblick auf die diesjährigen Titelkämpfe angefangen. Das war aber nie langweilig. Wir haben uns immer gegenseitig motiviert.

Wie halten Sie sich denn beide, außer mit dem Kraftsport, noch in Form?

Lamprecht: Ich spiele noch Fußball, kicke bei den Oldies von Eintracht Zinnowitz mit.

Dosin: Ich fahre viel Fahrrad und betreibe noch Nordic Walking.

Können Sie eigentlich noch ihre Titel zählen, die Sie bei nationalen und internationalen Wettkämpfen errungen haben. Und welcher bedeutet Ihnen am meisten?

Lamprecht: Das sind so an die 20. Natürlich die Titel, die ich bei der WM in Atlanta (USA) 2013 und im Finnischen Tampere im Jahr 2011 errungen habe. Die Trophäen haben bei mir einen Ehrenplatz.

Sie gehören in der Zinnowitzer Kraftsportabteilung aufgrund ihrer Erfolge zu den Vorzeigesportlern des Vereins. Wie sieht es mit dem sportlichen Nachwuchs aus?

Lamprecht: Leider lässt das zu wünschen übrig. Wir würden uns freuen, wenn sich interessierte Jugendliche finden würden. Wir sind jederzeit bereit, sie zu unterstützen. Gute Trainingsmöglichkeiten sind vorhanden.

OZ

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