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Usedom Tolles Gebiss ist in – sogar im Regenwald
Vorpommern Usedom Tolles Gebiss ist in – sogar im Regenwald
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00:00 29.03.2017

Zahnärzte haben es nicht leicht: Auf ihrem Stuhl landen angsterfüllte Patienten, Menschen, die vor Schreck zubeißen und Kinder, die den Mund nicht aufmachen. Prof. Georg Meyer, langjähriger Chef der Greifswalder Zahnklinik, kann davon ebenso wie seine Berufskollegen Kay Kischko aus Wolgast und Karsten Lüder aus Bansin viele Geschichten erzählen. Und natürlich gibt es auch die Patienten, die mit „ihrem“ Zahnarzt Tolles, Kurioses oder eben auch mal Schmerzhaftes erlebt haben ...

Ehemann als Schmerzursache

„Was gehen Sie meine Kopfschmerzen an?“, war einst die barsche Reaktion einer resoluten Dame auf eine entsprechende Frage von Georg Meyer. „Ich war zu der Zeit junger Assistenzarzt. Da ich mich schon damals wissenschaftlich und klinisch mit den Zusammenhängen von zahnmedizinischen Risikofaktoren und Kopfschmerzen beschäftigte, war diese Frage normal, wenn ich an den Zähnen Hinweise auf Funktionsstörungen fand“, sagt er. Darunter versteht man nicht korrekt zueinander passende Zähne . „Ich erzählte ihr, dass stressige Lebenssituationen, die volkstümlich mit ’Zähne zusammenbeißen’

charakterisiert werden, vor allem dann zum Kopfschmerzrisiko werden können, wenn die Zähne von Ober- und Unterkiefer nicht präzise zueinander passen.“ Sie bekam eine sogenannte Aufbissschiene und wurde beschwerdefrei. Vertrauensvoll erzählte sie ihrem Zahnarzt später, dass sie die Schiene immer dann brauchte, wenn ihr Ehegatte, ein Professor, schlechtgelaunt nach Hause käme. „Abends hat er sich dann meistens wieder beruhigt und ich kann die Schiene herausnehmen ...“, so ihr Kommentar.

Welle nimmt Gebiss mit

Eine Dame hatte beim Baden in der Ostsee mit solcher Wucht eine Welle ins Gesicht bekommen, dass sie dabei ihre Prothese verlor. Unglücklich erschien sie am nächsten Morgen in der Praxis ihres Zahnarztes. Sofort wurden neue Abdrücke genommen ... Währenddessen riet ihr eine Schwester, doch mal die ABM-Kräfte, die morgens den Strand reinigen, zu fragen. Vielleicht war was in ihren Rechen hängengeblieben? Die Patientin hielt das für zwecklos. Doch: Am nächsten Morgen erschien sie freudestrahlend mit ihrer Prothese im Mund: „Sie war tatsächlich angespült und von den ABM-Kräften gefunden worden“, erklärte sie.

Papas Zähne poliert

Ein junger Vater hat vor Jahren Kay Kischko schwer beeindruckt, als er mit seiner kleinen Tochter zur Behandlung kam. Die wollte unter keinen Umständen auf dem Behandlungsstuhl klettern. Der Vater hatte die rettende Idee: Er setzte sich drauf und nahm die Kleine auf den Schoß. Der Zahnarzt untersuchte die Zähne des Vaters, sie schaute interessiert zu, bekam sogar einen Spiegel zum Schauen.

Überzeugt hat die Kleine letztlich, dass sie Papas Zähne selbst polieren durfte. „Der Bann war gebrochen,“, erinnert sich der Zahnarzt.

Affe trägt jetzt eine Schiene

Eine Studentin der Forstwirtschaft musste wegen ihres offenen Bisses eine Schiene tragen. Als frischgebackene Forstwirtin nahm sie danach an einem Forschungsprojekt im brasilianischen Regenwald teil.

Nach sechs Monaten kehrte sie zurück und erzählte verlegen, dass sie im Urwaldcamp ihre Schiene auf einen Tisch gelegt hatte. Völlig überraschend schnappte ein Affe diese und verschwand. Seit dieser Zeit gibt es also einen Affen im brasilianischen Regenwald, der dort mit einer Greifswalder Schiene für unsere Zahnmedizin wirbt ...!

Die Kölner haben Humor

Eine Urlauberin aus Köln bekam Probleme mit dem Zahnfleisch. Alles war entzündet. Täglich kam sie zum Spülen. Endlich entdeckte der Zahnarzt die Ursache: In einer Zahntasche fand er ein Haar, vermutlich eine Wimper. Als er der Dame das Haar zeigte, meinte sie im typisch rheinischen Dialekt: „Was’n Glück ... Stelle Se sich vor, dat Haar wäre jekräuselt jewesen ...“.

Der letzte Übeltäter

OZ-Leserin Karin Arndt widmet ihrem allerletzten Zahn eine schöne Geschichte: „Meinen letzten Zahn verwöhnte ich von allen Seiten. Seine Brüder hatten es nicht so gut. Wenn sie mir nicht passten, nahm ich sie heraus und legte sie ins Wasser. Der ärztliche Rat, seinem überheblichen Wesen beizukommen, hieß: abschleifen oder entfernen. Da er schon auf wackligen Beinen stand, entschied ich mich für das Letztere. Der Schöne kam in eine Plastikfolie und fand seinen Platz in einer Keramikdose bei den Vorgängern – als Andenken an die vielen Schmerzstunden und froh, die Bösewichter los zu sein!

Zum Glück leben wir nicht im Mittelalter, wo der Barbier mit Haken oder Holzhammer-Alkohol-Narkose die vereiterten Zähne herausgerissen hat“, erzählt Karin Arndt.

Cornelia Meerkatz

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