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Therapie unter Buchen und Kiefern

Heringsdorf Therapie unter Buchen und Kiefern

Das Seebad Heringsdorf verfügt über Europas ersten Kur- und Heilwald. Mehrere Gäste und Einheimische testeten den Naturparcours zwischen der Heringsdorfer Grundschule und dem Ahlbecker Jägersberg bereits. Der Pfad, der offiziell noch nicht freigegeben wurde, wartet mit mehreren Besonderheiten auf.

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Die stellvertretende Kurdirektorin Dr. Karin Lehmann war schon mehrfach im neuen Kur- und Heilwald unterwegs. Sie freut sich, dass die Heringsdorfer ihren neuen Waldparcours bereits gut angenommen haben, obwohl die offizielle Eröffnung noch aussteht.

Quelle: Fotos: Dietmar Pühler

Heringsdorf. Am 20. März hat der kalendarische Frühling begonnen und seither zeigt sich mehrfach die Sonne am blauen Himmel. Dazu locken frühlingshafte Temperaturen hinaus in die Natur. Ganz im Geiste des Lyrikers Eduard Mörike, der dichtete: „Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte; ... Horch, von fern ein leiser Harfenton! Frühling, ja du bist´s! Dich hab ich vernommen.“

Passend dazu boten Dr. Karin Lehmann vom Eigenbetrieb Kaiserbäder Insel Usedom und Revierförster Sven Prabel am Tag des Waldes eine besondere Waldführung an. 60 interessierte Bürger und Gäste waren gekommen, um sich durch Europas ersten Kur- und Heilwald im Seebad Heringsdorf führen zu lassen. Die stellvertretende Kurdirektorin Dr. Karin Lehmann war von der Resonanz überwältigt, auch wenn sie schon zuvor wiederholt feststellen konnte, dass die Heringsdorfer ihren neuen Waldparcours bereits gut angenommen haben. Denn der Kur- und Heilwald zwischen der Heringsdorfer Grundschule und dem Ahlbecker Jägersberg ist seit einiger Zeit freigegeben, wenn auch die offizielle Einweihung noch eine Weile auf sich warten lässt.

360000 Euro investiert

Nachdem sich Experten über zwei Jahre hinweg intensiv mit der „Entwicklung der natürlichen Ressource Wald zum Kur- und Heilwald zur Nutzung als Therapeutikum und dessen Vermarktung“ beschäftigt haben, ist der Prototyp auf der Insel Usedom nun fertig. Insgesamt wurden 360000 Euro investiert, davon 90 Prozent aus Fördermitteln, um den Heringsdorfer Forst zum Kur- und Heilwald werden zu lassen. Es wurden dafür drei Rundwege (Heilwaldwege 1, 2 und 3) mit unterschiedlichen Längen, Steigungen und Schwierigkeitsgraden auf bestehenden Waldwegen ausgewiesen.

Darüber hinaus ist der Heilwaldweg 1 (1110 Meter Länge) mit einer Bordsteinkante ausgestattet, die es Blinden ermöglichen soll, den Weg mit dem Stock zu ertasten. Die Heilwaldwege sind mit unterschiedlichen Farben gekennzeichnet. Dazu ist ein Kurwaldweg markiert, der die Heilwaldwege mit den außerhalb derer liegenden Stationen Steinerner Tisch, Pflanzgarten und Wolfgangsee verbindet.

Entlang der Wege befinden sich mehrere Info-Tafeln zur Historie (Gaststätte auf dem Präsidentenberg, Bismarckturm, Thingstätte) oder zu den Heilwald-Stationen „Platz der Stille und Ruhe“, „Sensorikpfad“ oder „Motorikpfad“.

Der Poesiepfad hält auch Zitate berühmter Persönlichkeiten zum Wald für die Wanderer bereit. Kurze Wege haben die Benutzer des Heilwaldplatzes, der direkt am Hauptzugang an der Heringsdorfer Grundschule Therapeuten die Möglichkeit gibt, mit Kurgästen aktive Übungen im Wald zu absolvieren.

Motorik- und Sensorikpfad

Neben den Kurkliniken werden auch Wellness-Hotels und Bildungseinrichtungen den Motorik- und Sensorikpfad nutzen. Außerdem sieht Dr. Lehmann „Gäste, die aktiv etwas für sich tun wollen“ als künftige Nutzer des Kur- und Heilwaldes. Sie selbst ist jetzt schon begeisterte Besucherin des Gesundheitsparcours. Schon von Berufs wegen ist sie häufig dort anzutreffen. Vor der jüngsten Waldführung war sie am Wochenende zuvor im Rahmen der Tagung des Bäderverbandes MV mit dem Beirat für Kur- und Heilwälder hier. Auch der Wellness-Beirat des Tourismusverbandes Insel Usedom hat den Parcours schon getestet. Dabei trifft Karin Lehmann immer wieder Einheimische, die sich lobend äußern.

Atemberaubendes Panorama

„Ich finde es wunderbar, dass die Bewohner von ,Stella Maris’ hierher kommen und eine Frau mit Rollator mir stolz berichtete, dass sie schon ein ganzes Stück weiter kommt“, erzählt die stellvertretende Kurdirektorin. Noch ein großes Stück weiter, am anderen Ende des Weges, liegt ihr persönlicher Lieblingsplatz. Dort, wo einst der Bismarckturm stand, wurde das Fundament desselben freigelegt und eine Sichtschneise in den Wald geschlagen, die nun einen atemberaubenden Blick über die Ostsee freigibt. Der Ausschnitt gleicht bei diesigem Wetter einem Gemälde von Caspar David Friedrich. Hier steht eine Bank, auf der man stundenlang übers Meer schauen und die Welt um sich vergessen könnte.

Nicht zu vergessen thront dort eine in Stein gehauene Windrose, die wie die einen Steinwurf entfernte Liebesbank vom Bildhauer Jörg Steinert aus Angermünde stammt. Die wunderschöne Arbeit aus Gneis wird nicht nur Liebespaare zum Verweilen anlocken. Denn Dr. Lehmann kann sich vorstellen, rund um den Präsidentenberg Veranstaltungen wie „Mystik im Wald“ oder Picknick im Grünen anzubieten.

Waldkonzerte hingegen wird es woanders geben. Dafür sei der Steinerne Tisch mit seiner besonderen Akustik prädestiniert.

Gastgeber für 1. Waldkongress

Am 13./14. September wird die Gemeinde Ostseebad Heringsdorf Gastgeber für den 1. Internationalen Waldkongress sein, in dessen Rahmen Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) den Heringsdorfer Kur- und Heilwald zertifizieren wird. Mit diesem ist die Kommune Vorreiter für drei weitere in Mecklenburg-Vorpommern geplante Kur- und Heilwälder in Bad Doberan, Krakow am See und Sassnitz auf der Insel Rügen. Entwickelt wurde das Konzept vom Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern, der damit den Masterplan des Landes zum Gesundheitsland Nr. 1 stärken möchte.

Dietmar Pühler

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