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Usedom Streetworkerin aus Berlin betreut junge Insulaner
Vorpommern Usedom Streetworkerin aus Berlin betreut junge Insulaner
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00:00 16.02.2017
Usedom

Mia, Novalee und Florian haben am Dienstag im Usedomer Seniorenclub der Volkssolidarität gekocht. Natürlich nicht alleine. Karin Otto und Bärbel Pfarr haben schon ein Auge darauf gehabt, dass die Kartoffeln sauber geschält wurden und die Sauce für die Senfeier nicht anbrennt. Den Usedomer Ferienkindern hat das Spaß gemacht. Und den Frauen gleichfalls. „Das sind nette Kinder“, sagt Bärbel Pfarr.

Die Idee, dass Kinder und Senioren gemeinsam die Kochlöffel schwingen, ist so alt wie das vor Jahren von der Volkssolidarität in der Inselstadt eingerichtete Mehrgenerationenhaus. Die Küche des alten Rathauses ist dafür extra großzügig eingerichtet worden. „Aber umsetzen lässt sich das gut gemeinte Projekt halt nur in den Ferien“, sagt Christina Nowak. Die 39-jährige Berlinerin wurde im vorigen Jahr von der Volkssolidarität für die mobile Jugendarbeit im Amtsbereich eingestellt.

Der Name „Inselhopper“ gehört schon längere Zeit zum geläufigen Vokabular von Jugendklubbesuchern. Als Streetworkerin mit abgeschlossenem Sozialpädagogikstudium bringt Tina Nowak reichlich Erfahrung mit. „Es ist mir deshalb nicht schwer gefallen, einen Draht zu den Kindern und Jugendlichen zu bekommen. Auch wenn die Probleme ganz anderer Natur sind, als in Berlin.“ Hatte sie es in der Hauptstadt viel mit Drogen, Alkohol und frühen Schwangerschaften zu tun, so sei es hier oft „die Angst vor Veränderung, vor Fremdem, Ungewohntem“. Was wird, wenn die Schule vorbei ist? Was kann ich, und was will ich überhaupt? – das sind die Fragen, die die hiesige junge Generation umtreiben. Tina Nowak hört sich mittwochs regelmäßig auf den Schulhöfen in Zirchow, Ahlbeck und Ückeritz um, bietet Begleitung zu Praktikumsbetrieben an und kümmert sich gegebenenfalls auch um Gestrauchelte, die zu Sozialstunden „verdonnert“ wurden. Im vergangenen Sommer hat sie eine Gruppe Jugendlicher für eine Woche mit nach Berlin genommen. „Das war eine ganz wichtige Erfahrung!“ Sie will es hinkriegen, dass die Berliner in diesem Jahr auf die Insel kommen. Auch der gute Kontakt zum Jugendklub in Koserow gehört zur Strategie der Sozialpädagogin.

Der Jugendklub im Usedomer Rathaus ist so etwas wie eine Anlaufstelle geworden, mehr und mehr auch ein Ausgangspunkt für Unternehmungen. Montags trifft man sich zum Beispiel regelmäßig zum Fußballspielen in der Ulli Wegner-Halle. In der ersten Ferienwoche hat Tina Nowak mit Viertklässlern im Jugendklub auch übernachtet. „Wir haben gekocht, gespielt und Filme gesehen.“ Am kommenden Freitag haben dann die Jugendlichen eine solche Möglichkeit des Beisammenseins.

Fest eingebürgert hat sich der sogenannte „Kids-Day“ immer dienstags von 14 bis 18 Uhr, freitags werden die Größeren bevorzugt. Fast jeden zweiten Samstag hält sich die Sozialpädagogin, die in Usedom wohnt, für gemeinsame Aktionen frei. Dass sie der Hauptstadt den Rücken gekehrt hat, hat sie nicht bereut. „Ich fühle mich ganz wohl hier.“

Ingrid Nadler

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