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Usedom Stunk: Was kostet das Abwasser?
Vorpommern Usedom Stunk: Was kostet das Abwasser?
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03:57 13.03.2013

Hitzige Debatte ums Abwasser: Wie und wo es künftig vom Osten der Insel Usedom entsorgt werden soll, darüber herrscht weitgehend Uneinigkeit. Das wurde bei einer Bürgerrunde am Montagabend in Neu-Sallenthin deutlich.

Klar ist nur: die ab 2015 geltende EU-Wasserrichtlinie erhöht die Anforderungen der Klärsysteme, deshalb müssen viele erneuert werden. Dazu kommt, dass sich der Tourismus auf Usedom schneller entwickelte, als erwartet, sagt Dietmar Sittig (55) vom Zweckverband „Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Insel Usedom“. Auch wegen steigender Übernachtungszahlen müssten bestehende und geplante öffentliche Kläranlagen angepasst werden — viele seien überlastet, zum Beispiel die in Benz.

Für die betroffenen Orte hat der Zweckverband daher drei Varianten erarbeitet (siehe Kasten). Entweder können sie ihr Abwasser (weiterhin) über Kleinkläranlagen entsorgen, jedoch erneuern, oder sie werden an öffentliche Anlagen angeschlossen.

In jedem Fall wird es teuer: Für den größten Zoff sorgen die unbekannten Kosten, die auf die Anwohner zukommen. „Der Betrag ist erheblich für jedes Objekt. Wie soll ich mich für eine Variante entscheiden, wenn ich nicht weiß, was es kostet?“, kritisiert Michaela Hendlmeier (44) aus Neu-Sallenthin. „Wir können erst anfangen zu kalkulieren, wenn wir wissen, was wir bauen“, entgegnet Sittig vom Zweckverband.

Michaela Hendlmeier und viele andere Anwohner forderten am Montagabend bei einer Bürgerrunde eine Musterrechnung, an der sie sich orientieren könnten.

So einfach geht das jedoch nicht, erklärt der stellvertretende Geschäftsführer des Zweckverbandes, Mirko Saathoff (33). „Die Planungen werden von vielen Faktoren bestimmt, zum Beispiel die Größe des Grundstücks, des Hauses oder die Beschaffenheit des Bodens. Eigentlich sind die Kosten erst klar, wenn wir fertig sind“, sagt er.

George Kwakkernaat aus Heringsdorf warnte, dass vorläufigen Prognosen des Zweckverbandes nicht zu trauen sei. „1999 haben wir die Anschlussgebühren zahlen müssen. In einer Nachkalkulation haben die sich versechsfacht!“, moniert er. „Ich bin selbst Unternehmer. Ich kann auch nicht sagen, es wird auf einmal drei mal so teuer.“

Mirko Saathoff versucht zu beschwichtigen, zählt die zu bezahlenden Posten auf: zunächst die Leitung bis zum Grundstück. Für die Leitung bis zum Haus müsste mit etwa 1000 bis 1500 Euro gerechnet werden. Außerdem käme ein einmaliger Anschlussbeitrag dazu, der sich auf 4,83 Euro pro Quadratmeter beläuft sowie die Abwassergebühren pro Kubikmeter.

Zufriedenstellend war das am Ende für die Bürger nicht. „Der Abend hat nichts gebracht. Es wurde nur durch die Blume geredet, ich hatte mir mehr Informationen gewünscht“, sagt Dietmar Mienert (54) aus Gothen. „Die Druckleitung zu öffentlichen Kläranlagen wird sowieso kommen.“

Auch das Gemeindeoberhaupt von Heringsdorf, Lars Petersen (47), der zu der Veranstaltung geladen hatte, erhoffte sich mehr. Nämlich einen einheitlichen Tenor von den Einwohnern. „Es würde meine Stimmabgabe bei der Verbandsversammlung erleichtern“, sagt er. „So müssen wir wohl auf jeden Ort einzeln zukommen.“

Rüdiger Franzke (74) aus Neu-Sallenthin bot an, mit einzelnen Parteien Beispielprognosen zu errechnen. „Ich denke, in zwei Monaten könnten wir damit fertig sein“, sagt er.

Danach soll erneut — mit konkreteren Zahlen — diskutiert werden. Und erst dann soll die Verbandsversammlung über die Varianten entscheiden. Der genaue Termin steht aber noch nicht fest.

Irene Burow

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