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„Strandterrasse“: Jetzt oder nie!?

Ahlbeck „Strandterrasse“: Jetzt oder nie!?

M&S-Massivhaus-Geschäftsführer Frank Mätzold setzt auf Vernunft und Kompetenz der Gemeindevertreter

Ahlbeck. Eine nicht enden wollende Geschichte? Ein Drama gar? Auf jeden Fall eine Investruine, die dem Image Ahlbecks und der Kaiserbäder dauerhaft schadet! Der Deutungen sind viele, wenn Einheimische wie Urlauber auf den morbiden Rohbau der „Strandterrasse“ schauen. Direkt gegenüber der weithin bekannten, historischen Ahlbecker Seebrücke und des davor liegenden Platzes fristet die Immobilie tatsächlich seit anderthalb Jahrzehnten ein Dasein, wie es trauriger kaum sein könnte. Während rechts und links sanierte Villen und Häuser, Hotels und Restaurants die Blicke Neugieriger anziehen, erntet die Dünenstraße 43 bestenfalls Kopfschütteln. Warum geht es hier nicht voran?

Das würden Frank Mätzold, geschäftsführender Gesellschafter des Bauträgers, der M&S Massivbau GmbH aus Magdeburg, und Eigentümer der bis zur Kurstraße reichenden Immobilie, und Constanze Christoph vom Ingenieurbüro Sven Held, die das Bauvorhaben begleitet, nur allzu gern wissen. Denn seit fünf Jahren — nachdem die Inter-Krankenversicherung entnervt das Handtuch geschmissen hatte — haben sie eine Menge Zeit und Arbeit, Energie und Überzeugungskraft, Geld sowie Behauptungswillen in das Projekt gesteckt. Doch nach der jüngsten Bauausschusssitzung vom 6. April sind sie geneigt zu fragen:

Umsonst? Denn bei einem denkbar knappen Abstimmungsergebnis von zwei Ja- und zwei Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen fielen die von Mätzold und Christoph neu formulierten Lösungsansätze für die „Strandterrasse“ (zunächst einmal) durch.

Worum geht es dabei? Mätzold erläutert in einem umfassenden Papier, das er inzwischen an alle Gemeindevertreter sowie den Bürgermeister versandt hat, die Grundsätze seines überarbeiteten Konzeptes und erklärt zugleich, inwieweit dies mit dem bisher geltenden Baurecht (B-Plan) nicht mehr zu vereinbaren ist. Seine Hoffnung: Im Hauptausschuss und in der Gemeindevertretung, die beide noch im April tagen, werden sich doch noch Mehrheiten für sein Projekt finden lassen. Denn: „Die Mitglieder des Bauausschusses waren schlicht unzureichend informiert, meine Erläuterungen hatten sie gar nicht erreicht, es gab daher keine Fragen und also auch keine erläuternden Antworten vom zuständigen Fachamt.“

Damit sich so etwas nicht wiederholt, geht der M&S-Chef nun in die Erklärungs-Offensive. Hier die wichtigsten Veränderungen: Der Standort soll nicht mehr als Sondergebiet Hotel, sondern als Sondergebiet Fremdenverkehr (69 Appartements) entwickelt werden. Das geht einher mit 37 Prozent weniger Übernachtungsbetten. In der Erdgeschosszone werden Restaurant, Café und Ladengeschäfte einbezogen, um den Standort zu beleben und für mehr Attraktivität zu sorgen. Mit den reduzierten Zimmer- und Bettenkapazitäten geht zugleich eine Verminderung der nachzuweisenden Stellplatzkapazitäten für Pkw einher. Die bislang von der Gemeinde geforderten 133 Stellplätze würden den Bauträger nicht nur zu dreietagigen (!) Tiefgaragen zwingen, sondern auch die Kosten dermaßen in die Höhe treiben, dass „das Ganze sich für mich damit gar nicht mehr wirtschaftlich darstellen ließe.“ Die Reduktion auf nunmehr laut Plan nur noch 92 Stellplätze bedeute Kosteneinsparung, aber auch eine Beruhigung des Ziel- und Quellverkehrs. Schließlich will M&S die sogenannte Villa Kübe (Kurstraße 7) aus dem Geltungsbereich des B-Planes herausnehmen und damit die Chance erlangen, die denkmalgeschützte Villa zeitnah zu sanieren und vor dem Verfall schützen zu können.

Dass Mätzold umplanen muss, hängt übrigens auch wesentlich damit zusammen, dass die ursprünglich in Aussicht gestellten Fördermittel inzwischen vom Tisch sind. Noch vor kurzem hatte es aus dem Glawe-Ministerium geheißen, dass für dieses Ahlbecker Vorhaben Gelder womöglich bereitgestellt würden (die OZ berichtete). Doch mit der Umwidmung von der Hotel- zur Fremdenverkehrsnutzung sowie dem bis dato fehlenden Baurecht mangelt es an Bedingungen für die Förderung.

Bei Bürgermeister Petersen und Kurdirektor Heilmann rennen Mätzold und Christoph offene Türen ein. Beide begrüßen das überarbeitete Projekt, Heilmann knüpft seine Zustimmung jedoch an die Erwartung, dann auch „genau das hingebaut zu bekommen.“ Darauf würde er gern den Bauträger mit einer vertraglichen Regelung verpflichten. Petersen ist es indes leid, immer wieder Erklärungen über den Bestand der Investruine abgeben zu müssen. „Wir brauchen an dieser prioritären Stelle im Zentrum Ahlbecks eine attraktive Aufwertung.“ Das Beispiel „Strandterrasse“ mache hingegen leider deutlich, wie schwer man sich im Wettbewerb tatsächlich tue.

Von Steffen Adler

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