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Theater startet neue Spielzeit mit Luther

Greifswald Theater startet neue Spielzeit mit Luther

„Ordnung und Widerstand“ lautet das Motto für die 31 geplanten Premieren

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„Der Volksfeind“ von Henrik Ibsen feierte in Greifswald und Stralsund einen tollen Erfolg. Das Schauspiel wird wieder aufgenommen.

Quelle: Foto: Vincent Leifer

Greifswald. Das Theater Vorpommern hat in seiner letzten eigenständigen Spielzeit Großes vor: Ungeachtet der gerade noch einmal abgewendeten Insolvenz und der vom Land verordneten Fusion mit der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz im nächsten Jahr plant das Haus für 2017/18 insgesamt 31 Premieren. Das sind noch einmal zwei mehr als in der aktuellen Saison. Hinzu kommen viele Konzertangebote und besondere Events.

Das Motto all dieser Offerten: „Ordnung und Widerstand“. „Es entzündete sich an drei großen Jahrestagen“, erklärt Intendant Dirk Löschner, gekennzeichnet von Rebellion und Kampf. Eines davon ist – neben dem 100. Jubiläum der Oktoberrevolution und dem 50. Jahrestag der 68er-Revolution – das Reformationsjubiläum in diesem Jahr. Deshalb bringe die Schauspielsparte am Eröffnungswochenende im September „Martinus Luther“ von John von Düffel auf die Bühne. Gleich am Abend darauf, „erwartet das Publikum eine fantastische Version von ,Dantons Tod’ nach Georg Büchner“, kommentiert Oberspielleiter Reinhard Göber die Inszenierung von Annett Kruschke. Sie habe das vielstimmige Drama über die Französische Revolution in einen Monolog verwandelt. Er selbst werde mit „Leonce und Lena“ ein Lustspiel von Büchner inszenieren, das sehr politische Züge trage und sich um junge Menschen drehe, „die an Utopieverlust leiden“, sagt der Regisseur. „Außerdem“, so Göber, „wollen wir unsere Monodramenreihe fortsetzen und starten im Oktober mit Stefan Hufschmidt und seiner ,Bob Dylan Passion’.“ Insgesamt seien in dem Format wieder fünf Abende geplant.

„Im Kinder- und Jugendbereich werden wir ein weiteres Klassenzimmerstück inszenieren, in dem es um Körperkult und Essstörungen geht“, kündigt Chefdramaturg Sascha Löschner neben anderen Stücken an.

Freunde des Tanzes können sich auf eine Neufassung von „Le sacre du printemps“ und die Uraufführung „Auf verwachsenem Pfade“ zu Leos Janaceks gleichnamigem Klavierzyklus freuen, berichtet Ballettdirektor Ralf Dörnen. Die Tanzzeit stehe wieder im Programm sowie die Wiederaufnahmen von „Rhapsody in Gershwin“ und „Nussknacker“. Das Interesse an dem Tschaikowskij-Ballett sei ungebrochen:.

„18 Jahre nach der Premiere steuert es in der achten Besetzung auf die 100. Vorstellung zu“, zeigt sich der Ballettmeister fasziniert. Als Höhepunkt bezeichnet er die geplante Uraufführung „Die Träume des sinnreichen Junkers Don Quijote de la Mancha“.

Bestandteil des Spielplans werden wie gehabt auch sieben Philharmonische Konzerte sein, informiert Florian Csizmadia, kommissarischer Generalmusikdirektor. Er löst Golo Berg ab, der nach Münster wechselt. Das Publikum könne sich traditionell auf eine Reihe klassischer und zeitgenössischer Stücke freuen. „Beginnen werden wir mit einer europäischen Erstaufführung von André Previn“, so Csizmadia. Auch Namen wie Sergej Rachmaninow, Jean Sibelius, Gustav Mahler und Wolfgang Amadeus Mozart tauchen neben vielen anderen im Konzertspielplan auf.

Das Musiktheater möchte das Publikum mit dem Musical „Me and My Girl“ von Noel Gay begeistern. „Sehr spritzig, sehr tanzfreudig“, macht Musikdramaturgin Katja Pfeifer Lust darauf. Des Weiteren seien die Oper „Endstation Sehnsucht“ – hiesige Theaterbesucher kennen es bereits als Ballett – und das große italienische Werk „Tosca“ von Puccini geplant. Mozarts beliebtes Singspiel „Die Zauberflöte“

soll die Spielzeit beschließen.

Die Spielzeit 2017/18 am Theater Vorpommern – ein Ausblick

31 Premieren plant das Theater Vorpommern für die kommende Spielzeit, darunter allein 23 im Schauspiel. Daneben gibt es eine Reihe von Wiederaufnahmen erfolgreicher Inszenierungen und auch viele Konzerte.

Das Philharmonische Orchester lädt das Publikum zu einem Spielzeiteröffnungskonzert am 22. September in Greifswald und am 23. September in Stralsund ein.

„Ordnung und Widerstand“ heißt nicht nur das Spielzeitmotto, sondern auch ein großes Theaterspektakel auf allen Bühnen am 26. Mai 2018 in Greifswald und am 2. Juni in Stralsund:

Das Ensemble präsentiert an einem Abend fünf Stücke.

Petra Hase

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