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Usedom Suppen – So deftig wie bei Muttern
Vorpommern Usedom Suppen – So deftig wie bei Muttern
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00:00 27.03.2017
Lothar Mähl (i.B.) löste vor einem Jahr Giesbert Walter ab, der fast 20 Jahre lang an der Einfahrt zum Ziesaberg Eintöpfe servierte. Quelle: Foto: Stefan Brümmer

„Das macht vier Euro, bitte.“ Der Mann, der das täglich seinen Kunden sagt, heißt Lothar Mähl, ist 55 und mittlerweile Spezialist für Eintöpfe aus der Feldküche.

Die serviert er seinem hungrigen Autofahrervolk immer werktags ab 10.30 Uhr an der B 111 kurz vor Wolgast. Ein Jahr macht er das jetzt. Denn Mähl hat Walter abgelöst. Der Katzower Giesbert Walter hatte an gleicher Stelle fast 20 Jahre Eintöpfe aus der Gulaschkanone serviert. Lothar Mähl ist sein Nachfolger; einer, der sein Konzept übernommen hat und es genauso gut machen möchte.

Der Platz in Richtung Motocrossstrecke am Ziesaberg ist groß genug für Brummifahrer, die auch ihre schweren Sattelschlepper hier wenden können. Aber nicht nur die machen hier Halt. „Ich lebe von Berufskraftfahrern, Wolgastern, Tagestouristen und Vertretern – das geht bis zum Schlips hoch“, erzählt der Feldkoch. Und wenn die immer wieder kommen, ist auch Mähl zufrieden, „dann hat es ihnen geschmeckt“. Dass es so ist, liegt auch an Mitarbeiterin Andrea Kuhnert aus Pritzier. Die hat schon für Walter gekocht und ist jetzt Lothars Mitarbeiterin. „Allein schaffst du das nicht“, weiß

er.

Mähl ist einer, der nicht stille sitzen kann und hart arbeiten gelernt hat: „Ich muss immer was zu tun haben, wer rastet, der rostet!“ Allerdings, so hat auch er gelernt, sollte man nicht übertreiben. Die jahrzehntelange harte Arbeit als Maurer und später als selbstständiger Handwerker hat bei ihm Spuren hinterlassen: vor allem am Rücken und an den Knien. „Der Arzt hat mal zu mir gesagt, ich hätte eine Wirbelsäule wie ein 70-Jähriger.“ Das und zunehmende Schmerzen gaben dem Wolgaster zu denken. Er musste den Beruf wechseln. Mähl glaubt jetzt, nach einem Jahr als Mann an der Gulaschkanone, die richtige Berufung gefunden zu haben. „Der Start war nicht schlecht“, resümiert er, „ich kann alles bezahlen und davon leben.“

Fünf Gerichte hat er zurzeit „auf der Karte“. Alles Eintöpfe. Erbsen- und Weißkohleintopf sind seine Klassiker, „die immer gehen“. Weiße Bohnen, Linsen und Wruken sind besonders in der kalten Jahreszeit gefragt, weiß er. Mit Stammkunden kann er des Öfteren auch mal einen Plausch halten. Gerade kam Ulli mit seinem Freester Fischwagen. „Wenn es in meinen Plan passt und der Hunger mich plagt, mache ich gern bei Lothar mal Pause“, sagt Ulli. Er mag Weißkohleintopf – mit Nachschlag, versteht sich. Benjamin vom Straßenbauamt hat sich Linseneintopf mit Bockwurst und Tomatenketchup auffüllen lassen, auch ihm schmeckt es. Gegen 14 Uhr naht allmählich der Feierabend für Lothar Mähl: Zusammenbauen, die beiden Werbetafeln holen, den Platz reinigen und ab geht’s Richtung Heimat.

Dort beginnt die zweite Schicht mit der Reinigung und der Vorbereitung für den nächsten Tag, denn „täglich wird frisch gekocht“, versichert Mähl, dessen Arbeitstag stets früh um fünf Uhr beginnt und etwa um fünf Uhr abends endet.

Stefan Brümmer

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