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Usedom Swinemünde hat ein Seegras-Problem
Vorpommern Usedom Swinemünde hat ein Seegras-Problem
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00:00 17.05.2017
Umstrittene Seegrasablagerungen: Einige Swinemünder und Touristen suchen im Spülsaum nach Bernstein. Quelle: Foto: Andrzej Ryfczynski

Nicht nur deutsche Badeorte haben ein Problem mit vom Meer angespültem Seegras. Auch in Polen sorgt das natürliche Beiwerk für Diskussion. Die Regionale Umweltschutzdirektion in Swinemünde leitete jüngst ein Ermittlungsverfahren ein. Es geht um den Strand im Ortsteil Warszow östlich der Swine. Dort abgelagerter Tang ist offenbar illegal beseitigt worden. Und das, obgleich er als gesetzlich geschützter natürlicher Lebensraum gilt.

Geht es um Seegras, sind die Bewohner von Swinemünde geteilter Meinung. Da sind die Gegner des Spülsaums. Der Meeresrohstoff stinke und schrecke Touristen ab, beklagen sie. Die Strände sollten sauber sein, weil man sie sonst nicht nutzen könne. Eine ganz andere Auffassung vertreten Naturliebhaber. Sie sind absolut gegen die Beseitigung des Spülsaums. Es handele sich um Lebensraum, etwa für die Strand-Quecke, eine vom Aussterben akut bedrohte Pflanzenart, die nur an zwei Standorten in ganz Polen vorkomme – auf dem Warszower Strand von Swinemünde und in in der Danziger Bucht.

Die Stadtverwaltung sieht sich außen vor. Sie sei nicht zuständig, teilte sie mit. Immerhin schickte sie ein Schreiben an die Regionale Umweltschutzdirektion. In dem bat sie um eine Stellungnahme für den Umgang mit dem Spülsaum. Der liege auch im Sommer am Strand von Warszow, wenn dort Tausende Urlauber Erholung suchten, gibt Robert Karelus, Pressesprecher des Swinemünder Stadtpräsidenten, zu bedenken.

Die Regionale Umweltschutzdirektion in Stettin sieht keine Möglichkeit, in das Schutzgebiet einzugreifen und den Spülsaum zu beseitigen. Der Strand dürfe lediglich von Abfällen bzw. von fäulenden Tierkadavern, die ein epidemiologisches Risiko darstellten, bereinigt werden. Würden kommunale Abfalldienstleister das Seegras vom Strand beseitigen, würden sie enorme Schwierigkeiten bekommen.

Bleibt der verschwundene Spülsaum vom Warszower Strand: Mitarbeiter der Regionalen Umweltschutzdirektion haben Reifenspuren am Strand festgestellt. „Das ist allerdings kein endgültiger Beweis dafür, dass der Spülsaum mit einem Auto abtransportiert wurde“, sagt Anna Olów Wachowicz, Pressesprecherin der Regionalen Umweltschutzdirektion in Stettin. Ebensogut habe das Meer den Tang mit sich reißen können und das, bevor die Fahrzeugspuren hinterlassen wurden, gibt sie zu bedenken.

Endgültige Klärung erhofft man sich von Aufzeichnungen einer Videoüberwachungskamera, die dem Betreiber des nahen Flüssiggasterminals gehört. Die Regionale Umweltschutzdirektion hat bereits beantragt, die Aufnahmen der Video-Überwachung zu sichten. Interessanterweise wird derzeit der Bau eines Containerterminals im Swinemünder Ortsteil Warszow geplant. Ausgerechnet im Natura-2000-Schutzgebiet soll das Terminal entstehen. Die Befürworter des Investitionsprojektes beteuern, dass die Natur dabei keinen Schaden nehmen werde. Wirklich glauben aber tut das kaum jemand in Swinemünde.

Radek Jagielski

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