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00:00 27.09.2016

Für die kalte Jahreszeit ist der „Kiek in“ gerüstet. Im Sozialladen an der Wolgaster Wilhelmstraße stapelt sich die Winter-Wäsche. Liane Kleintopf (55) aus Lassan und Tanja Schütt (24) aus Zemitz haben in der Kleiderwerkstatt alle Hände voll zu tun. „Die Sommersachen haben wir schon in Kartons verstaut und nun die Wintersachen rausgeholt“, erzählt Liane Kleintopf. Die gesamte gespendete Wäsche wird von den Ein-Euro-Jobberinnen zunächst sortiert und auf Brauchbarkeit geprüft. Anschließend wird alles gewaschen und nötigenfalls repariert.

„Kleidungsstücke gehören im ,Kiek in’zu den gefragtesten Verkaufsartikeln“, berichtet Teamleiterin Grit Krause und verweist auf die Statistik. Demnach wechselten seit der Eröffnung des Sozialkaufhauses vor nunmehr zehn Jahren 128987 Textilien den Besitzer. Immer gut zu tun haben auch die Männer in der Möbelaufarbeitung. Diverse Anbauwände, Küchenschränke und Kleinmöbel hat Thomas Wollenzin (50) schon auf ihren Erhaltungszustand geprüft – hier neue Wandhalterungen angeschraubt, da die Standfüße in Ordnung gebracht. Derzeit arbeitet der gelernte Schiffbauer eine Garten-Windmühle auf, die bis zur Jubiläumsfeier am 14. Oktober in neuem Glanz erstrahlen und dann sogar leuchten soll.

Die Bilanz, die das Team des Sozialladens bisher ziehen kann, ist beeindruckend. Außer der Bekleidung, verließen 14278 Möbelstücke, 9597 Elektrogeräte und 150 Fahrräder das Kaufhaus. Auch logistisch ist das insgesamt 25 Mitarbeiter zählende Team längst gut aufeinander eingespielt. Von Montag bis Freitag ist der Transporter täglich im Landkreis auf Achse. „Wir holen die Spenden kostenlos von zu Hause ab“, erklärt Grit Krause. Eine Abholung sofort auf Zuruf sei jedoch nicht möglich. „Da bitten wir unsere Spender um Verständnis. Denn wir müssen unseren Tourenplan optimieren.“

Was Möbel angeht, sei das Angebot erfahrungsgemäß in der Vor- und Nachsaison groß. „Dann richten viele Vermieter ihre Ferienwohnungen neu ein“, verdeutlicht die Teamleiterin. Im „Kiek in“ seien besonders Kleinmöbel gefragt. Große massive Schrankwände hingegen würden sich bisweilen als Ladenhüter erweisen, da sie sich für die heutzutage dominierenden Singlehaushalte nicht eigneten.

„Elektrogeräte, wie Kühlschränke, Waschmaschinen und Herde sowie Lampen können wir immer gebrauchen“, ergänzt Anja Bringezu, die für die Betreuung der Ein-Euro-Jobber zuständig ist. Auch Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Radios, Fernseher, Toaster und Computer passieren die Werkstatt, in der geprüft wird, ob die Geräte heil sind und funktionieren. Erst dann gelangen die Artikel zum Verkauf. „Der Preis variiert zum Beispiel bei den Möbeln je nach Größe und Beschaffenheit und bewegt sich in der Regel zwischen 29 und 50 Euro“, schildert Grit Krause.

Derzeit stünden 2808 Bedarfsgemeinschaften in der Kundendatei. „Uneingeschränkt darf man bei uns nicht einkaufen“, betont die Teamleiterin. „Beispielsweise gibt es pro Jahr je Person in einer Bedarfsgemeinschaft nur ein Großmöbel. Damit soll erreicht werden, dass die Waren wertgeschätzt werden und genug Artikel für alle da sind.“ Träger des Sozialladens ist nach wie vor die Fortbildungsakademie der Wirtschaft FAW gGmbH mit Sitz in Rostock. Eine Außenstelle des „Kiek in“ befindet sich in der Anklamer Lindenstraße. Gegebenenfalls würden, um Kundenwünsche zu erfüllen, Waren zwischen den Läden ausgetauscht.

In Wolgast sind die Mitarbeiter von Montag bis Freitag jeweils von 8.30 bis 17.30 Uhr für ihre Kunden da. Herzlich eingeladen wird hier auch am 14. Oktober ab 13 Uhr zur Feier anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Sozialladens. Die Gäste erwarten Kaffee und Kuchen, Mal- und Bastelstraße, Hüpfburg sowie ab 14.30 Uhr die bekannte Showband „Ohrwurm“.

Tom Schröter

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