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Stark machen für mehr Gerechtigkeit

Greifswald/ Stark machen für mehr Gerechtigkeit

Heiko Miraß ist im Wahlkreis 16 Direktkandidat der SPD für die Bundestagswahl. OZ stellt in den nächsten Wochen alle Kandidaten vor.

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In Swantow auf der Insel Rügen lebt Heiko Miraß mit seiner Ehefrau, der Rechtsanwältin Tryntje Larkens, und den Kindern in einem ehemaligen Pfarrhaus. Nach getaner Arbeit und seinem Engagement in Vereinen genießt es der 50-Jährige auch einmal, alle Viere gerade sein zu lassen.

Quelle: Foto: Petra Hase

Greifswald/. Swantow. Wo er auftaucht, hat Heiko Miraß die Blicke sicher. Aber nicht, weil er lautstark auf sich aufmerksam macht. Im Gegenteil. Der fast zwei Meter große Mann liebt das Unaufgeregte, spricht wohlüberlegt – und vor allem: Er kann auch zuhören.

OZ-Bild

Heiko Miraß ist im Wahlkreis 16 Direktkandidat der SPD für die Bundestagswahl. OZ stellt in den nächsten Wochen alle Kandidaten vor.

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Der Wahlkreis und die Kandidaten

, in dem Heiko Miraß (SPD) antritt, umfasst Teile des Kreises Mecklenburgische Seenplatte und Teile des Kreises Vorpommern-Greifswald. Neben Miraß

stehen hier am 24. September Philipp Amthor (CDU), Toni Jaschinski (Linke), Enrico Komning (AfD), Timo Pfarr (Grüne) und Christian Bartelt (FDP) zur Wahl. OZ stellt alle vor.

Als Chef der Agentur für Arbeit Greifswald ergreift er vornehmlich das Wort, wenn es um den Arbeitsmarkt geht. Um Integration und Eingliederung, Chancen und Risiken. Da kennt er sich aus. Da weiß er, „was gut läuft und was nicht“. Und was man besser machen kann, damit es gerechter zugeht in dieser Republik. Deshalb will der 50-jährige Diplomvolkswirt jetzt in die Politik, ist Direktkandidat für den Bundestag und geht für die Sozialdemokraten im Wahlkreis 16 ins Rennen. Ein Wahlkreis, dem der CDU- Mann Matthias Lietz viele Jahre ein Gesicht gab. Der tritt jetzt ab.

Und da liebäugelt ausgerechnet ein SPD-Neuling mit guten Chancen? Noch dazu im Umfragetief von Kanzlerkandidat Martin Schulz? „Bundespolitisch habe ich vielleicht nicht mehr den Rückenwind wie noch vor einem halben Jahr“, räumt Miraß kritisch ein. Dennoch sei er angesichts der großen Unterstützung in unserer Region sehr optimistisch: „Menschen, die mich seit zehn, 20 Jahren kennen, ermutigen mich – und zwar quer durch alle politischen Lager“, sagt der gebürtige Greifswalder mit gesundem Selbstvertrauen. Als „bodenständiger Vorpommer“ habe er ein großes Netzwerk aufgebaut. „Wer mich kennt, weiß, dass ich zu dem stehe, was ich sage.“ Und zu sagen hat er einiges.

Nach 21 Jahren bei der Agentur für Arbeit könne er auf einen reichen Schatz an Berufserfahrung zurückgreifen. Auch seine Lebenserfahrung sei dergestalt, „dass ich Urteile nicht einfach aus der Hüfte schieße“. Als gelernter Elektroinstallateur habe er erst relativ spät erkannt, „welchen Wert Bildung hat und wie wichtig Chancengleichheit ist, egal, aus welchem sozialen Milieu jemand kommt“. Miraß

jobbte und paukte abends fürs Abitur, bewarb sich danach für ein Studium in Leipzig, wo er im Herbst 1989 in die Wirrnis der friedlichen Revolution hineinstolperte. „Diese Zeit war prägend für mich, denn sie hat mir die Angst vor Autoritäten genommen“, sagt Miraß. Er wurde politisch aktiv und erkannte: „Wenn man die Lebensverhältnisse ändern will, ist man vor allem selbst gefordert.“ Doch nach der Begeisterung kam der Frust: Bei vielen Menschen sei schnell das Materielle in den Fokus gerückt. Statt in eine Partei einzutreten, engagierte er sich fortan ehrenamtlich. Bis heute. Aber:

„Inzwischen halte ich Parteien für eine wichtige Einrichtung. Eine stabile Größe, deren Mitglieder sich auch dann mit den Dingen beschäftigen, wenn sie persönlich nicht betroffen sind“.

Vielen Menschen in Deutschland gehe es relativ gut, sagt Miraß. „Aber in Sachen Chancengerechtigkeit gibt es noch einiges zu tun“, betont er und fügt hinzu: „Etlichen Kindern gelingt es nicht, einen höheren Bildungsabschluss zu erlangen als ihre Eltern. Da stehen wir im EU-Vergleich ziemlich weit hinten.“ Defizite macht der Bundestagskandidat auch bei der Lohngerechtigkeit aus: „Die Motivation der Arbeitnehmer ist der beste Konjunkturmotor“, urteilt er. Doch nicht überall begegneten sich Unternehmer und Beschäftigte schon auf Augenhöhe. Und wie steht es um die Rentengerechtigkeit? „Wer ein ganzes Leben gearbeitet hat, soll später nicht von Grundsicherung leben müssen“, sagt der Familienvater von drei Kindern. Doch wie bezahlt man all die Kosten? „In dem man die Bemessungsgrundlage der Renten verbreitert und auch Beamte sowie Abgeordnete ins System nimmt“, lautet eine seiner Antworten. Probleme benennen, Lösungen anpacken. Darin sah und sieht Miraß seine Aufgabe. Auch die Flüchtlinge seien so ein Thema. Die Integration benötige einen langen Atem. „Ich hätte gedacht, dass es schneller geht“, offenbart er. Doch aufgeben sei keine Lösung. Um Parallelgesellschaften zu verhindern, müsse die Politik Asylberechtigten Perspektiven eröffnen: „Auch da gibt es noch viel zu tun.“

Kurz und bündig

Welches Buch lesen Sie aktuell?

Ein Buch von Seyran Ates mit dem Titel „Selam, Frau Imamin – wie ich in Berlin eine liberale Moschee gegründet habe“. Ansonsten lese ich gern Geschichtliches, auch Regionalgeschichte und politische Literatur.

Welche Musik hören Sie gerne?

Sehr gern Jazz, zum Beispiel Jacques Loussier. Das ist ein französischer Pianist, der für seine Bachvertonungen bekannt ist.

Wann haben Sie das letzte Mal Sport getrieben?

Mit meinen Kindern spiele ich regelmäßig Tischtennis. Ansonsten ist Gartenarbeit mein Sport, der alles dominiert. Aber ich empfinde es weniger als Arbeit, es ist vielmehr Gartenlust. Welche Region möchten Sie unbedingt noch erkunden?

Georgien und die Kaukasusregion, die Wiege des Weinbaus. Ansonsten gern wieder Frankreich und Italien.

Petra Hase

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