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Streit ums Sperrwerk: Läuft der Deich bei einer Sturmflut über?

Greifswald Streit ums Sperrwerk: Läuft der Deich bei einer Sturmflut über?

Chef des Wasser- und Bodenverbandes kritisiert fehlende Flutungstore / Das Stalu als Planer und Betreiber sieht diese als nicht notwendig an

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Probelauf: Hier wird das Sperrwerk testweise hochgefahren. Im Falle einer Sturmflut würde auf diese Weise das vom Bodden kommende Wasseraufgehalten, damit es nicht den Ryck hinunterfließen kann.

Quelle: Petra Hase

Greifswald. Zweifel am Hochwasserschutz des Sperrwerkes in Wieck: Peter Berster, Chef des Wasser- und Bodenverbandes Ryck-Ziese, befürchtet überlaufende Deiche im Falle einer Sturmflut. Er ist Chef über 22 Schöpfwerke im Bereich des Rycks. Sie alle pumpen Wasser in den Ryck, um die umliegenden Flächen trocken zu halten.

Wenn bei einer Sturmflut das Sperrwerk dicht gemacht wird, kann das Wasser nicht mehr abfließen, das Berster über seine Schöpfwerke in den Ryck pumpt. Folge: Der Wasserspiegel des Rycks steigt. Wenn noch Regen hinzukommt, was bei einer Sturmflut üblich ist, um so schneller. „Irgendwann läuft das Wasser über die Deiche“, prognostiziert Berster.

Zwar könnte er theoretisch die Pumpen der Schöpfwerke abstellen. „Das mache ich nicht. Denn dann würden die Gemeinden rund um Greifswald unter Wasser stehen“, sagt Berster. Das wäre eine Ungleichbehandlung.

Ihn habe bei der Übergabe des Sperrwerkes vor wenigen Wochen total überrascht, dass die vor Jahren angedachten Flutungstore nicht umgesetzt wurden. Das sind Öffnungen, die bei Bedarf genutzt werden können, um Wasser kontrolliert ablaufen zu lassen. Zum Beispiel am Eisenhammer (Ryck Höhe Schöpfwerk in Greifswald) soll ein solches Tor geplant gewesen sein, ebenso in der Nähe von Wackerow.

Matthias Wolters, Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt, weist die Bedenken zurück. „Ein Ingenieurbüro wurde mit der Simulation beauftragt. Dabei ist herausgekommen, dass der Hochwasserschutz wie er jetzt vorgesehen ist, ausreicht“, sagt Wolters. Es kann gut sein, dass in der jahrelange Planungsphase über Flutungstore gesprochen worden ist. „Da die Option einer Überflutung ausgeschlossen werden konnte, gibt es auch keine Flutungstore“, erklärt Wolters.

Berster hingegen bezweifelt, dass das Wasser im Ryck bei einer Sturmflut nur um einen Meter steigen soll. „Das ist dummes Zeug und schöngerechnet“, sagt Berster. Wolters hält dagegen: „Warum sollten wir einen Hochwasserschutz umsetzen, der nicht wirksam ist? Damit würden wir uns selbst einen Bärendienst erweisen.“ Das Sperrwerk mit den angeschlossenen Schutzdeichen soll etwa 12000 Menschen schützen. Greifswald gilt wegen seiner Lage als am stärksten durch Nordost-Sturmfluten gefährdete Stadt. Ohne den Schutz wären 30 Prozent des Stadtgebietes überflutungsgefährdet, erklärt Eva Klaußner-Ziebarth, Pressesprecherin des Landwirtschaftsministeriums. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder unterschiedliche Zahlen genannt. Mal sollten 12 500 Menschen geschützt werden, mal 40 Prozent des Stadtgebietes. Das hänge laut Klaußner-Ziebarth mit vielen Berechnungsfaktoren zusammen, von der kalkulierten Einwohnerzahl bis zur Stärke der Sturmflut. Deswegen handele es sich um grobe Schätzwerte. Fest steht jedoch, dass eine Studie der Universität Karlsruhe bereits vor Jahren nachgewiesen hat, dass der Bau des Sperrwerks ökonomisch sinnvoll ist, so Klaußner-Ziebarth. 40 Millionen Euro hat der Bau gekostet.

Die schlimmste Sturmflut, die Greifswald traf, war die aus dem Jahr 1872. Damals starben in der Hansestadt neun Menschen.

Katharina Degrassi

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