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Tourismus ist Königsklasse, Löhne nur Kreisklasse

Vorpommern-Greifswald Tourismus ist Königsklasse, Löhne nur Kreisklasse

Jörg Dahms, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) sieht die Branche vor großen Problemen, sollten die Löhne nicht steigen. Der gesetzliche Mindestlohn ist zum 1.

Vorpommern-Greifswald. Jörg Dahms, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) sieht die Branche vor großen Problemen, sollten die Löhne nicht steigen.

Der gesetzliche Mindestlohn ist zum 1. Januar von 8,50 auf 8,84 Euro pro Stunde gestiegen. Die Gewerkschaft könnte doch zufrieden sein?

Dahms: Nein. Denn Fachkräfte mit einer soliden Ausbildung dürfen nicht nach Mindestlohn bezahlt werden. Ein Koch im ersten Berufsjahr verdient derzeit pro Monat 16 Euro mehr als wenn er nach Mindestlohn bezahlt werden würde. Das kann nicht sein. Es handelt sich um einen kreativen und anspruchsvollen Beruf. Entlohnt wird er aber wie ein ungelernter Mitarbeiter. Der Tourismus spielt in der Königsklasse, doch die Löhne bewegen sich in der Kreisklasse.

Was wollen Sie tun?

Dahms: Es wird uns als Gewerkschaft nichts anderes übrig bleiben, als den Tarifvertrag zu kündigen. Entscheiden muss dies aber die Tarifkommission. Der neue Tarifvertrag muss sich so ändern, dass es wieder lukrativ wird, im Hotel- und Gaststättengewerbe seine Bewerbung abzugeben, beziehungsweise seinen Kindern zu empfehlen, in dieser Branche eine Ausbildung zu machen. Die Branche hat ein Problem und das muss dringend gelöst werden.

In den Hotel- und Gaststättenbranche sind inzwischen viele ausländische Arbeitnehmer beschäftigt. Ist das eine Lösung?

Dahms: Die Branche benötigt Fachkräfte, dies können auch ausländische Arbeitnehmer sein. Ausländische Arbeitnehmer müssen aber hier leben. Und wer die Not dieser Menschen ausnutzt, um sie billig zu beschäftigen, der handelt nicht ehrenwert.

Die Hotel- und Gaststättenbranche wünscht sich mehr Flexibilität im Arbeitszeitgesetz. Was sagt die Gewerkschaft dazu?

Dahms: Schon zehn Stunden Arbeitszeit sind zwei Stunden zu viel. Eine Ausweitung des Arbeitszeitgesetzes wäre der Sargnagel für die Branche. Es würde den Beruf noch unattraktiver machen.

Interview: Martina Rathke

OZ

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