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Usedom Sturmflutschutz Nord-Usedom: Backhaus stellt neue Pläne vor
Vorpommern Usedom Sturmflutschutz Nord-Usedom: Backhaus stellt neue Pläne vor
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00:01 07.06.2017
Im Peenemünder Hafen sollen im Zuge des Hochwasserschutzes Straßen erhöht und Spundwände gebaut werden. Quelle: Foto: Valentina Meerkatz
Karlshagen/Peenemünde

Ein Rostocker Unternehmen soll nun die Pläne für den Hochwasserschutz im Norden der Insel Usedom zu Papier bringen. „Im Ergebnis der europaweiten Ausschreibung wurde die Firma Inros-Lackner mit den Planungsarbeiten beauftragt“, informiert Eva Klaußner-Ziebarth, Sprecherin des Umweltministeriums. Bis zu den Bauarbeiten dürften aber noch einige Jahre ins Land gehen: „Frühestens 2020 wird das Vorhaben ,Sturmflutschutz Nordusedom’ umgesetzt“, betont die Sprecherin und begründet das mit der Finanzierung durch das Land. „Das Projekt kann frühestens für den Doppelhaushalt 2020/2021 von MV angemeldet werden.“ Vorgesehen ist der Bau von zwei neuen Deichsystemen. „Geplant sind ein Ringdeich um Peenemünde und ein Riegeldeich vor Karlshagen zwischen Peenestromdeich und hohem Gelände auf der Ostseite von Usedom“, teilt die Sprecherin mit.

Am 4. Juli wird Minister in Karlshagen erwartet / Baubeginn nicht vor 2020

Flächenpool

Beim „Kompensationsflächenpool Cämmerer See“ ging es um die umstrittene Öffnung des Peenestromdeiches und damit die Renaturierung des Cämmerer Sees als Ausgleich für Industrieansiedlungen (Gaskraftwerk) in Lubmin. 2014 zog sich die EWN aus dem Projekt aber zurück.

Die detaillierten Pläne will Umweltminister Till Backhaus (SPD) persönlich im Inselnorden vorstellen. Dazu gibt es am 4. Juli um 17 Uhr im Karlshagener „Haus des Gastes“ eine öffentliche Informationsveranstaltung. Bereits im Februar 2015 stellte Backhaus in Karlshagen Pläne für den Hochwasserschutz vor, nachdem es neue Erkenntnisse aus digitalisierten Geländeerfassungen gab.

Ungläubigkeit und Skepsis machten damals die Runde zur überraschenden Neuausrichtung für den Hochwasserschutz der Orte Peenemünde, Karlshagen, Trassenheide und Zinnowitz.

Und auch diesmal wird sich der Minister auf einen „lebhaften“ Abend einstellen dürfen, denn die „Bürgerinitiative gegen den Deichrückbau im Inselnorden“ hat vor Wochen erst die Landesregierung aufgefordert, die Rückbauoption am Peenestromdeich aus den Hochwasserschutzplänen endgültig zu streichen. Bei der Option ging es um den Kompensationsflächenpool Cämmerer See der Energiewerke Nord GmbH (EWN). Im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen sollte der Peenestromdeich zurückgebaut werden. Die 2015 vorgestellten Pläne enthielten für den Fall neuen Bedarfs an Kompensationsmaßnahmen – 2014 wurde es wegen fehlender Nachfrage beendet – eine Wiederbelebungsoption.

„Wie letztendlich die Deichtrasse verläuft, müssen wir abwarten. Es sind noch viele Detailfragen zu klären. Beispielsweise, ob die Gräben überdeicht werden können“, sagt Nordamts-Verwaltungschefin Kerstin Teske. Vom Bau einer Spundwand im Anschluss an den vorhandenen Deich im Peenemünder Hafen zwischen Ferienhausgebiet und Marine-Regatta-Verein weiß Bauamtsleiter Reinhard Garske. „Die Straßen zum Hafen und im Bereich des Flughafenrings sollen erhöht werden. Mehr erfahren wir in der Runde Anfang Juli“, so Garske.

Im Frühjahr 2017 sollte bereits die Planung bei der zuständigen Behörde eingereicht werden. „Das dürfte erst im Frühjahr 2018 was werden“, so die Ministeriumssprecherin. „Ursache für die Abweichung von der ersten Zeitplanung ist, dass die bei der EWN im Zusammenhang mit dem Kompensationsflächenpool erstellten Kartierungsergebnisse zum Arteninventar nicht verwendet werden konnten. Es wurden neue Kartierungen für Fledermäuse und Brutvögel in den Deichtrassen notwendig.“

Vom Kombideich auf der Landesstraße 264 – Zufahrt in den Inselnorden – mit neuer Straße, Gleis und Radweg ist inzwischen keine Rede mehr. Die Verkehrsinfrastruktur sollte im Zuge der geplanten Baumaßnahmen im Rahmen des Peenemünder Entwicklungskonzeptes 2020 (Gesundheitspark, Kurmittelzentrum, Energiepark, Haus des Gastes) damit verbessert werden.

Henrik Nitzsche

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