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Usedom Tourismusabgabe spaltet Urlauberorte
Vorpommern Usedom Tourismusabgabe spaltet Urlauberorte
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00:00 18.10.2017
Swinemünde

Müssen Besucher polnischer Städte bald eine generelle Tourismusabgabe bezahlen? Soweit könnte es kommen, wenn ein neuer Vorschlag der Vereinigung der polnischen Städte und Selbstverwaltungen das Parlament in Warschau passiert. Der sieht vor, die bisherige Regel für Kurtaxen außer Kraft zu setzen und durch eine einheitliche Tourismusabgabe in Höhe von täglich 2,22 Zloty (50 Cent) pro Person zu ersetzen. Die Gemeinden sollen diese Abgabe kassieren – unabhängig von Umweltbedingungen.

Bislang darf in Polen eine Kurtaxe nur dann erhoben werden, wenn Gemeinden bestimmte Klima- und Umweltbedingungen erfüllen. Und das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Die neuen Vorschriften könnten nächstes Jahr schon in Kraft treten. Die Taxe würde dann auch jedes Jahr nach dem Inflationsindex aktualisiert.

Der Vorschlag ist durchaus umstritten. Einige Gemeinden haben Angst, dass die neue Abgabe schlichtweg Touristen abschrecken könnte. Andere wehren sich, weil sie durch die Kurtaxe mehr einnehmen. Zu letzteren zählt Swinemünde: Hier müssen Touristen pro Aufenthaltstag vier Zloty (ein Euro) pro Person und Nacht bezahlen. Auf diese Weise fließen pro Jahr rund sechs Millionen Zloty (etwa 1,5 Millionen Euro) in die Stadtkasse. Der Staat schießt weitere sechs Millionen Zloty nach. Als Gegenleistung muss Swinemünde diese Einnahmen in die Kurortfunktionen, darunter Umweltverbesserungsmaßnahmen, investieren. Dank der Kurtaxe wurden zum Beispiel ein neuer Fahrradweg zur Windmühle am Strand gebaut, Teile des Kurparks erneuert und Strandaufgänge verbessert.

In kleineren Orten sind die Kurtaxen deutlich geringer als von der Vereinigung der Polnischen Städte gefordert oder werden gar nicht erhoben. Das ist zum Beispiel in Miedzyzdroje (Misdroy) der Fall.

Hier müssen die Touristen nur zwei Zloty pro Person und Nacht bezahlen. Die Einnahmen der Kommune aus dieser Quelle betragen 1,2 Millionen Zloty (300000 Euro) pro Jahr.

„Wir fördern mit dem Geld alle Aktivitäten, die den Tourismus angehen. Wir bezahlen damit den Rettungsdienst, die Strandaufräumarbeiten oder die Blumenbeete, die die Promenade zieren“, sagt Henryk Nogala, Sekretär im Stadtamt Miedzyzdroje. Seiner Meinung nach sollte man die Idee einer neuen Abgabe mit Vorsicht genießen. Eine zu hohe Gebühr könnte die Touristen abschrecken, die sich unter Umständen für kleinere Ortschaften entscheiden, die wettbewerbsfähigere Preise anbieten. „Die Kurtaxe muss stets ausgewogen sein. Bei uns wird diese seit Jahren nicht erhöht. Im kommenden Jahr sind auch keine Änderungen in dem Bereich geplant“, fügt Henryk Nogala hinzu.

In Stepnica, einer kleinen Gemeinde am Stettiner Haff, wird gar keine Kurtaxe erhoben. Die neue Tourismusabgabe würde bestimmt hohe Einnahmen in die Stadtkasse generieren, aber bis jetzt denkt hier kein Mensch daran, sie einzuführen. „Unsere Statistik belegt, dass in der Sommersaison rund 25000 Gäste unseren Strand nutzten. Wir haben trotzdem nicht vor, so eine Abgabe einzuführen“, sagt Maciej Herman aus dem Stadt- und Gemeindeamt Stepnica. Was den Tourismus angeht, steckt Stepnica noch in den Kinderschuhen und muss im Bereich der Infrastruktur noch viel nachholen. Die Gemeinde setzt auf die Entwicklung von Fahrradwegen und Segelrouten. Eine Tourismusabgabe würde Stepnica wohl mehr nutzen als schaden.

Radek Jagielski

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