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Usedom Uke und Erika Meyer in ihrer zweiten Heimat
Vorpommern Usedom Uke und Erika Meyer in ihrer zweiten Heimat
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00:05 09.02.2018
Topfit, gut drauf und er hat kaum ein graues Haar: Uke und Erika Meyer statteten der Stadt Wolgast jetzt einen Besuch ab und frischten viele Bekanntschaften neu auf. Quelle: Foto: Privat
Wolgast/Emden

„Irgendwann machen wir ein Wolgaster-Anzeiger- Treffen“, verspricht Uke Meyer seinen früheren Mitstreitern. Angst, in einer solchen Runde könnte der Gesprächsstoff ausgehen, ist gänzlich unbegründet. Denn als der Ostfriese zu Beginn der 1990-er Jahre, an eine lange Tradition anknüpfend, die Lokalzeitung „Wolgaster Anzeiger“ neu aus der Taufe hob, sammelten er und seine Kollegen im wilden Osten manch spannende Story ein. Von 1990 bis 1993 mischte Meyer als genauso gewiefter wie charismatischer Redaktionsleiter den Altkreis Wolgast journalistisch auf, was ihm teils hohe Anerkennung, teils tiefe Abneigung einbrachte. Wirtschaftlich konnte sich das handliche Lokalblatt indes nicht behaupten.

Am Montag wird Uke Meyer 70 Jahre alt. Vor diesem Jubiläum statteten er und seine Frau Erika (71), die heute in Emden wohnen, ihrer zweiten Heimat Wolgast einen Besuch ab. „Meine Frau ist noch immer Mitglied des Fördervereins St. Petri, der sich in der vorigen Woche im Café Biedenweg getroffen hat. Wir waren auch dabei“, berichtet Meyer, der nach wie vor an den Neuigkeiten in der Stadt am Peenestrom interessiert ist. Wolgast, so meint er, habe noch viel unerschlossenes Potenzial. „Wenn ich das Terrain rings um die Brücke sehe, dann finde ich, es fehlt das Einladende, das Gäste dazu bewegt, etwas in Wolgast zu unternehmen“, meint Meyer.

„In der Altstadt fiel mir eine ganze Reihe von Gebäuden auf, an denen noch nicht richtig Hand angelegt wurde“, fügt der einstige Zeitungsmacher hinzu. „Aber wenn wir reisen, geht es uns in erster Linie um die Menschen.“ Und da sei die alte Herzogstadt immer einen Besuch wert. „Wir hatten in Wolgast wieder etliche Begegnungen, die vieles andere aufwiegen.“ Der Ruf des gierigen Wessis, der damals im Osten nur habe absahnen wollen, hafte ihm nicht an. „Im Gegenteil“, meint Meyer: „Ich bin 1996 mit einem großen Sack Schulden wieder gegangen.“

Auf Kreta habe er seinerzeit eine Auszeit genommen. Vier Monate sei er dort gewesen, bis seine Frau ihn nach Hause geholt habe. In Ostfriesland begann Uke Meyer wieder mit dem, was er am besten kann:

Schreiben. Gemeinsam mit seiner Erika gab er Magazine heraus, zum Beispiel – passend zu seinem bisweilen bissigen Naturell – das lokale Wochenblatt „Der Delftspucker“. Auch heute, so gesteht der Emdener, jucke es ihm hin und wieder in den Fingern. „Aber ich habe mit 65 Jahren endgültig Schluss gemacht und bin da konsequent“, versichert er.

Uke Meyer verbindet mit dem „Wolgaster Anzeiger“, der in einem Bürocontainer an der Swinkestraße/Ecke Badstubenstraße sein Domizil hatte, viele Erinnerungen. Der politische Umschwung bescherte den Schreibern seinerzeit ein spannendes und vielfältiges Betätigungsfeld. Die Zeitungsseiten wurden im Entwurf auf einer Leuchtwand in den Räumen der Hoffmann-Druck GmbH vorproduziert. Gedruckt wurde in Potsdam, wobei ein Kurier die Ausgabe für den nächsten Tag in einem VW Passat nach Wolgast kutschierte.

Tom Schröter

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