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„Tonis“ begeistern die Österreicher

Schulnavigator Teil 5: Heberlein-Schule in Wolgast „Tonis“ begeistern die Österreicher

Wolgaster Schüler-Töpferwerkstatt über die Stadtgrenzen hinaus für gute Arbeit bekannt

Wolgast. „Wir wollten unbedingt Tonis werden“, schwärmen Vanessa Knuth und Miechelle Leoni Ruge. Damit die Tonwerke der neuesten Bestellung pünktlich fertig werden, treffen sich die beiden Freundinnen mit den „Tonis“ der Carl Wilhelm Bertold Heberlein-Schule jeden zweiten Montag und jeden Donnerstag in der Töpferwerkstatt im Keller der Schule.

Die „Tonis“, so heißt die Schülerfirma der Wolgaster Regionalschule mit angeschlossener Grundschule. In der Firma, in der immer um die neun Schüler beschäftigt sind, lernen die Jugendlichen nicht nur, wie man töpfert, sondern auch, was alles dazu gehört, eine Firma zu führen. Neben der Herstellung der Töpferwaren stehen deshalb auch Kalkulationen, Finanzierungen oder die Vermarktung der selbst gefertigten Produkte auf dem Programm.

Die beiden 14-jährigen „Tonis“ Vanessa und Miechelle sind voller Begeisterung dabei. Kein Wunder, zählt neben einigen Kommunen der Umgebung sogar die Konsulin von Österreich zu ihren Kunden. Sie hatte über das Bildungsministerium einen Leuchtturm bei den Tonis in Auftrag gegeben.

Mit ihren „Tonis“ hat die Schule schon etliche Preise eingeheimst. So wie auf der Schülerfirmenmesse in Rostock den 1. Preis. Auch von der IHK wurde die Schule bereits wegen ihrer gut organisierten Schülerfirma ausgezeichnet.

Die Schule, in die von der 1. bis zur 10. Klasse 416 Schüler in 20 Klassen gehen, ist nicht nur, was ihre Schülerfirma angeht, etwas Besonderes. Sie ist auch die Ausbildungs- und Seminarschule für die Referendare der gesamten Region, hat aus diesem Grund auch die Studienleiterin direkt im Haus. Drei Referendare werden an der Heberlein-Schule zu zukünftigen Lehrern ausgebildet. Dazu kommen die der anderen Schulen aus der Region. „Wir können mit allen Fragen kommen und bekommen immer Hilfe“, sagt die jüngste Referendarin Vera Roselius, die ihre Zeit bis zum 2. Staatsexamen unbedingt in der Schule absolvieren will.

Die Heberlein-Schule ist mit ihrer Ausstattung eine der modernsten. Die Schule an sich ist zwar weit über 50 Jahre alt, ist jedoch erst 2014 in das jetzige, vollkommen neu gestaltete Gebäude gezogen.

Moderne, helle Räume, die durch ihre flexible Bestuhlung multifunktional eingesetzt werden können. Zwei Räume sind mit Smartboards ausgestattet. Die Schule hat zwei Schulhöfe. Einen für die Grundschüler, der erst 2016 mit neuen Spielgeräten ausgestattet wurde. Und einen für die Oberschüler. „Auch sie sollen demnächst eine Fitness-Strecke mit modernen Geräten bekommen“, erklärt Schulleiterin Roswitha Fennert.

Das meiste Geld für große und kleine Schulträume, aber auch für die vielen Spenden zum Beispiel an das Greifswalder Kinderhospiz „Leuchtturm“ oder die Kinderkrebsstation sammeln die Schüler durch Sponsorenläufe selbst zusammen. Sie werben für ihre Projekte bei Unterstützern, die dann beim jährlichen Sponsorenlauf während des Sportfestes bei den Schülern zu absolvierende Stadion-Runden kaufen können.

Schon seit fünf Jahren findet sowohl in der Grundschule, als auch in der Realschule jeweils ein Deutsch-als-Zweitsprachekurs (DaZ-Kurs) statt. „Wir haben derzeit 22 Kinder und Jugendliche in diesen Kursen“, erzählt die Schulleiterin.

Als Agenda 21 Umweltschule beschäftigen sich in der Heberlein- Schule etliche Projekte mit nachhaltiger Wirtschaft. Es gibt einen eigenen Schulgarten mit einer Kräuterspirale, in dem die Schüler Terra Preta und Humus herstellen. Und der Integrationsgarten in der Stadt wird von den Schülern betreut.

„Den Kindern eine vielfältige und genderorientierte Lebensvorbereitung zu geben, ist uns Lehrern an der Heberlein-Schule eine Herzensangelegenheit“, so Roswitha Fennert.

Sandra Grüning

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