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Usedom Drama in Wolgast: Mädchen stirbt an Verbrühungen
Vorpommern Usedom Drama in Wolgast: Mädchen stirbt an Verbrühungen
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09:58 09.10.2018
In einer Wohnung dieses Hauses in Wolgast-Nord ist am Freitag ein totes Mädchen entdeckt worden. Quelle: Tilo Wallrodt
Wolgast

Trauer, Wut und Entsetzen in Wolgast: Das dreijährige Mädchen aus der Kleinstadt vor den Toren der Insel Usedom, das am vergangenen Freitag tot von seiner Mutter im Bett gefunden wurde, ist an der Folge von schweren Verbrühungen gestorben. Die Obduktion des Mädchens durch Rechtsmediziner am Montag beweise das eindeutig, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Sascha Ott.

Gegen die Mutter werde nun wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Die 27-Jährige habe bei einer Befragung angegeben, das Kind am Vorabend nach einem Erkältungsbad mit den Verletzungen ins Bett gelegt zu haben. Am Morgen habe sie es leblos vorgefunden. Das Kind wies nach Angaben der Staatsanwaltschaft Verbrühungen an etwa 30 Prozent des Körpers auf. Nun müssten die genauen Todesumstände ermittelt werden, sagte Ott weiter.

Kinderarzt: Schmerzen schon bei 37 Grad Wassertemperatur

Ein Kind, das mit solchen schweren Verbrühungen ins Bett gelegt wird, müsse anfangs laut und anhaltend geschrien haben, schätzte ein Experte ein. Professor Holger Lode, Geschäftsführender Direktor der zur Universitätsmedizin Greifswald gehörenden Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, reagierte auf den Fall bestürzt. Es komme zwar immer wieder mal zu Verbrühungsunfällen im Haushalt, aber dass 30 Prozent der Haut einer Dreijährigen Verbrühungen aufweisen, gehe ihm als gestandener Kinderarzt sehr nahe, sagte er. Nach seinen Worten ist für dieses Alter eine Badetemperatur von 30 bis 32 Grad gerade noch vertretbar. Schon bei 37 Grad, also der eigentlichen Körpertemperatur, erwache das Schmerzempfinden der Kinder.

Mutter war dem Jugendamt bekannt

Die junge Mutter, die im Stadtteil Wolgast-Nord lebt, war dem Wolgaster Jugendamt schon seit längerem bekannt und wurde durch die Behörde betreut. Das dreimonatige Geschwisterkind wurde nun nach dem Tod seiner größeren Schwester vom Jugendamt in Obhut genommen, wie eine Sprecherin des Landkreises sagte. Zwei ältere Geschwisterkinder leben bereits in Pflegefamilien. Beim letzten Besuch von Mitarbeitern des Jugendamtes im September – also nach der Geburt des Babys - hätten sich keine Auffälligkeiten gezeigt, sagte die Kreissprecherin. „Wir sind sehr erschüttert.“ Auch der Bürgermeister der Stadt Wolgast, Stefan Weigler (parteilos), zeigte sich tief betroffen: „Ich bin sehr, sehr traurig, auch wenn ich die Familie nicht persönlich kenne“, sagte er.

Die 27 Jahre alte Mutter, die ursprünglich aus dem Süden der Insel Usedom stammt, hatte am Freitagmorgen den Rettungsdienst informiert und nach Angaben der Polizei unter telefonischer Anleitung versucht, das Kind wiederzubeleben. Der später eintreffende Notarzt konnte jedoch nur noch den Tod des kleinen Mädchens feststellen. Die junge Frau war zum Zeitpunkt mit der Dreijährigen und einem Baby allein in der Wohnung.

Cornelia Meerkatz und Alexander Loew

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