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Tischtennis spielen hält jung

Zinnowitz Tischtennis spielen hält jung

Bei den Seniorenmeisterschaften des Landes waren die ältesten Teilnehmer weit über 80 Jahre alt

Zinnowitz. „Sport hält jung“ – zugegeben, eine Phrase. Doch bezieht man diesen Spruch auf die Teilnehmer der Senioren-Landesmeisterschaften (Altersklassen 40 bis Ü 80) im Tischtennis, dann haben in Zinnowitz am Wochenende nur „junge“ Menschen gespielt. Tatsächlich aber sind unter ihnen elf Senioren und eine Seniorin gewesen, die bereits ihr achtes Lebensjahrzehnt erreicht haben – unter ihnen auch der Greifswalder Paul Kroll (80).

Die Älteste war die Rostockerin Edith Bruhn. Sie ist 87 Jahre alt und nimmt immer noch regelmäßig an Meisterschaften in Deutschland teil. Durch ihre Platzierungen (Gold/Bronze) hat sie es wieder geschafft und ist im März bei den Norddeutschen Titelkämpfen in Hamburg dabei. „Zweimal gehe ich in der Woche noch zum Training“, sagt die Rostockerin. „Und immer für zwei Stunden. Das ist für mich die Abwechslung vom Alltag. Was soll ich allein in meiner Wohnung? Und so lange es mir Spaß macht und ich auch noch körperlich dazu in der Lage bin, spiele ich Tischtennis“, verspricht Edith Bruhn.

Bei den Männern war Rolf Solbrig mit 82 Jahren der älteste Teilnehmer. „Natürlich ist so ein Turnier und jedes Spiel anstrengend“, sagt der Stralsunder, der zweimal Dritter wurde. Er habe aufgrund gesundheitlicher Probleme zwar ab und an mit Schmerzen zu kämpfen, vertritt aber konsequent die Meinung: „Sport ist keine Quälerei, sondern ein Lebenselixier.“

So haben viele Junggebliebene sich an den 16 Tischen, die in den Hallen der Zinnowitzer Sportschule aufgebaut waren, redlich bemüht, Tischtennis „vom Feinsten“ zu zeigen – auch Verbandspräsident Dr.

Georg Weckbach. „Wir haben wieder einmal ein hohes sportliches Niveau erlebt“, sagt der 75-jährige Stralsunder. „Viele unserer Spieler sind noch in der Verbandsoberliga aktiv.“ Weckbach hat in seiner Altersklasse das Doppel mit Uwe Quast (Stralsund) gewonnen. „Wir waren ordentlich überrascht“, gibt Weckbach zu, denn zuvor hat das Duo sogar die Top-Favoriten Mönke/Spickermann (Rostock/Greifswald) besiegt gehabt.

Der Verbandspräsident hat auch lobende Worte für den durchführenden Verein der Meisterschaft, Eintracht Zinnowitz, übrig: „Das war wieder einmal eine wunderbare Veranstaltung. Alles stimmte, vom Material her bis zur Versorgung und Unterbringung.“

Darüber freut sich vor allem Wolfgang Gehrke, der Abteilungschef Tischtennis bei der Eintracht. „Vor vier Jahren waren wir bereits einmal Ausrichter der Wettkämpfe und hatten entsprechende Erfahrungen“, sagt Gehrke, der den Dank aber gern weitergibt an seine vielen Helfer und Unterstützer. „Viele Vereinsmitglieder und ihre Ehepartner waren dabei, haben beim Aufbau, der Betreuung und bei der Versorgung geholfen.“ Gehrke ist stolz darauf, „dass wir von allen Teilnehmern viel Zustimmung erhalten haben. Die Stimmung war hervorragend und auch das Niveau an den Platten und im Umfeld haben gestimmt.“

Ralf Edelstein

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