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Trotz Querschnittslähmung: Ricky bleibt hoffnungsvoll

Ulrichshorst Trotz Querschnittslähmung: Ricky bleibt hoffnungsvoll

17-Jähriger aus Ulrichshorst erfährt nach tragischem Unfall viel Hilfe

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Ricky in seinem neu eingeräumten Zimmer. Zu seinem Arbeitsplatz hat er nahezu uneingeschränkt Zugang.

Quelle: Fotos: Steffen Adler

Ulrichshorst. „Klar, es gibt auch Situationen, in denen ich vor mich hin weine. Aber allein, in meinem Zimmer.“ Der das Eingeständnis so offen ausspricht, ist Ricky Sorgenfrei, 17 Jahre alt und seit einem Unfall im Mai 2017 im Rollstuhl sitzend. Inkomplett querschnittsgelähmt, lautet die ärztliche Diagnose. Dass er dennoch seither zu keinem Zeitpunkt den Mut verloren hat, sich der veränderten Situation stellt, mag an seinem entschlossenen Wesen liegen. Daneben zeigt die permanente Hilfe durch die Eltern sowie die Treue seiner besten Freunde Wirkung. „Ich weiß schon, dass ich nicht allein gelassen werde“, sagt der Trommler beim Handballsportverein Insel Usedom. Er strahlt Mut aus, ist schlagfertig und kann inzwischen relativ locker vom Unglück erzählen. Was war geschehen?

OZ-Bild

17-Jähriger aus Ulrichshorst erfährt nach tragischem Unfall viel Hilfe

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Ricky hatte seinen Onkel in einem Dorf weit hinter Anklam besucht, war Moped gefahren und schließlich auf Ruinen gestoßen. „Von da oben könnte ich tolle Bilder machen“, dachte der Hobbyfotograf und kletterte kurzentschlossen Richtung Dach. Was dann folgte, war die berühmte Verkettung unglücklicher Zufälle. Der junge Mann glaubte, seinen Kradschlüssel verloren zu haben (was sich später als Irrtum herausstellte), schritt über marode Balken und stürzte plötzlich durch eine morsche Platte knapp vier Meter in die Tiefe. Beim schmerzhaften Aufprall auf dem Steinfußboden wusste der leidenschaftliche Radfahrer sofort: „Da funktioniert etwas nicht mehr. Es war wie ein starker Stromstoß, ein irrer Schlag, der den gesamten Körper erschütterte.“

Es folgten Hilferufe per fast leerem Handy-Akku und ein Zweifeln am anderen Ende, als er sich mit seinem Nachnamen „Sorgenfrei“ nannte. Der Nachbar fand ihn schließlich, später wimmelte es von Einsatzkräften am Unglücksort. In der Greifswalder Unimedizin wurde Ricky zunächst eine Platte eingesetzt, später mussten Splitter entfernt und ein künstlicher Wirbel transplantiert werden. Die anschließende Reha forderte den Hobby-Radsportler ganz und gar. „Er hat gekämpft wie ein Löwe“, versichert seine Mutter. Die größten Probleme? Natürlich die eingeschränkte Bewegung, der Muskelabbau, das eigenhändige Kathetern, um nur einige zu nennen. Mittlerweile hat Ricky wieder eine erstaunliche Mobilität erreicht, benutzt Rollstuhl und Krücken ausgesprochen gut. Und er hat Pläne, Wünsche, Träume. Ein Handbike, eine Shopper-Maschine, lange Touren. Dafür geht er dreimal wöchentlich zum Bobath (Bewegungstraining), spielt seit kurzem Rollstuhlbasketball und will das Schuljahr trotz vieler Fehltage unbedingt erfolgreich abschließen. Später vielleicht sogar die 10. Klasse nachholen.

Vorm Haus haben fleißige Handwerkerhände schon dafür gesorgt, dass der junge Mann in die elterliche Wohnung problemlos über eine Rampe gelangen kann. Große Probleme sind nun der Umbau des Bades, der Wannenlift und eine geeignete Toilette. 12 000 Euro sieht der Kostenvoranschlag vor. Heringsdorfs Bürgermeister und der Musiker Hardy Krischkowsky wollen helfen (siehe nebenstehenden Text). Dass die Krankenkasse ihm bislang keinen Pflegegrad zugesteht, lässt alle in der Familie nur mit dem Kopf schütteln.

„Wir helfen Ricky“

So ist eine große Veranstaltung am 17. März in der Pommernhalle überschrieben. Sie beginnt mit Tanztee, Kaffee und Kuchen ab 15 Uhr. Ab 19 Uhr spielen Rockbands, darunter Hardy Krischkowsky, Michael Gerlach, The Mesh Men, Thomas Putensen und Double Action. Für Diskoklänge bis tief in die Nacht sorgt DJ Harry Haker. Alle Einnahmen (am Nachmittag 5, am Abend 9,50 Euro) gehen auf ein Konto zugunsten der Ricky-Hilfe. Karten gibt es in

allen Tourist-Infos der Kaiserbäder.

Steffen Adler

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