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Usedom Tunnelbau nach Rückzug der Italiener nicht gefährdet
Vorpommern Usedom Tunnelbau nach Rückzug der Italiener nicht gefährdet
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00:00 10.08.2018
„In den kommenden Tagen werden wir das Firmenkonsortium zur Vertragsunterzeichnung einladen, das das zweitbeste Angebot unterbreitet hat“, kündigt Stadtpräsident Janusz Zmurkiewicz an. Quelle: Foto: Um Swinoujscie
Swinemünde

Die größte Investition der Nachkriegszeit in Swinemünde - der geplante Bau eines Autotunnels in der Swine - kommt nicht aus den Schlagzeilen. Der bei einer Ausschreibung ausgewählte Auftragnehmer - das italienische Baukonsortium Astaldi (Rom) - hat sich unmittelbar vor der Vertragsunterzeichnung plötzlich und überraschend zurückgezogen (die OZ berichtete)! In den Stadtbehörden ist man wütend. Vorab habe nichts darauf hingedeutet, dass eine solche Situation eintreten könnte, heißt es. In Swinemünde war man sich des Erfolgs so sicher, dass anlässlich der Vertragsunterzeichnung sogar ein großes Fest für die Bevölkerung vorgesehen war. Es musste abgesagt werden.

Stadt will nun Vertrag mit einem anderen Firmen-Konsortium abschließen

Nunmehr wird nervös nach einem anderen Auftragnehmer gesucht, denn die Zeit wird knapp. Das einzig Gute in dieser verworrenen Lage ist die Tatsache, dass die Stadt die vom zurückgetretenen Auftragnehmer gezahlte Sicherheitsleistung – 10 Millionen Zloty (2,3 Millionen Euro) – behalten kann.

Schon die Ausschreibung des Tunnelbaus war mit einigem Ärger einhergegangen. Bewerber gingen in Berufung. Nach zahlreichen Verhandlungen wurde ein Konsortium der Firmen, darunter Astaldi aus Italien, ausgewählt. Der Vertrag belief sich auf 727 Millionen Zloty (170 Millionen Euro). Am Anfang lief alles nach Plan. Erst als die Stadt offiziell, während eines Stadtfestes, den Vertrag unterzeichnen wollte, gab es Probleme. Unerwarteterweise schickten die Vertreter von Astaldi ein Schreiben, in dem sie baten, die Veranstaltung zu verschieben. Sie versicherten auch, dass die Bankgarantien in zwei Wochen fertig seien.

„Ich bin sicher, dass mein Unternehmen zu einer kompletten und wirksamen Zusammenarbeit bereit ist, um innerhalb der vorgeschriebenen Zeit eine Arbeit zu realisieren, die höchste Präzision und Qualität erfordert, wie es für das Projekt erforderlich ist“, versicherte der Vorsitzende von Astaldi, Paolo Astaldi.

Zwei Wochen später war die Lage unverändert. Letztendlich stellten die Stadtbehörden ein Ultimatum: Entweder Astaldi unterzeichne am 3. August den Vertrag oder es wird keine Zusammenarbeit geben. Das italienische Konsortium gab schließlich zu, dass es die Investition nicht abschließen kann. Als Grund für ihren Rücktritt gaben die Italiener an, dass die Arbeitskosten in Polen in den vergangenen beiden Jahren um 30 Prozent gestiegen seien. Zudem äußerten sie Zweifel, genügend Bauarbeiter zu finden.

Die Stadtverwaltung beruhigt: Der Bau des Tunnels sei nicht gefährdet. „In den kommenden Tagen werden wir das Firmenkonsortium zur Vertragsunterzeichnung einladen, das das zweitbeste Angebot unterbreitet hat“, kündigt Janusz Zmurkiewicz, Präsident von Swinemünde, an. Zum Konsortium zählen die Firmen Porr S.A. (Leader) und Porr Bau GmbH (Österreich), das türkische Unternehmen Gülermak Agir Insaat Sanayi ve Taahhut und Energopol Szczecin.

Das Angebot dieses Konsortiums ist teurer als das von Astaldi. Es beläuft sich auf Baukosten von 793 Millionen Zloty. Die Stadt versichert, dass das Geld vorhanden sei. Der stellvertretende Woiwode, Marek Subocz, erklärte, die staatlichen Mittel stünden bereit.

Durch die jüngsten Turbulenzen wird sich die Fertigstellung des Tunnels um mindestens ein halbes Jahr verschieben. Nach neuesten Informationen gilt es als unwahrscheinlich, dass der Tunnel, wie einst beabsichtigt, bis Ende 2021 fertiggestellt werden kann.

Radek Jagielski

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