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Swinemünder fordern Denkmal für Fährhund Bolek

Swinemünde Swinemünder fordern Denkmal für Fährhund Bolek

Das Monument soll an eine arme Hundeseele und ihre Treue, an die Tierliebe unter vielen Menschen und die Gemeinheit des Aussetzens erinnern

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Bolek war ein rechtes Leckermaul. Mit treuem Hundeblick erbettelte er sich die geliebten Würste.

Quelle: Slawek Ryfczynski

Swinemünde. Die Einwohner Swinemündes, vor allem die Mitarbeiter der städtischen Schifffahrt hat eine traurige Nachricht erreicht. Der Hund Bolek, der über viele Jahre Touristen begrüßt hat und eine Zierde der Fährverbindung „Karsibór” war, musste eingeschläfert werden. Seit längerer Zeit war er krank und befand sich in einer Einrichtung für ältere und meist verletzte Hunde im Süden Polens. Er wurde dorthin gebracht, weil sein Zustand einer fast 24-Stunden-Pflege bedarf. Bolek wurde 16 Jahre alt.

Bolek liebte die Wurst. Wenn er darum bettelte, machte er Augen, dass man ihm nicht widerstehen konnte.”Bogdan Wójcik, Fährmann

„Vieles war uns gelungen. Wir haben die Probleme mit dem Gehen, der Haut, der Nahrungsmittelallergie, der überforderten Leber und den ständigen Durchfällen überwunden. Seinem Alter konnten wir nichts entgegensetzen. Dem Körper fehlte langsam die Kraft, um aufzustehen. Die Hintze hat sein Sterben befördert”, erzählt Kasia aus der Stiftung für Obdachlose Tiere Vendi Vigilas.

Der Tod Boleks hat die Einwohner von Swinemünde zutiefst gerührt. Im Internet wurde der Vorschlag gemacht, ihm zu Ehren ein Denkmal zu errichten oder einer Fähre seinen Namen zu verleihen. In Polen ist diese Dimension der Tierliebe nichts Außergewöhnliches.

An der Fähre ist unter dem Personal und den Reisenden tiefe Traurigkeit zu spüren. Bolek war in ganz Polen bekannt. Die Mitarbeiter der städtischen Schifffahrt wollten den heimatlosen Hund in seinen besten Zeiten auf keinen Fall im Tierheim abgeben. Sie haben ihm eine Hütte aufgestellt und sich um ihn gekümmert. Der Hund zeigte sich dafür dankbar, indem er treu war und seine Arbeit richtig erfüllte. Besonders gut konnte er die häufig am Anlieger zu beobachtenden Wildschweine abschrecken. Bei Kindern war er besonders beliebt. „Jedes Jahr spielte er mit meinen Kindern, mochte das Kratzen hinterm Ohr, er legte sein Maul in unsere Hände. Ich bin nicht aus Swinemünde, aber wenn die Einwohner Bolek ehren wollen, dann werde ich gern dabei helfen. Der Hund wird immer in der Erinnerung meiner Kinder bleiben”, erzählt eine Besucherin der Stadt.

Bolek war nicht der erste Fährhund. Die Mitarbeiter der Schifffahrt Swinemünde erinnern sich sehr liebevoll an alle ihren vierbeinigen Schützlinge. Noch vor mehr als zehn Jahren wohnten am Kai drei Hunde: Kapsel, Saba und Bolek. Jeder von ihnen hatte seine Gewohnheiten. Bolek fuhr gerne mit der Fähre. Problemlos überwand er die Treppen, besuchte die Brücke und die Räume der Besatzung. Das Kraftwerk besuchte er nur bei Gewitter. Der Grund: Der Lärm der Motoren übertönte den Donner. Noch besser, unter solchen Bedingungen schlief er am besten. Der Hund war aber sehr artig. Er hat nie die Autos, die auf die Fähre fuhren, gestört, er ging immer so wie die Passagiere.

Bolek mochte sehr gern Wurst und wusste, wie man um diese bitten sollte. „Er roch diesen Leckerbissen sofort”, erzählte Bogdan Wójcik, Mitglied der Besatzung einer der Fähren. „Er kam immer zum Fahrer und bat. Er machte solche Augen, dass man ihm nicht widerstehen konnte.” Jeder der Fährhunde landete wegen schlechten Menschen auf den Schiffen, sie waren auf offener Straße ausgesetzt worden und sollten sich allein durchschlagen. Durch Menschen zur Heimatlosigkeit verurteilt, fanden sie Zuflucht auf den Schiffen,wo sie viele Jahre in Ruhe und Freundlichkeit mit den Matrosen lebten.

„So ein Denkmal würde nicht nur an den lobenswerten Hundedienst erinnern, sondern auch an die menschliche Gemeinheit und die menschliche Liebe”, schreibt ein Internetgast.

Radek Jagielski

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