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Usedom Stadt sieht Pferdekutschen als Störfaktor
Vorpommern Usedom Stadt sieht Pferdekutschen als Störfaktor
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00:00 10.05.2016
Die insgesamt etwa 60 Kutschen gehören seit Jahren zum Swinemünder Stadtbild. Dies könnte sich bald ändern. Quelle: Radek Jagielski

Die Kutscher in Swinemünde befürchten Einschränkungen auf den Straßen. Alles deutet darauf hin, dass sie nach der 2017/2018 für etwa 13 Millionen Zloty geplanten Renovierung der Wojska-Polskiego-Straße, die von der Grenze ins Stadtzentrum führt, hier keine Touristen mehr befördern dürfen. Für einen Teil der Kutscher würde dies den Verlust einer wichtigen Einnahmequelle bedeuten, denn die Kremserfahrten für deutsche Urlauber zum Preis von durchschnittlich zwölf Euro lohnen sich für sie durchaus. Mit dem Erlös erwirtschaften sie ihren Lebensunterhalt auch während der Wintersaison.

Es ist auch eine Frage des Stadt-Image, da nicht alle Kutschen unsere Anforde- rungen erfüllen.“Barbara Michalska, Vizestadtpräsidentin

Zwar wurden in dem Modernisierungsprojekt für die Straße Plätze zum Abstellen von Kutschen — in Swinemünde verkehren aktuell etwa 60 solcher Fuhrwerke — berücksichtigt. „Aber nach dem Umbau der Wojska-Polskiego wird der Verkehr sicherlich geändert und es wird weniger Kutschen geben“, deutete jetzt die stellvertretende Stadtpräsidentin Barbara Michalska während eines Treffens mit Unternehmern aus Polen und Deutschland an. Michalska machte nicht nur Sicherheitsgründe für diese Prognose verantwortlich. „Es ist auch eine Frage des Stadt-Image, da nicht alle Kutschen unsere Anforderungen erfüllen”, erklärte sie vor den Anwesenden.

Bereits seit längerer Zeit drängt die Stadt mit Blick auf die Kutschfahrten auf geordnete Verhältnisse. Schon vor zwei Jahren wurden für die Kutscher einheitliche Anzüge entworfen, aber es hat sich schnell erwiesen, dass sie diese nicht anziehen. Ähnliche Pläne gab es auch für die Gespanne selbst, die ein einheitliches Outfit erhalten sollten. Aber auch dies gelang nicht. Während zumindest einige der Kutscher nichts gegen die neuen Anzüge einzuwenden hatten, konnten sie sich neue Fiaker finanziell nicht leisten.

„Es ist klar, dass ich gern eine neue Kutsche hätte, aber ich kann 20000 Zloty nicht einfach so ausgeben”, sagt Marian, ein Swinemünder Kutscher. Die Betroffenen wollen nun mit der Stadtverwaltung sprechen und hoffen auf einen Kompromiss. „Wir haben vor, uns mit der Stellvertreterin des Stadtpräsidenten, Barbara Michalska, zu treffen und darüber zu redenen”, bestätigt Stefan Sadowski als Vertreter der Swinemünder Kutscher-Gesellschaft Pegaz.

Die Stadtverwaltung hingegen will die Kutscher weiter dazu anhalten, die erwähnten Uniformen während der Sommersaison zu tragen. Und es soll Kontrollen geben. „Diejenigen, die diese nicht tragen werden, können mit Aufhebung der Zulassung rechnen, das heißt der Genehmigung, das Transportgewerbe im Kurviertel auszuüben”, betont Pressesprecher Robert Karelus.

Die Kutschen stören auch die Autofahrer. Hinter den langsam fahrenden Fuhrwerken bilden sich in der Hauptferienzeit oft Staus. Möglicherweise wird ein spezieller touristischer Weg für die Wagen entstehen. Sonst sind die Aussichten für die Betreiber eher schlecht, da sie auch von weiteren Straßen verbannt werden sollen. In einigen anderen Städten in Polen gibt es mit Blick auf das Image der Orte eine ähnliche Entwicklung.

Von Radek Jagielski

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