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Tüv für Zecheriner Brücke

Zecherin Tüv für Zecheriner Brücke

Experten nehmen das 85 Jahre alte Bauwerk unter die Lupe und prüfen es auf Schäden

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Mit dem Hammer prüft Brückeningenieur Andreas Völschow, ob vielleicht lose Nieten im Bauwerk sind.

Quelle: Fotos: Hannes Ewert

Zecherin. Zentimeter für Zentimeter klopft Andreas Völschow vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Rostock mit dem Hammer die Zecheriner Brücke ab. Jede Niete und jede Schweißnaht wird von dem 49 Jahre alten Brückenprüfer unter die Lupe genommen. Mal mit Hammer, mal nur mit der Taschenlampe. Seinen geschulten Augen entgeht fast nichts. Alle sechs Jahre muss das fast 85 Jahre alte Bauwerk aus der Nähe betrachtet werden. So war es auch in dieser Woche – er und sein Assistent Mario Köpcke (27) nahmen die Brücke in Augenschein. Heute Abend wollen die beiden mit ihrer Aufgabe fertig sein. Dann rollt der Autoverkehr in beiden Richtungen wieder fließend. Derzeit wird halbseitig an der Baustelle vorbeigeleitet.

OZ-Bild

Experten nehmen das 85 Jahre alte Bauwerk unter die Lupe und prüfen es auf Schäden

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Die Brücke

325 Meter lang ist die Zecheriner Brücke, die das Festland mit der Insel Usedom verbindet.

1930 wurde mit dem Bau begonnen, ein Jahr später war sie fertig. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie von der Wehrmacht gesprengt. 1955 konnte die Brücke erneut für den Verkehr freigegeben werden.

„Bisher habe ich nichts zu beanstanden“, sagt Völschow zuversichtlich. Erst vor 17 Jahren wurde die Brücke grundlegend instandgesetzt. Einige Elemente stammen laut Völschow sogar noch aus der Zeit des Baues im Jahr 1931. „Hier ist wirklich alles in einem sehr guten Zustand. Es gibt sehr wenig zu beanstanden“, sagt er. Gestern Mittag hatte er etwas weniger als die Hälfte kontrolliert.

Es geht dem Expertenduo vor allem um mögliche Korrosionsschäden und Risse, die im Zusammenspiel von Wasser, Feuchtigkeit oder auch Eisbildung entstehen können. „Zur genauen Messung benutze ich ein Boreskop, um an schwer zugänglichen Stellen eine Sichtprüfung vorzunehmen.“

Seinen Arbeitplatz teilt sich der 49-Jährige mit unzähligen Schwalben, die um ihn herum kreisen. Die Nester, die mit der Zeit unter der Brücke entstanden sind, sollen jedoch erhalten bleiben. „Die Schwalben stehen unter Naturschutz. Die Nester kann man nicht abnehmen“, erklärt er.

Völschow kennt so ziemlich jede Brücke im Landkreis Vorpommern-Greifswald und darüber hinaus. In der vergangenen Woche war er noch an der Ziegelgrabenbrücke zwischen Stralsund und der Insel Rügen im Einsatz und in der kommenden Woche wird eine Autobahnbrücke zwischen Greifswald und Gützkow untersucht. Auch in schwindelerregender Höhe war er schon im Einsatz – auf der Rügenbrücke.

Seit Montagmorgen arbeiten die Männer unterhalb der Zecheriner Brücke. „Es geht wirklich nur im langsamen Tempo voran, da wir jede Ecke untersuchen und im Falle eines Schadens alles dokumentieren“, erklärt Völschow. Mithilfe eines einklappbaren Schwenkkranes werden sie bei Bedarf nach oben und unten gefahren. „Zu den Brückenöffnungszeiten müssen wir pausieren und den Kran einklappen. Das ist aber nur bei dem Mittelteil notwendig, an dem wir gerade arbeiten“, sagt Völschow.

Am Ende seiner Tätigkeit übergibt Andreas Völschow den Behörden eine Maßnahmenempfehlung, die nach Dringlichkeit geordnet wird. In der Regel sind es nur Kleinigkeiten, die möglicherweise ausgebessert werden müssen.

Während der Brückenprüfung bittet das Wasser- und Schifffahrtsamt des Bundes um erhöhte Aufmerksamkeit, Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme. Die Brückenöffnungszeiten werden aber eingehalten.

Hannes Ewert

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