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Usedom Streit um die Swinemünder Luft
Vorpommern Usedom Streit um die Swinemünder Luft
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20:43 18.05.2018
Urlaubs- und Kurstadt: Blick auf Swinemünde. Die Luft hier soll nicht immer die vorgeschriebenen Grenzwerte aufweisen. Quelle: Foto: Radek Jagielski

Die Kur- und Urlaubsstadt an der Ostsee erfüllt möglicherweise nicht alle geltenden Umweltstandards. Ein Warnsignal sind Messwerte eines Luftqualitätssensors, der von einem Versicherungsunternehmen installiert wurde. Es gab Tage, an denen die angezeigten Werte die Luftverschmutzungs-Grenzwerte überschritten. Vor allem im Herbst und im Winter.

Grenzwerte überschritten: Luft-Sensor am Gebäude eines Swinemünmder Unternehmens.

„Interessanterweise zeigte der Sensor die höchste Luftverschmutzung nachts an und nicht am Tag, wo der größte Autoverkehr ist. Auslöser und Ursache ist wahrscheinlich der Rauch aus Schornsteinen von Häusern, in denen noch Öfen beheizt werden“, sagt Mariusz Zimecki, der sich in Swinemünde mit Versicherungen beschäftigt.

Bürger fragen sich, ob das wirklich ein Grund zur Beunruhigung ist. Die Behörden in Swinemünde behaupten, dass alles in Ordnung sei und verweisen auf die Woiwodschaftsinspektion für Umweltschutz in Stettin. Die sei die einzige Behörde, die zur Kontrolle der Luftqualität befugt ist. Ihre bisherigen Messungen in Swinemünde hätten keine Überschreitung der für Verschmutzungen geltenden Grenzwerte ergeben. Was nicht heiße, dass die Luft an der Swine perfekt ist.

„Wir führen keine täglichen Kontrollen durch“, räumt der Woiwodschaftsinspektor für Umweltschutz in Stettin, Andrzej Miluch, ein. Nach allem, was er wisse, erfülle die Luft in Swinemünde die Norm.

Damit die Sensormesswerte zuverlässig sind, sei es notwendig, die Messtechnik entsprechend zu kalibrieren. „Das ist nicht so einfach. Eine professionelle Überwachungsstation mit Bedienung kostet mindestens 10 000 Zloty“, macht Miluch deutlich. Grundsätzlich könne jede Gemeinde so eine Station aufbauen, „wir helfen dabei“.

Die Versicherungsgesellschaft gibt zu, dass ihre Sensoren zwar nicht akkreditiert, aber seit fast einem Jahr mit der staatlichen Umweltüberwachungsstation kalibriert worden sind. Die von ihnen durchgeführten Messungen seien daher in gewissem Maße zuverlässig. „Die Sensoren werden regelmäßig kalibriert und passen sich den lokalen Bedingungen an. Dies ist ein notwendiger Prozess für die Zuverlässigkeit der präsentierten Informationen. Die Standorte werden nach den Anforderungen der Verordnung des Umweltministeriums ausgewählt“, schildert Paulina Bak, Marketingspezialistin bei Airly, einem Sensorhersteller.

Andrzej Miluch lenkt ein, dass der Sensor in Swinemünde möglicherweise Normüberschreitungen aufgezeigt hat. Die aber würden sich auf eine bestimmte Zeit und auf einen bestimmten Ort beziehen, keinesfalls auf die gesamte Stadt.

Es gibt Tage, an denen man mit bloßem Auge eine Rauchwolke über der Stadt schweben sehen kann. „Die Stadtpolizei und die Polizei reagieren auf jedes Signal hinsichtlich des Verdachts der Müllverbrennung in Öfen. Sollte derlei festgestellt werden und das passiert häufiger, werden Geldstrafen auferlegt“, erklärt Robert Karelus, Sprecher des Präsidenten von Swinemünde. In diesem Jahr erhielten bereits vier Hausbesitzer eine Geldstrafe.

Radek Jagielski

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