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Usedom Tier-Schmuggler will Welpen zurück
Vorpommern Usedom Tier-Schmuggler will Welpen zurück
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00:00 05.04.2016

Der Fall schlug in der Nachbarstadt hohe Wellen: Ende März wurde auf der Zufahrtsstraße zum Fährhafen in Swinemünde ein 31-jähriger Mann festgenommen, der versucht hatte, vier reinrassige Hundewelpen und Katzenbabys nach Schweden zu schmuggeln. Die Tiere wurde in einem Beutel im Kofferraum seines Fahrzeuges entdeckt. Sie kamen nach einer Untersuchung durch einen Tierarzt in die Obhut eines Tierheimes. Jetzt ist bekannt geworden, dass der Festgenommene die Tiere wieder zurückhaben will. Vor kurzem soll er nämlich im Tierheim erschienen sein, um die Welpen abzuholen. Wahrscheinlich, weil sie sehr wertvoll sind und in Schweden auf dem Schwarzmarkt verkauft werden sollten. Die Welpen Shar pei mit Stammbaum kosten in Polen etwa 2000 Zloty, Zwergpinscher etwa 700 Zloty und die Kätzchen Sphinx sogar mehr als 2000 Zloty.

Nach seiner Festnahme hatte der Mann zunächst behauptet, nicht der Besitzer der Tiere zu sein. Er solle sie nur nach Schweden transportieren. Während der Kontrolle durch den Grenzschutz stellte sich heraus, dass der Mann ein gerichtliches Fahrverbot hatte. Er stand auch unter Einfluss von Drogen.

„Er zeigte irgendwelche Dokumente und behauptete, dass er das Recht auf die Hunde hat. Wir haben ihm die Tiere nicht gegeben, weil sie noch in der Quarantäne waren. Die Welpen, die zu uns gekommen sind, waren in einem schrecklichen Zustand — entwässert, abgemagert und ziemlich verfloht. Sicherlich würden sie die Reise nach Schweden nicht überleben“, sagt Patrycja Lewandowska, Veterinär-Technikerin im Swinemünder Tierheim. Die größeren Welpen hatten dagegen mehr Kraft. Sie haben sich schon gut erholt und wurden geimpft und gefüttert.

Schlimmer war es mit den Zwergpinschern. „Es war offensichtlich, dass die Welpen zu schnell der Mutter entzogen wurden“, meint die Mitarbeiterin. „Als man sie entdeckt hatte, waren sie schrecklich unterkühlt und hatten Durchfall. Sie hätten es nicht überlebt“, ergänzt sie.

Tierliebhaber in Swinemünde sind über das Verhalten des Mannes aus der Lubliner Woiwodschaft empört. Er soll auf keinen Fall die Welpen zurückbekommen. Die endgültige Entscheidung liegt allerdings bei der Staatsanwaltschaft in Swinemünde. Staatsanwalt Wlodzimierz Cetner sagte auf Nachfrage, dass gegen den Mann ein Verfahren wegen Misshandlung von Tieren anhängig ist. Die Entscheidung über das Schicksal der Welpen soll noch in diesem Monat fallen. „Der Mann hat eine Erklärung abgegeben, die wir jetzt prüfen. Weiterhin ist nicht bekannt, ob er der Eigentümer der Tiere ist. Seine Aussage ist widersprüchlich“, sagt der Staatsanwalt.

Bis zur Aufklärung des Falls bleiben die Tiere vorerst im Tierheim. In Polen drohen für die Tötung eines Hundes oder Tierquälerei mit besonderer Grausamkeit bis zu drei Jahre Gefängnis.

Von Radek Jagielski

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