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Usedom Spundwand soll Inselnorden vor Sturmfluten schützen
Vorpommern Usedom Spundwand soll Inselnorden vor Sturmfluten schützen
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00:01 09.12.2017
Mit einer großen Maschine wurden gestern zu Demonstrationszwecken die Spundwandprofile in den Boden gerammt. Quelle: Fotos: Hannes Ewert, Dpa

Es war ein großer Schritt für Peenemünde und ein noch größerer für den Usedomer Inselnorden: Gestern Vormittag wurde mit dem ersten symbolischen Rammschlag einer Stahlspundbohle eine Ufermauer gebaut, die ein Element der künftigen Ringeindeichung von Peenemünde werden soll. 1,1 Millionen Euro kostet der Abschnitt, der derzeit am Hafen von Peenemünde entsteht.

„Der Norden wird besser gegen Sturmfluten geschützt. Till Backhaus, Umweltminister

Nachdem das Land seine umstrittenen Pläne zur Wiedervernässung des Gebietes zwischen Peenemünde und Karlshagen im Sommer aufgegeben hatte, begann nun der Bau des neuen Hochwasserschutzsystems.

Umweltminister Till Backhaus (SPD) startete per Knopfdruck den ersten Rammschlag. Die rund 300 Meter lange Ufermauer soll bis März 2018 fertiggestellt werden. Die Verantwortlichen hoffen, dass sie auch im Winter bauen können und auf keine großen Schwierigkeiten stoßen. Die Gesamtkosten betragen laut Ministerium 16 Millionen Euro. „Das ist sicher angelegtes Geld, schließlich geht es hier um die Sicherheit der Menschen in den Gemeinden. Der Usedomer Inselnorden soll durch diese Maßnahme sturmflutsicher gemacht werden“, sagte der Minister vor Vertretern des Amtes und geladenen Gästen.

Zentimeterweise werden die 150 Spundwandprofile in den Boden gerammt. „Diese werden besonders erschütterungsarm einvibriert“, erklärte Backhaus. Insgesamt werden rund 250 Tonnen Stahl verbaut.

Vertreter der Bürgerinitiative „Gegen Deichrückbau“ begrüßen, dass das Land mit dem Bau des Sturmflutsystems begonnen hat. Allerdings bleibt die Skepsis. „Wir halten die Lage des Riegeldeichs bei Karlshagen nicht für optimal“, sagte Vorsitzender Rainer Höll. Damit könnten bei einer schweren Sturmflut genau die Flächen überflutet werden, die beim gescheiterten Renaturierungsprojekt bereits wiedervernässt werden sollten. Besser wäre der Bau eines Riegeldeiches weiter nördlich bei Peenemünde, sagte Höll. Dies wäre kostengünstiger und würde zudem auch Schiene und Straße vor Sturmfluten schützen.

Kritik kam auch vom Historisch-Technischen Museum Peenemünde. Museumschef Michael Gericke sagte, dass eine schwere Sturmflut die Zerstörung der Anlagenreste der Heeresversuchsanstalt beschleunigen könnte. Das Museum habe seine Bedenken geäußert. „Im Zuge der Abwägung sind unsere Interessen aber nicht berücksichtigt worden.“ Die betroffenen Areale gehören der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

Umweltminister Backhaus verteidigte den Bau des neuen Systems. „Der Handlungsbedarf ist eindeutig“, sagte er. Das Land versicherte, nach Fertigstellung des neuen Systems den 1936 errichteten Deich nicht aus seiner Verantwortung geben zu wollen.

Die komplette Maßnahme soll erst in den kommenden Jahren fertig sein. „Unser Ziel ist, dass im Jahr 2022 mit dem komplexen Bau begonnen werden kann“, so Backhaus. Im Hafen ragen die Wände rund 1,7 Meter aus der Erde.

Hannes Ewert und Martina Rathke

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