Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Neue Straße nach Klotzow wieder Huckelpiste
Vorpommern Usedom Neue Straße nach Klotzow wieder Huckelpiste
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:30 12.01.2019
Resi Wendt aus Klotzow (Mitte) wirft Jörg Hagedorn (rechts) vom Landkreis Vorpommern-Greifswald Pfusch am Bau vor. Quelle: Tom Schröter
Klotzow

Mit Nachdruck hatten sich die Einwohner der Gemeinde Buggenhagen für eine bessere Straßenanbindung von Klotzow nach Pinnow eingesetzt. Doch nun ist die Enttäuschung groß, nachdem der Landkreis Vorpommern-Greifswald im Spätsommer 2018 den Belag auf dem etwa vier Kilometer langen Abschnitt erneuert und Asphaltbruch eingebracht hatte. Denn: Der Zustand der Straße, die nichts anderes ist als ein besserer Feldweg, ist inzwischen fast wieder genauso schlecht wie vor der Baumaßnahme, die laut Kreisstraßenmeister Hardy Rieck 22510 Euro kostete.

Das Material beschaffte sich der Landkreis von der Insel Usedom. Dort wurde seinerzeit die Decke der Kreisstraße 34 zwischen Krienke und Rankwitz abgefräst und das zerbröselte Fräsgut kurzum auf der Kreisstraße 30 zwischen Pinnow und Klotzow einplaniert. Zur Einbaustelle gelangten auch größere Bruchstücke, die sich nun stellenweise lösen. Die Protestler aus Klotzow verweisen auf die Waschbrettstruktur der huckeligen Piste, auf Schlaglöcher und darauf, dass weder Straßenbankette angelegt noch Ausweichstellen geschaffen wurden.

Die etwa vier Kilometer lange Straße Klotzow-Pinnow wurde im Spätsommer 2018 mit abgefrästem Asphaltmaterial befestigt, das sich als Straßenbelag nun jedoch nicht bewährt. Quelle: Tom Schröter

Doch vorerst werden die Kritiker mit der misslichen Situation wohl weiter klar kommen müssen. Ein von SPD-Kreistagsmitglied Dr. Günther Jikeli gestern Nachmittag anberaumter Lokaltermin mit Vertretern des Landkreises brachte keine Lösung. Frühestens 2020, so resümierte Jikeli, könne an die Planung einer Straße in Asphaltbauweise gegangen und das Vorhaben 2021 umgesetzt werden. „Wenn dann das nötige Geld da ist“, schränkte Vizelandrat Jörg Hasselmann (CDU) sofort ein. Auf 850000 Euro schätzt Straßenmeister Rieck den Kostenumfang für die schlichteste aller Asphalt-Varianten.

Die Wogen der Emotionen schlugen gestern hoch. Die Klotzower machten dem Landkreis schwere Vorwürfe. „In meinen Augen ist das Pfusch, was hier gebaut wurde“, schimpfte zum Beispiel Resi Wendt und verwies auf die Unebenheit der Strecke. Jikeli ließ am Klotzower Straßenbau ebenfalls kein gutes Haar und sprach von Geldverschwendung. Hier jedoch platzte Vizelandrat Hasselmann der Kragen: „Ich hatte rechtzeitig darauf hingewiesen, dass das Asphaltmaterial für den Einbau hier ungeeignet ist und der Zustand immer schlechter wird.“ Aber der Kreistag habe anders entschieden. „Jetzt haben wir das Malheur!“, so Hasselmann.

Buggenhagens Bürgermeister Manfred Studier machte seinem Ärger über die generelle Finanzpolitik in der Region Luft. Es sei schon immer so gewesen: „Alles geht auf die Insel rauf und für uns Landgemeinden bleibt nur der letzte Dreck übrig. Wir müssen um jeden Euro betteln“, erklärte er resigniert. Karl-Heinz Erdmann aus Klotzow, der sogar mit einem Transparent zur Stelle war, stellte schließlich die entscheidende Frage: „Wie soll es weitergehen?“. Eine befriedigende Antwort blieb man ihm jedoch schuldig.

Albrecht von Jager (rechts) aus Japenzin nutzte den Protest in Klotzow, um sich auch für den Neuausbau der Kreisstraße 60 von Japenzin nach Rehberg einzusetzen. Quelle: Tom Schröter

Jörg Hagedorn, Sachgebietsleiter des Hoch- und Tiefbauamtes des Kreises, stellte den Umstehenden wiederum seine Begründung für die sich stetig verschlechternde Verkehrsinfrastruktur des Landkreises vor Augen. 802 Kilometer sei das Kreis-Straßennetz lang und 3,2 Millionen Euro stünden jährlich für Reparatur, Instandhaltung und grundhaften Ausbau zur Verfügung. „Notwendig sind aber pro Jahr 15 Millionen Euro, um die Straßen in einen vernünftigen Zustand zu versetzen“, so Hagemann. Also, so schlussfolgerte Jikeli, müssten die Mittel des Landkreises anders verteilt werden. Und: „Obwohl der Kreistag für die Kreisstraßen im September vorigen Jahres zwei Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung stellte, werden diese Mittel nicht für dringende Reparaturen zur Verfügung gestellt“, schob der Usedomer nach.

Klotzow ist bei weitem nicht das einzige Sorgenkind des Landkreises im Lassaner Winkel. Auch der Zustand der Kreisstraße 30 von Zemitz-Ecke nach Lassan ist gefürchtet. Und: In einem Waldstück links und rechts der Kreisstraße 32 von Murchin nach Lassan verschließt ein Biber einen Straßendurchlass. Lassans Bürgermeister Fred Gransow warnt: „Der Fahrdamm in dem Bereich ist bereits durchgeweicht.“

Tom Schröter

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor glatten Straßen am Sonnabendmorgen. Betroffen sind vor allem die Kreise Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen.

12.01.2019

Über 50 Jahre lang hat der Pressefotograf Peter Binder für die OZ gearbeitet. Jetzt wurde er in den Ruhestand verabschiedet.

11.01.2019

Auto kommt am Ortsausgang Wolgast aus ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab und landet im Graben.

11.01.2019