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Striktes Sammelverbot oder doch lieber mehr Prävention?

Usedom/Greifswald Striktes Sammelverbot oder doch lieber mehr Prävention?

Fachleute sind unterschiedlicher Meinung, wie die Bernsteinfreaks im Usedomer Inselnorden zu schützen sind

Usedom/Greifswald. Ein tagelang anhaltender Nordost-Sturm hat allerhand Treibgut an die Strände Usedoms gespült. Bernsteinsammler sind jetzt besonders aktiv. Bei Dr. Stefan Nehring, Umweltexperte und Gutachter sowie Autor der Studie „Das Phosphorproblem auf Usedom“, dürften die Alarmglocken in diesen Tagen besonders laut schrillen. Denn die Gefahr ist tatsächlich erheblich, dass auch angespülte Stückchen des Weißen Phosphors, also jene Teilchen aus Brandbomben des Zweiten Weltkrieges, die schwere Verbrennungen verursachen können, an den Stränden zu finden sind.

Um mögliche Verletzungen zukünftig zu verhindern, plädiert Nehring in seiner Studie dafür, „endlich echte Warnschilder aufzustellen“, die tatsächlich auf eine Gefahr für Leben und Gesundheit hinweisen. Bisher seien diese Schilder lediglich leicht modifiziert worden. „Auch die seit 2009 neu aufgestellten Schilder für Strandbesucher“, so der Umweltexperte, „sind fachlich, sprachlich und optisch ungenügend und dringend zu überarbeiten“. Daneben empfiehlt er drastische Maßnahmen wie ein „Bernsteinsammelverbot im Bereich der bekannten Unfallzonen“, zieht sogar ein Badeverbot in Erwägung.

Eine andere Auffassung vertritt der Leitende Oberarzt in der Unfallchirurgie der Uni-Klinik Greifswald, Dr. med. Peter Hinz. Er geht davon aus, dass es unrealistisch sei, den Strandbesuchern das Bernsteinsammeln zu verbieten. „Die Urlauber sammeln trotzdem.“ Nach seinen Schätzungen sind in der Greifswalder Klinik in den letzten zehn Jahren etwa zehn bis 15 Fälle von Verbrennungen mit Weißem Phosphor behandelt worden. „Diese Verbrennungen waren für die Patienten alle folgenlos“, informiert er. Hinz erinnert sich an eine Bernsteinsammlerin, bei der plötzlich die Handtasche zu qualmen begann. „Anstatt das Ding wegzuschmeißen, wollte sie retten was zu retten ist und verbrannte sich dabei erheblich.“

Es habe während der letzten zehn Jahre bezüglich der Phosphorverbrennungen „nie Todesfälle bei uns gegeben“, führt der Arzt weiter aus. „Nur einmal eine Verbrennung dritten Grades.“ Zudem hätte es für die Betroffenen auch nie „funktionelle Folgen“ gegeben.

Schließlich meint der Oberarzt: Im Vergleich mit den zahlreichen Fahrrad- oder Badeunfällen auf Usedom tendieren die Unfälle mit Weißem Phosphor „nahezu gegen Null“. Er würde dafür plädieren, den Schwerpunkt für eine Unfallverhütung auf eine aktive Prävention auch durch gezielte Kommunikation insbesondere in den Seebädern Karlshagen und Trassenheide zu legen.

St. Brümmer

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