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Ückeritz: Ortspolitik auf Sparflamme

Ückeritz Ückeritz: Ortspolitik auf Sparflamme

Das Ostseebad hat einen neuen Bürgermeister gewählt/Wenn Axel Kindler am 28. Februar die Amtsgeschäfte übernimmt, stehen wichtige Entscheidungen an

Ückeritz. Das Ostseebad Ückeritz scheint in diesem Jahr einen besonders tiefen Winterschlaf zu halten. Seit dem Rücktritt von Bürgermeister Gerd Gamradt Ende September 2016 (die OZ berichtete) ist in Gemeindeangelegenheiten nichts Sichtbares passiert – möchte man meinen. Selbst auf der einzigen Gemeindebaustelle, der neuen Bushaltestelle an der Schule, herrscht im Augenblick (Winter-)Ruhe.

Doch der Eindruck täuscht. Hinter den Kulissen ist in den vergangenen Monaten eine Menge geschehen. Nicht nur, dass die Ückeritzer mit Axel Kindler einen neuen Bürgermeister gewählt haben, der zur nächsten Gemeindevertretersitzung am 28. Februar vereidigt werden soll. Franz Wöllner hat als amtierender Bürgermeister wichtige Gemeindeangelegenheiten sortiert. Die meisten betreffen den Eigenbetrieb.

Unaufgeregte Aufräumen

Zum einen wurde relativ unaufgeregt das Arbeitsverhältnis mit Kurdirektorin Ulrike Förster beendet. Zum anderen wurde der Arbeitsrechtsstreit mit dem früheren Kurdirektor Reno Reifert beigelegt, dem eine Entschädigung gezahlt wurde, und der inzwischen wieder im Eigenbetrieb angestellt ist. Und auch die Neuausschreibung der Besetzung des Eigenbetriebsleiters wurde in den vergangenen drei Monaten angeschoben. 20 Männer und Frauen, ein Drittel davon von der Insel Usedom, haben sich beworben. Eine vierköpfige Kommission unter Leitung des Gemeindevertreters Marco Biedenweg hat das Auswahlverfahren und die persönlichen Vorstellungen von vier Bewerbern soweit begleitet und vorbereitet, dass die Gemeindevertretung am 28. Februar zwischen den am besten geeigneten zwei Kandidaten – einer Frau und einem Mann – entscheiden könnte. Laut Wöllner stammt ein Kandidat von der Insel Usedom.

Hafen braucht Pächter Deutlich mehr Arbeit steht den Gemeindevertretern bevor, wenn sie über die Vergabe der Pacht für den Hafen Stagnieß entscheiden. Wie berichtet, verzichtete die Gemeinde darauf, den bis zum Jahresende 2016 geschlossenen Pachtvertrag mit der Berliner „Wasserlinie“ stillschweigend zu verlängern und schrieb das Areal für 2017 neu aus. Neben der Wasserlinie hat sich als gemeinnütziger Verein auch der Yachtclub Usedom beworben. Die meisten seiner Mitglieder haben ihre Boote im angrenzenden Hafen mit 58 Dauerliegeplätzen. Die Abwägung von Vor- und Nachteilen der Vergabe an den einen oder anderen Bewerber muss noch geleistet werden. Bis dahin liegt die Zuständigkeit auch für dieses Arbeitsfeld beim personell neu aufzustellenden Eigenbetrieb.

Entscheidungsstau gibt es auch auf dessen wichtigstem Betätigungsfeld, dem Campingplatz. Noch darf der Eigenbetrieb dafür mit den vom Deutschen Tourismusverband vergebenen vier Sternen werben. Im Frühjahr 2018 ist die Zeit abgelaufen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass es in Anbetracht des Sanierungsstaus schwer werden dürfte, die Anforderungen für vier Sterne zu erfüllen. Vor allem der Zustand der Sanitäreinrichtungen ist nicht mehr zeitgemäß und sanierungswürdig.

Zeltplatz mit Investitionsstau Zuletzt hatten immer neu aufkeimende Interessen und Begehrlichkeiten eine konkrete Planung verhindert. Immerhin hatte Franz Wöllner als amtierender Bürgermeister erreicht, dass die Gemeindevertretung einem Kompromiss zustimmte, der im Eintrittsbereich des Campingplatzes Investitionen ermöglichen könnte. Die Räume der zum Neubau anstehenden Sanitäreinheit Nummer eins (jetzt gegenüber dem Rettungsschwimmergebäude) sollten nach deren Freiräumung entkernt und dem Gemeindebauhof zur Nutzung übergeben werden. Das neue „Sani 1“ soll auf der Fläche neben dem jetzigen Bauhof entstehen, wo außerdem 40 größere Caravanstellplätze geplant sind. Dieser Grundsatzbeschluss muss nun noch im Bauausschuss beraten und anschließend von der Gemeindevertretung beschlossen werden.

Inwieweit die im Hintergrund geleistete Arbeit Früchte trägt, wird sich zeigen. Denn die Kräfteverhätnisse in der Gemeindevertretung werden im Ergebnis der jüngsten Rücktritte und Mandatsniederlegungen neu gemischt.

Nach der Kommunalwahl 2014 hatten mit Unterstützung einzelner Abgeordneter oft CDU (4) und Mitglieder der Wählergemeinschaft Miteinander für Ückeritz das Sagen. Inzwischen ist die CDU-Fraktion derart dezimiert, dass nach den Rücktritten von Bürgermeister Gerd Gamradt und seines Stellvertreters Enrico Krohn nur noch ein Sitz besetzt werden konnte.

Neue Kräfteverhältnisse Nachdem andere verzichtet hatten, reichten Maik Pohl die bei der Wahl erreichten sechs Stimmen, um für die CDU in den Gemeinderat aufzurücken. Weil Axel Kindler die Bürgermeisterwahl gewonnen hat, hat die SPD künftig drei statt der bisher zwei Sitze (Axel Kindler, Hartmut Wolf) im Gemeinderat. Dem früheren Gemeindevertreter Vicco von Voss reichen nun die bei der Wahl 2014 erreichten 18

Stimmen, um den bislang von Kindler besetzten Abgeordnetensitz einzunehmen.

Außerdem ist, nachdem Walter Kannenberg (Linke) Ende Januar seinen Platz in der Gemeindevertretung aus gesundheitlichen Gründen freimachte, der Sitz der Linken neu zu besetzen. Als Nachrücker hätte laut Stimmenauszählung Thomas Labahn Anspruch auf diesen Sitz. Doch der Ückeritzer Wehrleiter hat dieser Tage gegenüber der Wahlleitung seinen Verzicht erklärt, womit die Anfrage an Franklin Krüger weitergereicht wird, der 2014 38 Stimmen erhielt. Gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG erklärte Krüger, der bis 2014 bereits Gemeindevertreter in Ückeritz war, dass er aufrücken will.

So oder so – die Ückeritzer Gemeindevertretung wird ab sofort, einschließlich Bürgermeister Axel Kindler, nur aus zehn statt elf Ückeritzern bestehen. Weitere Rücktritte wären schmerzlich, denn die Potenziale der Wahlbewerbungen sind nun weitestgehend ausgeschöpft.

Angelika Gutsche

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